Dubrovnik – Der Drehort von „Game of Thrones“ und Weltkulturerbe

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Dubrovnik wird, ebenso wie Rovinj, gerne als „die Perle der Adria“ bezeichnet. Ist aber eine Stadt gänzlich anderen Charakters. Dubrovnik sollte endlich Eintritt von seinen Besuchern verlangen!

Ich war vor einigen Jahren mit einem guten Freund zum Tauchen da. Wir wohnten einige Meter vom nahe Dubrovnik gelegenen Örtchen Mlini entfernt, wo sich die Tauchbasis Aquarius befand. Diese ist sehr empfehlenswert, da sie über einen 19m Katamaran verfügt mit dem man den ganzen Tag unterwegs ist, auf dem man von dem netten Familienteam bekocht wird und stets Platz genug für sich selbst findet, um z.B. zwischen den Tauchgängen auch mal ein wenig zu lesen. Der Preis für unsere Unterkunft (Marnic Appartements in Soline) war vergleichsweise gepfeffert. 90 € / Tag für ein ca. 20 qm Appartement mit schönem Balkon, kleiner Küche und Dusche. Für so etwas zahlt man in Mali Losinj vielleicht 45 €. Aber Dubrovnik ist eben Dubrovnik!

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Mehr hat mich – ehrlich gesagt – genervt, dass ich dort so etwas wie eine „griechische Mentalität“ festzustellen meinte. Wie immer, wenn es „von alleine“ läuft lässt die Servicebereitschaft offenbar nach. So sollte ich mir frische Laken bei den Gastwirten abholen. Ich habe der Dame des Hauses dann mal unter Landsleuten etwas gepfiffen und danach lief die Sache rund. Aber es hätte gar nicht erst soweit kommen dürfen! Ansonsten ist es eine gute Unterkunft gewesen. Geht man die Zufahrt bis zur Hauptstraße hoch, findet sich direkt gegenüber ein wirklich brauchbares Restaurant. Wir waren praktisch jeden Abend dort essen und es war stets gut. Einfache kroatische Küche natürlich, also nichts für die Geissens 😉

Dubrovnik wäre für mich als „normalen“ Touristen der pure Horror. Es ist z.B. nahezu unmöglich einen Parkplatz zu finden. Ich habe das seinerzeit so gelöst, dass ich mit dem Auto direkt vor die Schranke des Parkplatzes unmittelbar beim Stadttor fuhr, aus dem Auto sprang und den völlig verdutzten Parkplatzwärter in fließendem Kroatisch fragte, ob ich dort so lange stehenbleiben dürfe bis jemand den Parkplatz verlässt. Der Schrankenwärter grinste ob meiner deutschen Kennzeichen über die ganze Gesichtsbreite und ca. 15 Minuten später hatte ich meinen Parkplatz. Weitere deutsche KfZ, die sich hinten anstellen wollten, wurden indes alle weitergewunken. Bei aller Liebe für die Gäste gilt auch in Kroatien noch der Heimvorteil 😉

Betritt man dann die Altstadt von Dubrovnik, so kommt man sich vor wie in einem Bienenstock. Überall stehen Guides die Schilder hochhalten und gefühlt hunderttausende von Touristen aller Nationalitäten wimmeln auf den „Hauptstraßen“ herum. Wer schon einmal im Sommer in Venedig war, der weiß was ich meine. Allerdings erschien mir in Dubrovnik die Zahl der Kreuzfahrer noch größer. Vermutlich weil Dubrovnik die besseren logistischen Bedingungen bietet. Während unseres Aufenthaltes waren vier Cruiser ungefähr folgenden Kalibers dort:

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Aber wer in Venedig clever war, der wird auch in Dubrovnik keinen Fehler machen. Denn abseits der Trampelpfade ist es ein vergleichsweise ruhiges Örtchen. Da wir Hunger hatten machten wir uns sozusagen „um die Ecke“ und suchten uns ein ruhiges von den Kreuz(fahrt)rittern weitestgehend verschontes Restaurant. Wir fanden das Wanda welches mir als Landsmann schon deshalb sympathisch war, weil es keinen der gängigen touristischen Namen hatte. Den positiven Bewertungen von Tripadvisor schließe ich mich uneingeschränkt an!

Dubrovnik ist traumhaft schön, keine Frage! Aber es ist einfach zu schwer dort hineinzugelangen. Und wenn man es einmal von der Seeseite aus gesehen hat sowie auch von der Landseite, dann reicht das auch. Es ist für sich betrachtet ein Gesamtkunstwerk. Aber ebenso wie Disneyland der Flair des Authentischen fehlt, wie dies auch bei Venedig zur Peak-Season der Fall ist, leidet auch Dubrovnik einfach an einem „Zu Viel“ an Tourismus. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man den wahren Charme der Stadt erst Ende September / Anfang Oktober wirklich erfahren kann. Denn das ist selbst bei Mali Losinj nicht anders. Erst wenn der Großteil der Touristen wieder weg ist, kommt die wahre Schönheit der stärker frequentierten kroatischen Orte zum Vorschein. Und diese liegt in dem ungemein interessanten Gemenge aus wunderschöner Natur, der venezianischer Architektur, dem mediterranen Klima, dem guten Essen und der kroatischen Gelassenheit.