Zunehmend mehr Anwälte sind hungerleidendes Gesocks!

(Und Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.)

Was sind tausend tote Anwälte auf dem Meeresgrund?
Ein guter Anfang!

Wenn das ein Mensch schreibt, der selbst zwei juristische Staatsexamina hat und es mit IT für Steuerberater und Anwälte mit 45 Jahren zum Privatier geschafft hat, dann mag es auf den ersten Blick verwundern, dass so jemand über seinen eigenen Berufstand herzieht. Aber in der Tat habe ich noch nichts Asozialeres als Anwälte erlebt. Während Steuerberater ihre Rechnungen bezahlen, diskutieren viele Anwälte herum und wenn man sie u.a. deshalb nicht mehr betreuen will, dann zahlen sie die ausstehenden Rechnungen gar nicht mehr. Wie schön, dass ich bis jetzt noch jede diesbezügliche Klage gewonnen habe.

Als ich seinerzeit Jura studieren ging, tat ich es aus Interesse. Ich hatte zuvor den Medizinertest mit 88% abgelegt. Das Medizinstudium stand mir also ebenso offen. Letztlich entschied ich mich für Jura, weil es mich einfach mehr interessierte, Nicht weil es NC-frei war. Und genau hier liegt das Problem. Seit Jahrzehnten kann jeder Vollidiot mit Abitur Jura studieren, weil es wie z.B. auch beim Lehramt nicht die Hürde des NC gibt. Weshalb die an Jura gescheiterten Kommilitonen dann auch alle auf Lehramt umsattelten und heute bestenfalls Versicherungsvertreter sind.

Früher war Jura eine elitäre Geisteswissenschaft. So war z.B. Goethe Jurist. Heute hat indes gefühlt jeder zweite Taxifahrer einen juristischen Abschluß und kriegt keinen Job. Wie viele meiner Ex-Kommilitonen krebsen in irgendwelchen Kleinstkanzleien vor sich hin, leben von der Hand in den Mund und haben die Altersarmut vor sich, wie z.B. auch meine letzte Ex, die Spermaverkosterin und Fachanwältin für Medizinrecht.

jungs

Hätte ich gewußt, dass sie eine erfolglose geschiedene Frau ist, die 2009 von ihrem Mann (einem Wuppertaler Insolvenzverwalter) vor die Tür geworfen wurde, und seither mühselig Kröte um Kröte zusammenkratzen muss…   … ich hätte mich niemals auf sie eingelassen. Bei nachfolgenden Mails hätte ich eigentlich schon umgehend skeptisch werden sollen:

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Aber wer rechnet schon damit, dass eine „Fachanwältin für Medizinrecht“ mit über 40 Jahren sich tatsächlich nicht mehr als ihr jämmerliches Zwei-Zimmer-Wohnklo ohne Gäste-WC zur Miete leisten kann? Zumal wenn sie so eine Welle macht? Sie hat mich mit ihrem geleasten BMW-Dieselcabrio (kleinstes der Baureihe) echt blenden können. Glaubte ich doch, dass das eine Vernunftsentscheidung war weil sie doch so auf Tier- und Umweltschützerin machte. Pustekuchen! Mehr war ganz einfach nicht drin!!! Aber dann auch noch mit Wegfall der Typbezeichnung. Peinlicher geht es im Nachhinein eigentlich nicht mehr!

Jetzt gibt es in der Anwaltschaft mehr und mehr Hungerleider, einfach weil es immer mehr Anwälte gibt und der Markt insgesamt nicht größer geworden ist. Viele Fachanwälte für Strafrecht – sowas wie die Klofrauen der deutschen Justiz – z.B. schnorren die Richter um jede Pflichtverteidigung an. In wenigen Rechtsgebieten kann man heute noch gutes Geld verdienen. Und auch dann zunehmend nur, wenn man in renommierten Großkanzleien beschäftigt ist. Der Fachanwalt für „Feld, Wald und Wiese“ hingegen muss sich mit jedem Dreck auseinandersetzen. Und wenn man sich dauernd um fremder Leute Kleingeld streiten muss, dann wirkt sich das oft irgendwann auch auf den eigenen Charakter aus.

