un día típico en la isla – tipičan dan na otoku

Vom Alltag eines notorischen Faulenzers

Der Usmiani – dieser üble Volksverhetzer – der hat es gut!

Der kann den ganzen Tag am Strand liegen oder mit dem Mountainbike auf irgendwelchen schönen Inseln herumgurken. Der kann den ganzen Tag in irgendwelchen Restaurants sitzen und aufs Meer schauen. Und bei so viel Tintenfisch, wie der da unten auf seiner kleinen Insel schon gegessen hat, sind dem bestimmt schon sechs weitere Arme gewachsen, wie einer meiner lieben Leser so schön mutmaßte.

Aber, wie man am Beitragsbild zu erkennen vermag, ist auch hier manchmal nicht ganz so schönes Wetter. Zwar regnet es nur selten und auch wenn es wolkig ist hat es über 20 Grad. Selbst wenn die Sonne hier nur so vom Himmel knallt, wird es kaum je so schwül und drückend warm wie in Deutschland, weshalb ich die Klimaanlage hier seltener betreibe als im deutschen Sommer. Und wenn es mir hier mal zu warm wird, dann setze ich mich einfach in das klimatisierte Auto und beschalle die Insel mit dem unnachahmlichen AMG V8 Donnergrollen des größten jemals in eine Mittelklasse implantierten Saugmotors. Wobei „Saufmotor“ bei meinem aktuellen Inseldurchschnittsverbrauch von knapp 23 Litern/100 km jetzt auch gut gepasst hätte. <ggg>

Ja, ich könnte hier so viele schöne Dinge machen jeden Tag. Aber das Problem ist es doch, dass die dann auch irgendwann langweilig würden. Also muss ich mir die Vergnügungen hier auch ein wenig einteilen. Die Tage werde ich mal mit dem AMG nach Rab fahren. Vielleicht bleibe ich da auch ein paar Tage. Auch nach Zagreb müsste ich, denn meine Sonnenliegen fangen langsam an zu rosten. Na ja, die waren damals ein 59 EUR Sonderangebot bei IKEA, den es noch nicht in Kroatien gab.

Diese Liege habe ich aktuell im Auge:

Da aus Alu praktisch unverwüstlich. Ich habe schließlich keine Lust den Krempel immer reinholen zu müssen, wenn ich mich kurzfristigst für die Abreise entscheide. Und ich brauche keine zusätzlichen, bescheuerten Auflagen/Kissen dafür. In Zagreb werde ich mir eine Übernachtung im Esplanade gönnen, wo man übrigens auch exzellent zu Abend essen kann.

Ansonsten war ich dieses Jahr noch nicht in der Konoba von Lubenice zur gegrillten Lammleber mit massig Knoblauch. Und in der Konoba von Beli habe ich überhaupt noch nie gegessen. Gerade dort soll es aber laut eines Kunden und lieben Freundes sehr gut schmecken. Vor allem aber soll die Dame des Hauses ihrem – dem Biere zugeneigten – Herrn Gemahl ggü. sehr resolut sein, was für weiteren Spaßfaktor sorgen könnte …

Jedenfalls: Mein normaler Alltag hier ist nicht der eines Urlaubers. Natürlich muss man jeden Tag am Strand liegen oder irgendwas ganz Dolles unternehmen/erleben, wenn man z.B. zwei Wochen irgendwo gebucht hat, weil man eben nur sechs Wochen Jahresurlaub hat. Da mein ganzes Leben aber weitestgehend aus Urlaub besteht, verbringe ich eben auch völlig „normale“ Tage in meinem Inseldomizil, so wie die Einheimischen hier ja auch nicht den ganzen Tag faul am Strand herumliegen. Andererseits: Die müssen für ihr Geld ja noch arbeiten, und ich eben nicht mehr.

Vorgestern bin ich z.B. um 06.30 aufgewacht, weil ich – mal wieder – auf der Wohnzimmercouch eingepennt war. Und da weckt mich dann morgens immer die Sonne. Also ab ins dunkle Schlafzimmer und bis 11.30 Uhr hier weitergepennt.

Vielleicht derzeit die einzigen Skier auf der ganzen Insel …

Dann mehr oder minder pünktlich zum Mittagessen aufgestanden. Ich trank ein Glas Bolero Grapefruit. Das ist dieses geniale Getränkekonzentrat, welches man inzwischen auch in Kroatien bestellen kann: http://bolerodrinks.com.hr/ und ging danach runter ins Städtchen, um mir den SPIEGEL zu kaufen. In der Fischhalle (Ribarnica) photographierte ich dieses Prachtexemplar von einem bildhübschen Seeteufel …

… welchen ich aber leider nicht zuzubereiten in der Lage bin. 🙁

Und noch ein paar – vermutliche – Charteryachten:

Natürlich hätte ich im Städtchen essen gehen können. Aber irgendwie muss ich mir ja auch meine Zeit sinnvoll vertreiben. Also kochte ich selbst.

