Das Theater um VW und warum die Welt verlogen ist…

Die VW-Aktie befindet sich im freien Fall nachdem bekannt wurde, dass der Konzern bereits seit 2008 diverse Motoren mit einer Steuerung ausgestattet hat, die auf dem Messprüfstand die Motorcharakteristik so beeinflußt, dass der Schadstoffausstoß positiv beeinflußt wird. Und jetzt regen sich ausgerechnet die Amerikaner auf, die bevorzugt Spritvernichtungsmaschinen in Form riesiger Pickups bewegen, welche egal wie betrachtet immer noch das 3-4fache von dem verbrauchen was ein VW Diesel konsumiert.

Das ist verlogen! Ebenso wie auch alle anderen Nationen, die jetzt irgendwelche Untersuchungen angekündigt haben. Nicht ein einziges dort produziertes Auto kann es mit der Effizienz deutscher Dieselmotoren aufnehmen. Aber so ist das immer. Mitleid bekommt man umsonst, Neid und Mißgunst muss man sich hart erarbeiten!

Und was tut die dumme deutsche Politik? Anstatt sich demonstrativ schützend vor einen der größten deutschen Industriekonzerne und weltweiten Arbeitgeber zu stellen, faselt ein langhaariger Grüner, der zudem ausschaut wie die Nachgeburt einer Neandertalerin, noch dummes Zeugs daher. Glaubt einer wirklich, dass die USA oder Frankreich sich so schmeißfliegenhaft ihrer eigenen Automobilindustrie gegenüber verhalten würden? Niemals!

Am allerbesten ist aber noch der designierte Aufsichtsratschef von VW, ein gewisser Herr Pötsch, der völlig hirnbefreit davon herumschwadroniert, dass sich VW in einer existenzbedrohenden Lage befindet. Sowas ist besonders clever, weil gerade Hedgefonds großen Spaß an Aktien solcher Unternehmen haben und dies wildesten Spekulationen geradezu Tür und Tor öffnet. Diesen Mann sollten die Aktionäre sofort in die höchstpersönliche Haftung nehmen, weil er bewusst dem Unternehmen schadet! Wer weiß, wer den für solche Aussagen bezahlt? Oder spekuliert er etwa auf finanzielle Hilfen seitens der BRD. Dem Unternehmen gut tun solche Aussagen jedenfalls nicht. Wie kann so jemand Aufsichtsrat geschweige den Vorsitzender des selben werden?

Fakt ist, dass Diesel heute Feinstaub produzieren, derweil sie früher noch geradezu Kohlebriketts zum Auspuff hinauswarfen. Fakt ist aber auch, dass jeder schwere Raucher vermutlich mehr Feinstaub verursacht als sein Auto und die Feinstaub-Belastung in einer Diskothek die in der Umwelt bei weitem überschreitet. Siehe dazu: http://derstandard.at/1331780013752/Luftverschmutzung-Feinstaub-Konzentration-die-der-Raucher-zu-sich-nimmt-ist-exorbitant-hoch

Weiterer Fakt ist, dass auch moderne Direkteinspitzer-Benzinmotoren neuerdings Feinstaub produzieren. Das ist den Meisten gänzlich unbekannt. Auch hat die gesamtgesellschaftliche Gesundheitsbelastung durch Umweltschäden seit den 70ern in gewaltigem Ausmaße abgenommen. Was dazu führt, dass heute selbst die Plebs immer älter wird, trotz Pommes, Currywurst und Majo.

In Verbindung mit Fettwerden und Demenz ab ca. dem 65ten Lebensjahr steigen die Kosten unseres Gesundheitssystems also von Jahr zu Jahr weiter drastisch an. Getragen werden sie aber nicht von der Plebs. Sondern von den Leistungsträgern der Gesellschaft. Der sich immer weiter ausdünnenden Mittelschicht, zu der ich mich auch zähle. Ich aber werde mit meinem sauberen Benziner (der C63 ist kein Direkteinspritzer) demnächst nicht mehr über die Corneliusstraße in Düsseldorf zu meinen Kunden gelangen können, sondern irgendwelche exorbitanten Umwege in Kauf nehmen müssen, nur weil die auf der Corneliusstraße nun einmal lebende Plebs für sich in Anspruch nehmen darf vor Feinstaub verschont bleiben zu wollen.

