Ein offener Brief an Herrn MdB Cem Özdemir

Warum arbeiten Sie nicht an der Integration?

Sehr geehrter Herr Özdemir,

Sie sind ein mir liebes Beispiel für einen integrierten Türken hierzulande. Und im Gegensatz zu Ihrer Kollegin Frau Özoğuz haben Sie uns Deutschen ja auch nicht unsere spezifische Kultur abgesprochen. Ich muss Sie fairerweise darüber aufklären, dass ich gar kein “Biodeutscher” bin, sondern kroatischer Kanacke vom Balkan. Jedenfalls gebürtig. Beide Eltern sind Kroaten und entstammen der kroatischen Bildungselite.

Ihr Vater war einfacher Arbeiter und ihre Mutter war in der Türkei Lehrerin, konnte diesen Beruf hier aber nicht ausüben und eröffnete daher eine Änderungsschneiderei. (https://de.wikipedia.org/wiki/Cem_%C3%96zdemir#Ausbildung_und_Beruf). Mein Vater ist Dr. der Medizin und meine Mutter studierte Jura. Als mein Vater sie heiratete brach sie ihr Studium ab und kam 1970 mit mir nach Deutschland. Da war ich gerade zwei Monate alt. Bei Ihnen vermute ich, dass Ihr Vater Ihre Mutter in der Türkei schwängerte und sie 1964 bereits mit Ihnen im Bauch nach Deutschland kam.

Ich ziehe meinen Hut vor Ihrer Frau Mutter, die sicherlich nicht Änderungsschneiderin wurde, weil Ihr Herr Papa Geld im Übermaß verdiente. Und mit diesen – fleißigen – Eltern ist ja aus Ihnen auch ein recht erfolgreicher Mensch geworden, der heute schön auf Kosten des Steuerzahlers leben kann.

Immerhin haben Sie nach einer Ausbildung zum Erzieher auch noch Sozialpädagogik studiert. Wobei ich jetzt leider nicht herausfinden konnte, wer Ihnen das Studium finanziert hat. Ich vermute – da Sie bereits 1981 bei den GRÜNEN eingestiegen sind – dass Ihre erst 1987 abgeschlossene Lehre (Erzieher) und ihr erst 1994 abgeschlossenes Studium maßgeblich von der Partei mitfinanziert wurden. Sie sind bekanntlich 1965 geboren und schafften es erst im Alter von 22 Jahren Ihre Ausbildung zum Erzieher zu beenden. Dabei haben Sie nur die mittlere Reife, wo also haben Sie die Zwischenzeit “vertrödelt“?

Beim “Bund” jedenfalls garantiert nicht!

Ab 1987 war Özdemir als Erzieher in einem Jugendzentrum in Reutlingen und als freier Journalist für den Reutlinger General-Anzeiger und ein Lokalradio tätig.[8]

Aber ich mag Ihnen nicht Unrecht tun, vielleicht haben Sie sich ja als freier Journalist in Ihrer Freizeit das Geld für das Studium dazuverdient. Ich muss gestehen, dass ich meinen Zuverdienst seinerzeit schlicht versoffen habe. Es war weit mehr als ein guter gebrauchter 993 911er. Aber ich möchte die Zeit trotzdem nicht missen!

Jedenfalls sind wir beide in Deutschland “angekommen“. Sie schwäbeln etwas und ich spreche Hochdeutsch. Aber das lege ich Ihnen nicht zum Nachteil aus. Denn ich bin halt unter Professorentöchtern groß geworden und Sie waren nur Realschüler. Hauptsache ist, dass Sie ein zweifelsfrei perfekt integrierter Türke sind und damit ebenso ein Deutscher wie ich, denn allein darum geht es in diesem offenen Brief an sie. Oder würden Sie sagen, dass Ihre Kinder – die Sie mit einer Argentinierin haben – irgendwann ihr Herz für die Türkei neu entdecken und plötzlich als in Deutschland lebende Multikultimischlinge beginnen könnten Kopftücher zu tragen, oder sich gar täglich mehrfach gen Mekka in den Staub zu werfen?

