Der kleine Jerko träumt ein wenig …

... aber nicht davon:

Sondern davon!

Aktuell gibt es bei mobile.de dieses phantastische Spielzeug zu erwerben:

Es ist ein SL 63 AMG mit dem „Wide Body“ Kit des SL 65 AMG Black Series, welchen es indes nie als Cabriolet gab, in einer – wie ich finde – saugeilen Farbe. Die Felgen sind ähnlich denen des Mercedes SLR-McLaren und vielleicht sogar Originale.

Und das Logo ist das von AMG!

Gerade einmal 53.000 km gelaufen und für 45.950 EUR brutto. Das macht für einen Selbständigen wie mich also nur 38.613 EUR netto. Steuerlich natürlich binnen drei Jahren komplett abschreibbar. Oder auch der noch bessere „Sale and Leaseback“ Trick: Ich kaufe die Kiste, zahle natürlich bar, verkaufe das Auto dann an meine Hausbank und lease es von ihr zurück. So setze ich die Leasingraten über drei Jahre hinweg von der Steuer ab und vereinbare einen guten Rückkaufwert, so wie ich es auch mit dem C63 AMG gemacht habe. Nach dem Rückkauf läuft das Autochen nochmals drei Jahre in der Abschreibung, so dass ich es im Endeffekt 6 Jahre lang von der Steuer absetzen konnte.

Jetzt wäre das feine Teil aber im Moment Auto Nummer 5, wenn ich den noch in Wiederherstellung befindlichen TVR Griffith einmal außen vor lasse. Und meine Garage wird leider vom derzeit nicht zugelassenen kleinen Flügeltier W201 2.5 16V blockiert, welches preislich momentan durch die Decke geht (es sind aktuell bei mobile.de überhaupt nur 14 Autos im Angebot). Den SL 63 aber könnte ich vermutlich echt nicht vor meiner Haustür unter der Laterne parken. Denn so etwas erregt – anders als der C 63 Rennpackesel – wirklich Neid. Das SL-Ding hat zwar nur 5 PS mehr als mein kleiner AMG, liegt aber optisch in der absoluten Supersportwagenliga. Da schwillt dem Normalbürger vor Neid einfach der Kamm und ganz schnell ist die Karre komplett verkratzt.

Deutschland ist schon ein komisches, von Neid zerfressenes Land. Hier in Kroatien freut sich der Tankwart jedes Mal wenn ich vorbeischaue. Und das ist nicht besonders oft, weil ich hier ja kaum fahre. Als Dank für seine Freude gebe ich auf der langen Gerade an seiner INA Tankstelle immer Vollgas im S-Modus. Dann schaltet das kleine Biest schlagartig bis knapp unter 7000 u/min und brüllt derart nach hinten raus, dass sich selbst ein T-Rex am liebsten sofort in irgendeiner Höhle verkriechen wollte. Der Tankwart mag halt den Sound des kleinen Monsters und ich tue ihm gerne diesen kleinen Gefallen.

Interessant übrigens, dass der C 63 Brabus meines besten Kumpels sich mit seinen 534 PS deutlich leiser anhören soll als mein kleines Spielzeug. Dabei wäre ich eher vom Gegenteil ausgegangen. Andererseits macht er aber immer noch deutlich mehr Krach als jeder Porsche 911, so dass der Kollege aus München damit dort gut leben kann. Und Mountain-Biker am Obersalzberg kann er immer noch ausreichend erschrecken, wie er mir letztens whatsappte:

M: Andere Arbeiten. Ich fahr ins Kempinski Obersalzberg für outdoor Spa und Relax und abends runter zum Schmaus ins Tal zu den armen Menschen ins Brauhaus zum Vollkitteln und Bierschütten. Dann blau mit dem AMG den Obersalzberg hoch zurück und sternhagelevoll bis mittags schlafen bis das Alpine Frühstück zur Mittagszeit den Gong schlägt 🥁
M: Hotel wird abgerechnet
J: Hehe. Offsite Workshop oder wie man das nennt 😂
J: Und gib es zu. Es macht den Berg rauf mit dem AMG einfach viel mehr Spaß. Und runter zur Kittelei sowieso!