Durfte die Plebs im alten Rom für sich in Anspruch nehmen von Fäkalgeruch und Fäkalbakterien verschont zu bleiben?

Nein!

Denn sie war eben die Plebs. Warum sollte dies heute anders sein?

Was die Verbräuche von KfZ betrifft, so ist doch schon seit jeher klar, dass diese mit der gelebten Realität nichts zu tun haben. Der C63 hat angeblich einen Normverbrauch von 12 Litern im gemischten Betrieb. Es mag durchaus möglich sein, dass er bei 90 km/h die angegebenen 8,4 Liter für den Betrieb außerorts schafft. Ich kann mich aber nach längerer Fahrt mit 110 – 140 km/h durch Österreich (mit Tempomat) noch gut daran erinnern, dass ich 11,5 Liter verbraucht habe.

Ist das jetzt ok? Fühle ich mich nicht verarscht? Doch, denn wenn ich jetzt noch ein wenig Anteil Stadtverkehr dazurechne, und da liegt das Schätzelein bei 18,2 Litern auf 100 km/h, dann bin ich sehr schnell über 12 Litern im „gemischten Betrieb„. Andererseits doch wieder Nein! Denn mir wurde ja durch Tatsachen belegt, dass der „Normverbrauch“, bei der Normierung zu Grunde liegender Fahrweise, vielleicht tatsächlich zu schaffen ist. Und genau hier liegt doch der Hase im Pfeffer! Was glaubt die geneigte Leserschaft, tue ich nach der Überquerung der Österreichisch/Deutschen Grenze an der ersten Aufhebung des Tempolimits ? Ich schalte in den S-Modus, trete voll auf den PIN und ergötze mich am markerschütternden Gebrüll der Auspuffanlage sowie der katapultartigen Beschleunigung. Was zum Henker interessiert mich da noch der reale „Normverbrauch„?!

Exkurs: Wer sich aber ernsthaft für ein Auto interessiert, der schaut einfach bei Autkostencheck nach. Und da hat z.B. der C63 als T-Modell folgende Daten zu bieten: http://www.autokostencheck.de/Mercedes/Mercedes-C-Klasse/C-63/c-63-amg-t-modell-204-k_15204.html. 18,1 Liter Durchschnittsverbrauch sind eine klare Ansage und um Lichtjahre von angeblichen 12 Liter im Mischbetrieb entfernt! Bei mir jedenfalls sind es bei wirklich wenig Stadtbetrieb (zweimal die Woche zum Supermarkt und wieder zurück) und ansonsten nur Stadtverkehr in Richtung Kunde, jedenfalls nach über 30.000 km stabile 16,7 Liter laut Bordcomputer.

Welche Autos verkauft denn der VW-Konzern vorwiegend in den USA? Etwa den VW Polo oder gar den VW Up? Nein! Denn der Amerikaner mit ökologischem Sendungsbewusstsein kauft sich den Passat, der inzwischen seine Dimensionen betreffend auch keine Mittelklasse mehr ist, oder den A6. Trotz des in den USA herrschenden Tempolimits von (theoretisch) 55 Meilen kaufen sich die Amis immer gerne die etwas größeren Motorisierungen. Bei 55 Meilen würde ihnen ja eigentlich auch ein jeder 1,6 Liter Motor reichen. Warum das so ist, ist ganz simpel. Das Tempolimit ist eher theoretischer Natur (ähnlich wie in Italien, sofern man ein italienisches Kennzeichen hat). Als ich in den Neunzigern mal sechs Wochen Urlaub in den USA gemacht habe, hatten wir einen Cadillac Seville als Leihwagen und waren auf einsamen Autobahnen wie z.B. bei Salt Lake City oft genug deprimiert, dass das Ding kaum mehr als 200 km/h lief.