Sehen Sie hinsichtlich Ihrer Kinder diesbezüglich auch nur die allergeringste Gefahr? Und – natürlich – muss ich Sie das fragen: Ist Ihre Frau auch zum Islam konvertiert? Dazu konnte ich im Internet leider keinerlei Infos finden. Aber Sie wissen doch hoffentlich, dass der Islam es doch gebietet, dass die Frau konvertiert? Oder etwa nicht?!

Werden Ihre Kinder (Eine ältere Tochter und ein jüngeres Brüderchen) auch im islamischen Glauben erzogen? Wird dem Söhnchen beigebracht, dass er in Abwesenheit des Vaters das Wort zuhause führen darf, bzw. sogar muss?

Nun, Sie haben sich selbst mal als “säkulären Muslim” bezeichnet (http://www.spiegel.de/international/germany/letter-from-berlin-a-turk-at-the-top-a-584300.html). Was aber genau ist das?

But his Turkish roots help to define him as well. The son of guest workers, his books have titles like “Currywurst and Döner,” “I am a Native” and “Turkey.” He decided to run for the national parliament after a 1993 arson attack in Solingen killed five Turkish women and children, he says, “in order to help symbolize that things are changing, just by having a foreign-sounding name, a name which doesn’t sound like a typical German name.”

Nun, mein Name hört sich auch nicht gerade typisch Deutsch an. Und ich esse sowohl Currywurst als auch Döner. Sie sind bekanntlich Vegetarier. Wie haben Sie das mit “Currywurst und Döner” daher gemeint? Ich kann es mir nur so erklären, dass sie mit Currywurst die Deutschen meinen und mit Döner die Türken. Ich habe aber bislang keines Ihrer Bücher gelesen. Und trotzdem sträuben sich mir die Haare davor, weil “Currywurst und Döner” genauso dumm abgrenzend ist wie “Currywurst oder Döner“. Mir wäre “Currywurst mit Döner” deutlich lieber gewesen. Vermögen Sie mir da sprachlich intellektuell noch zu folgen? Ich bin ja Volljurist und Sie sind nur Politiker einer inzwischen Splitterpartei. 😉

Vielleicht setzen Sie Kommata sogar noch korrekter als ich. Vielleicht sind Sie als Schwabe noch “Deutscher” als ich. Ich bin Vermieter einer Wohnung in Ludwigsburg-Hoheneck. Ich weiß sehr wohl um die Correctness der Schwaben. Ich sage nur: “Kehrwoche“!

Aber warum rufen Sie Ihre Landsleute, die sich nunmehr über Generationen hinweg nicht integriert haben, sondern immer zuvorderst noch Türken sind, nicht endlich einmal dazu auf “Deutsche” zu werden? Wissen Sie, mir ist das gar nicht schwer gefallen. Und ich spreche sicherlich noch deutlich besser Kroatisch als die meisten der Deutschtürken inzwischen Türkisch. Ich werde hier in meiner kroatischen Zweitheimat von meinen Landsleuten auch nicht beschimpft – weil ich in Deutschland ein Verlierer bin – sondern eher – still und heimlich – darum beneidet, dass ich es in Deutschland zu einem gewissen Wohlstand gebracht habe. Wie vielen Deutschtürken aus den jüngsten Verlierergenerationen geht es wohl auch so?