<Bild von der Landstraße nach Mali Losinj mit Fahrradfahrern auf der Strecke>

M: Des is a Stilleben nach mei Gusto
M: Si genau. Am Nachmittag Mountainbiker zu Tode erschreckt 😬
J: Zack die Bohne 😂
J: Beides sauber! Langsam an die Mountainbiker heranfahren. Und dann direkt neben ihnen im S Mode voll auf den Pin treten. Und dann schauen ob noch einer von denen auf seinem Bike sitzt 😂🤣😂
M: Hahaha. Genau so wars. Rangeschlichen und dann Inferno.
J: Perfekt. Und glaub mir. Die hassen Dich dafür! 😂🤣😂
M: Beim nächsten mal werden dir dafür direkt überfahren.
M: die
M: Dirr Maann 😁
J: Nächstes Mal fahre ich hinterher. Und wenn die den Schock ansatzweise verkraftet haben setze ich noch einen drauf.😎😂🤣😂
M: Si. Am besten noch eine Handgranate rausrollen für den final Bumm ☝🏻
J: Das Auspuffknallen bei meinem reicht. Bin gespannt auf einen Sound Vergleich unserer Autos.
M: Wenn ich ein Rudel Flüchtlinge erwisch fahr ich drüber und schmeiß Granaten hinterher.

Ach liebe Leser, zu viel Besitz bringt irgendwann auch zu viel Verantwortung mit sich. Ich sage Ihnen jetzt mal was ein Mann m.p.E. nach wirklich braucht:

  • Ein ca. 50 qm Appartement mit einem Duschbad, einem großen Bett und einem großen Fernseher.
  • Ein Cabriolet und einen Kombi.
  • 3 Paar Chucks und 3 Paar handgefertigter Schuhe.
  • 3-4 Paar zeitlose Jeans.
  • Ausreichend Polos.
  • Wahlweise ein Flugzeug oder eine Yacht. Für beides hat man einfach keine Zeit.
  • Ab und an mal ein nettes Weibchen.

Würde ich meine kleine Youngtimerflotte (excl. TVR Griffith) irgendwann versilbern, so dürfte ich aktuell bereits bei niedrig geschätzten 50.000 EUR landen. Würde also genau passen, um sie sozusagen 1:1 gegen den SL 63 einzutauschen. Und jetzt kommt der erste Haken. Das Auto ist genau so wenig draußen parkbar wie es der kleine Greiff war (Verdeck aufgeschlitzt) und der R129 500 SL (Verdeck aufgeschlitzt) ebenso. Hier in Kroatien habe ich den R129 500 SL bei gutem Wetter tagelang über Nacht offen parken können. Bis auf Tannennadeln wurde ihm nichts angetan. Denn hier vergreift man sich für gewöhnlich einfach nicht an fremdem Eigentum.

Dann sind die Kroaten ein uraltes Kulturvolk. Sie wissen Schönheit zu schätzen und auch hier setzt sich die Oldtimerei inzwischen durch …

… wobei es hier natürlich weniger die Hochpreisklassiker sind, weil es sie früher ganz einfach nicht gab.

Aber es gibt noch einen viel größeren Haken, nämlich das sog. „Lieblingsautoproblem„!

Seit ich den C 63 besitze fahre ich praktisch nur noch ihn. Ab und an genusshalber noch den R129 500 SL. Und so sollte es auch bleiben. Der R129 ist ein automobiler Gentleman und als Cabrio leise und für alle heutigen Verhältnisse immer noch mehr als schnell genug. Er entspannt irgendwie. Er beruhigt, so ähnlich wie ein guter Madiran. Mit dem AMG hingegen bin ich stets irgendwie auf Koks und akustischen Krawall gebürstet. Es ist ganz einfach nicht möglich mit dem Ding NICHT schnell unterwegs zu sein. Reinsetzen, anlassen und Terror verbreiten. Das Heck wo auch immer es geht fitschen zu lassen und einfach dem genialen Sound der Vierflutigen lauschen. Selbst im allertiefsten Winter gilt folgendes Startprozedere:

Fahrertür offen lassen. Zündschlüssel umdrehen. WOW!!! Sitzheizung anmachen und anschnallen. Dabei dem endgeilen Bollern des kalten Auspuffs lauschen. Kurz bis 2.000 u/min Gas geben. GEIL!!! Tut dem Motor nicht weh, den Ohren der Nachbarschaft aber sehr wohl. Allerdings je nach Geschmack. Meine Nachbarin hält das für das schönste Weckgeräusch überhaupt. Nun die Tür zu und das Fenster ca. 1/5 nach unten. Ab da heißt es: Viel Spaß!