Auch geht es mir mehr und mehr auf den Keks, dass ausgerechnet die modernste und damit führende Automobilindustrie der Welt zunehmend mehr von allen anderen mit illusorischen Abgasnormen gegängelt wird. Die Franzosen produzieren nur Kleinwagen. Ab der Mittelklasse aufwärts sind französische Autos de facto Kernschrott. Die Unterhaltung mit dem Besitzer eines Citroen C6 hat mir da die Augen geradezu aufgerissen! (Ich hatte den C6 eine Zeit lang als komfortablen Gentlemen-Gleiter für meine Zeit ab 55 in Betracht gezogen). Die Italiener können auch nur entweder klein oder High-End. Mittelklasse aus Italien? Leider nicht mehr existent. Schade, denn ich hatte mal auf eigenen Wunsch einen Lancia Lybra als Firmenwagen. Das war seinerzeit durchaus ein tolles Lifestylekombi. Der Rest Europas hat keine eigene Autoindustrie mehr.

  • Mini: Deutsch
  • Seat: Deutsch
  • Skoda: Deutsch
  • Aston Martin: Deutsch
  • Rolls Royce: Deutsch
  • Bentley: Deutsch
  • Lamborghini: Deutsch
  • Jaguar: Indien
  • Land Rover: Indien
  • Saab: China (inzwischen wieder tot)
  • Volvo: China
  • Dacia: Rollendes Exkrement. Wird entsprechend von Merde kontrolliert 😉
  • Lada: Sorry, aber dazu fällt selbst mir nichts mehr ein!

Mit welchem Recht will uns der Rest der EU immer strengere Abgasnormen vorschreiben? Das kommt mir in etwa so vor, als würde eine Mathelehrerin, die selbst nicht den Dreisatz beherrscht, von mir eine Kurvendiskussion verlangen. Über die automobiltechnischen Kompetenzen der Amerikaner muss ich mich wohl nicht weiter entäußern. Die können nichts außer V8 mit allerdings geiler Zündfolge. Der Sound ist klasse, die Technik prähistorisch.

Aber auch ein T-Rex hätte als Haustier zugegebenermaßen sicherlich auch so seinen Charme. Nicht umsonst habe ich recht lange mit der Corvette ZR1 geliebäugelt. Hab mich dann doch lieber für Stauraum und Skifahrerkompatibilität entschieden.

Was Tesla da treibt hat mit wahrer Innovation wenig zu tun. Hundertkiloweise Li Ion-Akkus in ein Auto zu stopfen und diese elektronisch zu vernetzen kann ein Daimler-Konzern sicherlich auch. Aber warum so etwas entwickeln, wenn der verfügbare Markt sich vorwiegend aus ein paar reichen Öko-Spinnern speisen würde, die täglich vielleicht nur ein paar Kilometer fahren, weil sie eh zuhause sitzen und ihr Geld zählen? Das lohnt sich für einen Großserienhersteller schlicht nicht.

Wobei ich gerne einen Tesla S als Zweitwagen hätte. Als Erstfahrzeug taugt er für mich nicht. Ab und an muss ich eben doch zum Kunden und da kommen gut und gerne schon mal über 300 km am Tag zusammen. Viel Stau incl. Manchmal auch unvorhergesehen. Da passt der Tesla nicht für. Aber als Auto, um am Wochenende in die Stadt zu fahren, hätte ich ihn schon gerne.

Nur kostet der günstigste gebrauchte Tesla S derzeit leider 72K EUR. Da fahre ich am WE dann doch lieber weiter mit dem SL 500 in die Stadt 😉 Am liebsten offen! Und das kann der Tesla schon gar nicht.