Hinzu kommt, dass viele Anwälte keinerlei Auftreten haben. Sie lügen dem Mandanten etwas vor, damit dieser sie für kompetent hält. Anstatt aussichtslose Mandate abzulehnen, fragen sie zuerst nach einer Rechtsschutzversicherung (siehe oben die widerliche Email meiner Ex). Auch haben die wenigsten Juristen Jura wirklich begriffen. Ich erinnere mich immer wieder gerne daran, wie die auf dem Papier beste Juristin unserer AG einmal auf die Frage des ausbildenden Richters, ob ein Eigentumsübergang ohne Besitzübergang möglich sei, dies mit einem beherzten Nein beantwortete. Die dumme Nuss!

Ich sagte nur ungefragt „vorweggenommenes Besitzkonstitut“ und der Richter lachte sich halb tot. Aber so ist das, bei Jura kommen die allermeisten mit Auswendiglernen durch das Studium. Den Medicus wie ein Asterix-Comic zu lesen ist den Wenigsten gegeben. Einfach weil sie so tief nie in die Jus eingedrungen sind.

Das hat bedauerlicherweise zur Folge, dass inzwischen auch die Qualität der Richter, selbst am OLG Hamm, spürbar gesunken ist. Denn die wirklich guten Juristen werden von Großkanzleien bereits aus dem Studium herausgekauft. Das was irgendwann Richter wird, ist heute nur noch zweite bis dritte Wahl. Kein Wunder bei den Einkommensdiskrepanzen.

Wenn man aber zu dem Fallobst der großen Masse der Kandidaten ohne einen guten Abschluß und Papi mit eigener Kanzlei gehört, dann bleibt eigentlich nur noch der Weg zur juristischen Sozialversorgung der Beratungshilfemandate und die ständige finanzielle Not. Und das bei hohen Personal- und Bürokosten. Denn im Zwei-Zimmer-Wohnklo ohne Gäste-WC lässt es sich nicht gut praktizieren.

Manche waren früher clever genug und haben sich z.B. absichtlich auf dem Dorf im Münsterland niedergelassen. Da konnte man bei den dummen Bauern seinerzeit noch den Platzhirsch markieren. Aber in der Großstadt haben junge Anwälte schon lange keine Chancen mehr. Jetzt erwartet aber irgendwie jeder, dass Anwälte gut verdienen. Also müssen sie zusätzlich zu den ohnehin schon hohen Kosten auch noch ein gewisses Blendertum aufrechterhalten. Wer geht schon zu einem Anwalt der VW-Golf fährt? Der kann ja nichts können. Der 5er BMW ist eigentlich Minimum. Wie unendlich frustrierend muss es sein, wenn man jeden Morgen in den Spiegel blickt und weiß, dass man den ganzen Tag wieder alle Menschen um sich herum blenden muss?! Da war es mir stets lieber unter meinen Verhältnissen zu leben.

Bei mir musste es nie „The very sexy Shiraz“ sein. Mir reichte auch der Sumerton vom ALDI. Heute lege ich die Füße hoch und schaue mir an, wie manche meiner ehemaligen Kollegen im Internet ihre pseudowichtigen Auftritte hinlegen, derweil ich schon in Privatiersrente bin.

Und keiner kann mir erzählen, dass der stressige Job als Anwalt heute noch wirklich Spaß macht. Der Verdienst ist inzwischen vielfach extrem bescheiden, die Mandantschaft wird in Zeiten von Email und Smartphone aber immer fordernder. Alles muss sofort und gleich, sonst geht der Mandant eben woanders hin. Wo ich mir als freier Mann aussuchen kann mit wem ich zusammenarbeiten will, wenn überhaupt noch, müssen die allermeisten Anwälte annehmen was kommt.

Nun sind aber heutzutage die meisten Menschen einfach nur noch Arschlöcher. Jeder ist sich selbst der Nächste und lügt wie gedruckt, nur um seinen Vorteil zu realisieren. Und so tun es irgendwann auch die Anwälte. Ich als Referendar habe einmal in der mündlichen Verhandlung das Mandat niedergelegt, als ich realisierte, dass meine Mandantin lügt. Der Richter sagte mir seinerzeit schon, dass er sowas zum ersten Mal in seiner Laufbahn überhaupt erlebt habe.

Es gibt natürlich auch sehr korrekte und anständige Anwälte. Alle meine verbliebenen Anwaltskunden zähle ich ausdrücklich dazu! Aber diese sind im Kreise ihrer Kollegen inzwischen leider deutlich in der Unterzahl. Schon deshalb, weil sie sämtlichst als Anwälte überdurchschnittlich erfolgreich sind!