Ich schnippelte mir Frühlingszwiebeln und zwei Fleischtomaten in die Pfanne. Dazu schnitt ich ein paar schwarze Oliven klein und gab noch eine Dose adriatischer Sardinen in Öl dazu, sowie etwas rotes Pesto aus dem Lidl. Dazu Spaghetti und fertig ist ein schmackhaftes und vor allem spottbilliges Essen.

Wie, kein Knoblauch, werden Sie sich jetzt vielleicht fragen. Nein, die bescheuerten Heinis im Lidl verkaufen keinen, ich hatte schon Probleme rote Zwiebeln zu finden. Ich muss die Tage mal in einen echten kroatischen Supermarkt.

Ich ging durch meinen Flur …

… zu meinem „Arbeitsplatz„, wo ich meine Nudeln aß.

Danach schaute ich kurz in den Garten, wie es den Olivenbäumen so geht …

… und dachte daran, dass ich wieder zum  muss, weil ich nur noch 2 Liter Graševina hatte und die garantiert leer würden.

Der Lidl liegt direkt über dem  und natürlich werde ich dorthin mit der Spritvernichtungsmaschine fahren, denn er hat eine eigene Tiefgarage – der Lidl -, welche für die Dauer des Einkaufs kostenfrei ist.

Bei gutem Wetter würde ich hier in der Sonne liegen und ein Buch lesen …

… aber bei schlechterem Wetter faulenzt es sich auch hier sehr angenehm herum:

Sollten Sie sich über die Kuckucksuhr oder die anderen Dekogegenstände wundern. Nein, das ist nicht mein persönlicher Geschmack. Es sind Sachen, die von meinen Großeltern stammen, denen die Wohnung ja früher gehörte. Sie erinnern mich an die vielen schönen Urlaubswochen, die ich als Kind mit ihnen in dieser Wohnung verbracht habe, weshalb der Flur oben auch so eine Art kleines Privatmuseum für mich ist. Besonders den uralten Steinboden würde ich niemals austauschen lassen.

An einen – geradezu epochalen – Spruch meines – angeheirateten – Großvaters erinnerte ich mich gerne noch bis heute.

bježite iz puta. reduša je vrlo ljuta.

Übersetzt bedeutet es ungefähr: „Lauft weg! Die Zugehfrau ist ziemlich sauer!!!

So, da wissen Sie nun mal wie der ehemalige Chefarzt der Uniklinik Zagreb uns Kindern gegenüber über meine Großmutter – Doktorin der Chemie – sprach, wenn diese einmal aufbrauste. Er zockte, rauchte mit seinen Kumpels Zigarren und soff u.a Cognac. Stets hatten sie getrennte Wohnungen! Und trotzdem haben sich die beiden heiß und innig geliebt. Ich vermisse diesen Mann bis heute unendlich. Er hat mich als Kleinkind mal hier im Inselstädtchen einfach „vergessen“ und kam ohne mich nach Hause. Meine Mutter ist beinahe gestorben vor Angst.

Auch versuchte er mich stets beim Schachspiel zu bescheißen. Sobald ich von der Toilette zurückkam, standen alle Figuren anders als zuvor. Aber so und nicht anders kitzelt man die Intelligenz eines kleinen Kindes heraus!

Hvala Barba Ivek! Nikad te neću zaboraviti!!!

Meine Eltern haben mir seinerzeit nach seinem Tod den Vorwurf gemacht, dass ich nicht zu seiner Beerdigung anreisen konnte. Ich konnte es nicht, weil ich sonst mein Jurastudium in die Tonne hätte kloppen müssen. So ist es leider mit dem deutschen Jura-Studienrecht, wenn man halt schon ein paar Mal zu oft bei irgendwelchen hirnrissigen AG´s blau gemacht hat.

Aber so ist es eben in Deutschland. Und schließlich konnte ich den Tod meines geliebten – angeheirateten – Opas ja dummerweise auch nicht terminlich voraussehen!

Er verstarb binnen weniger Wochen. Er litt nicht und er wird mir Zeit meines Lebens in Erinnerung bleiben. Ich brauche weder die Erinnerung an seine Beerdigung, noch die Kenntnis davon wo sein Grab steht, um mich an ihn zu erinnern. Er war der beste Mensch, der mir in meinem ganzen Leben begegnet ist. Heute Abend sitze ich in der Wohnung, die er seinerzeit gekauft hat. Und erinnere mich an ihn.

Aber lassen wir das!

Sentimentalität ist nicht gerade mein Ding. Jeder muss irgendwann gehen und dann ist es auch gut!

Zurück zur Wohnung: Die Couch ist ein Kompromiss, weil es hier auf der Insel nichts Besseres zu kaufen gab.

Natürlich schaute ich – wie üblich – die nachmittäglichen „The Big Bang Theory„-Folgen und machte pünktlich zu „taff“ ein kleines Nickerchen. Ebenso pünktlich um 18.00 Uhr kredenzte ich mir das erste Glas Weißwein.