Die Generation Ihrer Eltern war fleißig und passte sich an. Meine liebe Änderungsschneiderin ist – raten Sie mal – Türkin. Ich bringe meine Jeans zu ihr, damit sie diese immer wieder aufs Neue flickt. Sie bestehen inzwischen mehr aus Ihren Flicken, denn aus dem Originalstoff. Aber ich liebe diese unglaublich freundliche Frau einfach für Ihre mütterliche Art und dafür, dass – egal wie lange ich nicht mehr bei ihr war, was schon mal Jahre gewesen sein können – sie immer noch meinen Nachnamen kennt. Schande über mein Haupt, ich kenne den ihren nicht. Ich spreche sie stets mit gnädige Frau an. Und vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass sie an ihrer Änderungsschneiderei schlicht kein Namensschild hängen hat. Sie spricht jedenfalls absolut einwandfreies Deutsch.

Ihr Mann ist aber ein Problem. Denn er spricht absolut miserables Deutsch. Und das möchte ich Ihnen gerne aufzeigen, lieber Herr Özdemir. Er hat vor einiger Zeit einen Schuhmacherladen direkt neben ihrer kleinen Änderungsschneiderei eröffnet. Der Raum stand viele Jahre leer und ich vermute, dass sie ihm den Laden finanziert. Ich machte einmal den Fehler meine handgefertigten Schuhe von Majstor Igrec aus Zagreb dorthin zu bringen. Der dumme Türke klebte einfach nur drauf los, als seien es billige Asischlappen wie sie üblicherweise Türken tragen. Wissen Sie, werter Herr Özdemir, als Mann habe ich ein Faible für gutes Schuhwerk. Und ich habe in Deutschland noch nicht einmal bei türkischen Unternehmern solches feststellen können.

Zurück zur “Schusterei“:

Das hätte ich mit einem Stück Leder und Pattex mindestens ebenso gut hinbekommen. Mein Vater reparierte – selbst als Chefarzt der Chirurgie – seine Schuhe stets selbst. Incl. des Klebens neuer Sohlen. Sein Vater war Architekt und kroatischer Offizier. Dummerweise war er zweimal in der gerade unterlegenen Armee und musste so die Existenz der Familie als Schuster sichern. Und trotzdem schaffte er es damals die Villa Jerka auf Pag zu bauen.

Bei dem Turkvogel lasse ich jedenfalls künftig nur noch meine Sohlen kleben. Da kann er kaum was falsch machen. Hoffentlich!

Und ich tue es letztlich auch nur seiner lieben Frau zuliebe.

Wissen Sie übrigens woran man den Unterschied zwischen einem guten Schuster und einem “Sohlenkleber” ausmachen kann? U.a. an dem Zubehör! Denn wenn das fehlt, dann taugt der Schuster nichts!!!

Denn ein handgefertigter Schuh geht ohne Schuhspanner schlicht vor die Hunde!

Der Schuhspanner ist natürlich nicht “State of the Art” und in Deutschland habe ich ganz andere.  Aber hier habe ich den Schuh eigentlich auch nur für den Fall, dass meine Oma (99) verstirbt. Denn einen dunklen Anzug in Rijeka oder Zagreb bekomme ich allemal sofort.

Handgemachte Schuhe von Majstor Igrec aber eben leider nicht!

2 Kommentare

  1. Lieber Jerko, ich versuche stets, ihre Lebensweise, zumindest teilweise, nach zu machen. Habe soeben einen leckeren T-bone steak in einem hervorragenden Hotel an der polnischen Ostseeküste verspeist. Und da sehe ich die nicht von Gedanken getrübten Gesichter der Claudia Fatima und des kompletten Debil , Herrn Ö.

    Mein Genießungs- und Verdauungsprozeß wurden hierdurch empfindlich gestört 🙂

    1. Hallo rzwierz,

      viele Grüße ins schöne Polen. Ich bedauere, dass mein Beitrag Ihrer Verdauung abträglich war. Hoffe aber, dass Sie Ihr Steak dennoch genießen konnten. Jedenfalls werden Fatima und Mehmet in Polen nie massenweise Fuß fassen. Herzlichen Dank übrigens an die Polen für Johann III. Sobieski. Richten Sie Ihren werten Landsleuten bitte meine allerbesten Wünsche und Grüße aus.

      Jerko Usmiani

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