Aber zurück zur kroatischen Young/Oldtimerei: Interessanterweise habe ich schon seit Ewigkeiten keinen Golf I mehr hier gesehen, obwohl der seinerzeit zu Millionen in Sarajevo (TAS) gebaut wurde und mein Opa auch einen hatte. Mit dem sind Freunde und ich – ich 16 – mal gemeinsam nach Veli Lošinj abends in die Disko gefahren. Mit folgender Besatzung:

Meine Schwester, Forida, Anina, Sale, Matheo und noch ein Mädel – an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnern kann. Ich fuhr. Haben Sie durchgezählt? Macht sieben Leute in einem VW Golf I. Auf dem Rückweg – ich schon ziemlich blau – wurden wir am Ortseingang von Mali Lošinj von der Polizei angehalten. Der Polizist grinste nur breit und sagte: „pa meni se čini kao da vas ima previše u tom auto“ (Mir scheint, als ob es zu viele von Euch in dem Auto gäbe). Die überzähligen Passagiere musste also aussteigen, besonders der aus dem Kofferraum (Sale), und der Rest fuhr weiter. Ein paar hundert Meter später hielt ich an und wir fuhren gemeinsam ins Städtchen.

Tage später detschte ich am Borik einen deutschen Audi an und beging Fahrerflucht. Zu meiner Entschuldigung muss ich aber anmerken, dass ich es wirklich nicht bemerkt hatte. Der Arsch hatte mich mehr oder minder komplett zugeparkt und ich bin beim Anfahren mit der Ecke der hinteren Stoßstange minimal in seine Tür gerutscht. Wenn man in einem Golf I gerade am Berg Gas gibt bei schleifender Kupplung, dann hört man solch eine leise Kollision nicht. Fakt ist jedenfalls, dass meine Oma mich nicht verraten hat und mein Opa ebenso wenig. Beide wussten seinerzeit natürlich gar nicht, dass ich des Abends oft mit Opis Golf unterwegs war. Mit 16 wohlgemerkt. <ggg>

Raten Sie jetzt aber mal wer mir dann mit 18 meinen Führerschein finanziert hat. Genau, es war meine Oma!

Vielleicht lag es daran, dass ihr erster Mann – mein leiblicher Opa – Fahrrad-, Motorrad- und Autorennfahrer war…

4 Kommentare bei „Der kleine Jerko träumt ein wenig …“

  1. Dwarsdryver@online.de sagt:

    Was der Mann imho sonst noch braucht…
    …ne AR15, wahlweise ne SigSauer X-5, oder ne Holland&Holland Bockdoppelflinte, je nach Gusto und ausreichend Mun.

    1. Jerko Usmiani sagt:

      🙂 Ach was bin ich doch für ein harmloser kleiner Pazifist…

  2. Mahlzeit! Ich hoffe ja mal Du scherzt…was ne peinliche Karre. Jede Wette: vier der fünf Vorbesitzer stinken nach Esel. Und der vertrauenserweckende Gebrauchtwagenhändler garantiert den Kilometerstand. Schließlich hat er ihn ja selbst eingegeben😆

    1. Jerko Usmiani sagt:

      Geh!

      Optisch ist das Bodykit schon ned schlecht. Und es macht das Auto deshalb interessant, weil es nach heutigen Maßstäben damit als „verhunzt“ gilt. (Und damit billiger ist, was mich jetzt aber nicht gerade interessieren würde, weil ich es ja behalten wollte).

      Jetzt schau aber mal hier:

      https://suchen.mobile.de/fahrzeuge/details.html?id=253044457&damageUnrepaired=NO_DAMAGE_UNREPAIRED&isSearchRequest=true&makeModelVariant1.makeId=17200&makeModelVariant1.modelDescription=560+sec&pageNumber=4&scopeId=C

      Der wird auch gut weggehen.

      Andererseits kostet es wohl im EK kaum was, siehe: https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/mercedes-sl-230-amg-63-65-black-series-bodykit-umbausatz-widebody/607239881-223-1854.

      Ist aber erkennbar nicht das Body-Kit von AMG selbst.

      Dazu muss man jetzt aber noch eine TOP-Lackierung draufrechnen. Und die kostet gut und gerne um die bis zu 6K EUR. Zumindest wenn man gute Lackierer kennt …

      Für die „Behaltenwoller“ hat das Auto also durchaus seinen Charme. Ich allerdings mag lieber meinen R129 500 SL behalten, womit der SL in Supersportwagenoptik bereits durchs Raster gefallen war.

      Aber Du liest mich ja nie wirklich zu Ende, mein fränkischer Freund aus der unterzylindrierten Heckmotorfraktion! 😉

Kommentare sind geschlossen.