Vor den Zeiten des schnellen Internets hätte ich mit der Abendgestaltung echt Probleme gehabt. Im deutschen TV kam nur wirklich ausgesuchter Kernschrott, z.B. der Bericht vom evangelischen Kirchentag 2017, der aber ganz ohne Terroranschlag keinen weiteren Reiz auf mich ausübte. Kroatisches TV schaue ich nur zur Basketball- oder Waterpolo-WM und eine Videothek mit internationalen Filmen gibt es hier sowieso nicht. Also schwups bei movie4k.to „Kong – Scull Island“ heruntergeladen. Da mein Philips 46″ TV so ziemlich jedes Dateiformat von USB abzuspielen vermag, war der Heimkinoabend also gesichert.

Dabei dachte ich daran, wie viel Platz für eine Frau an diesem – erneut schönen – Tage in meinem Leben übrig gewesen wäre. Die „alternativverkehrende“ Anwaltsbitch mit einer Vorliebe für orale Spermienentsorgung hätte ich morgens vielleicht einmal ausgiebig durchgenommen. Aber wäre es das wert gewesen, dass sie mir dann den Rest des Tages auf den Keks geht, so wie sie es seinerzeit schon tat als sie mal hier war? Es ist ja ok, wenn man eine Frau ein-, zweimal die Woche sieht (und bürschtelt). Aber wenn man sie dauerhaft um sich hat, sie zudem nicht kochen kann und auch wirklich nur zum Ficken zu gebrauchen ist, dann nervt so ein Weibsstück einen irgendwann bloß ungemein.

Was könnte sie hier auch schon machen? Sie kennt die Insel nicht, spricht die Sprache nicht und hätte daher dauernd von mir bespaßt werden wollen. Und trotzdem werden die Hühner selbst dann schnell unzufrieden, weil sie ja nicht ihrem erbärmlich bezahlten Job nachgehen können, wenn sie auf den Mannes Kosten leben (müss(t)en). Sie begreifen dann nämlich erst ihre eigentliche Nutzlosigkeit in deren ganzem, grausamen und ungeschönten Ausmaße. Sie sind allein für den Geschlechtsverkehr gut. Und zu sonst nichts!

Weder brauche ich jemanden, der sich um den Garten kümmert, noch brauche ich die – wenig geistreichen – Gespräche mit einer Frau. Worüber soll ich mit ihr reden, wenn ich keine Kinder habe und auch sonst keine gemeinsamen Verpflichtungen. Etwa über Politik, sind die allermeisten Hühner doch leider schwer links angehaucht, weil das Soziale doch so schön korrekt ist. Frauen neigen dem Gutmenschen-Mainstream weitaus mehr zu als wir Kerle.

Jetzt wäre ein cleveres, junges Ding ja eine feine Sache, mit der man dann einfach die ganze Zeit herumreist oder die so schlau ist zu kapieren, dass ein Leben ohne Arbeit immer schöner ist als ein Leben mit Arbeit. Das bekommen Sie aber einer berufstätigen Frau – befürchte ich – nicht mehr eingetrichtert, weil sie ihren einzigen Nutzen – sofern kinderlos – ja in ihrem Beruf sieht.

Egal. Ist nicht – mehr – mein Problem!

Ich habe einfach nur wieder einen wunderbaren, ruhigen, stressfreien und insgesamt schönen Tag eines Lebens ohne Arbeit verbracht. Wie viele Frauen können das wohl heute von ihrem Tag behaupten?

4 Kommentare

  1. Herrlich, einfach erfrischend! Einmal ein Tag ohne das leidige Flüchtlingsthema. Heute indes kann ich auch etwas positives beitragen. Wir haben ein wunderschönes Wochenende, morgen machen wir eine Tour mit dem E-Bike und am Sonntag geht es in das Olympia Schwimmbad von Seefeld (ganz ohne Asylanten, da viel zu teuer).
    Um mal etwas freches anzumerken: um diesen wunderschönen oben abgebildeten Fisch zu verspeisen,wäre es doch eine Überlegung wert,sich eine Frau zuzulegen (breitgrins).

    1. Jerko Usmiani sagt: Antworten

      Viel Spaß in Seefeld!

      Ich bin mit meiner Studienliebsten seinerzeit mal von Garmisch nach Kroatien gefahren. Da haben wir in Seefeld übernachtet. Kann mich an das Hotel leider nicht mehr erinnern. Aber was soll ich sagen? Wir waren jung, verliebt und arm wie die Kirchenmäuse mit einem BMW E39 520i als Firmenwagen. (ggg)

      Haben Sie eventuell eine hübsche Tochter, die gut Fisch zubereiten kann? (sehrbreitzurückgrins)

  2. Hallo Jerko,

    yes, habe eine Tochter. Leider ist die Frage, ob sie Fisch kochen kann, mittlerweile vollkommen irrelevant. Sie heiratet nämlich in diesem August einen Kroaten ;))))

    1. Jerko Usmiani sagt: Antworten

      Rehallo Charles,

      sie hätte es – natürlich nur aus meiner rein persönlichen Sicht – durchaus schlechter treffen können. Wünschen Sie Ihrem Fräulein Tochter bitte unbekannterweise von Herzen alles Gute. Frage mich jetzt in dem Zusammenhange gerade nur, wer wem da wohl die Zubereitung von Monsterfischen beigebracht haben wird…

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