Ein wenig zum Thema Wein und Frauen von einem passionierten Rotweintrinker

Ich bin ja bekanntlich ein kroatisches Gewächs. Weshalb ich quasi eine genetische Prädisposition zum Rotweinkonsumenten habe. Deshalb muss ich auch immer irgendwie grinsen, wenn sich manche Mittel- oder Nordeuropäer über Weine austauschen. Das wäre in etwa so als würden wir Kroaten Vorlesungen über die Konstruktion von Autos halten. Sorry, aber so wie wir keine vernünftigen Autos bauen können, können die Mitteleuropäer keine vernünftigen Weine anbauen. Was sie produzieren ist Plörre wie Riesling, Veltliner, Zweigelt, Trollinger oder Dornfelder. Gut genug für Weinfeste, um sich damit die Hucke zuzuhauen. Aber kein Wein im eigentlichen Sinne. Und für die zahlen sie sich zudem dumm und dusselig im Glauben daran wirkliche Qualität zu erhalten.

So wie meine Ex, die Fachanwältin für Spermaverkostung und Hardcore-Sex …

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… für ihren „The very sexy Shiraz“ (ca. 14 EUR). Kein schlechter Wein. Aber vielleicht 3 EUR für den Wein und 11 EUR für Flasche und Etikett sind schon Ausweis ziemlicher Dummheit. Kein Wunder, dass die Frau auf keinen grünen finanziellen Zweig kommt und deshalb noch nicht einmal in Eigentum wohnt. Viel Spaß auch noch mit der kommenden Altersarmut.

Wers die spinnerten Österreicher mit ihren langweiligen – weil  durchweg flachen – Weinen mal live und in höchster Vollendung erleben will, der fahre ins Sporthotel Neustift im Stubaital (http://www.sporthotel-neustift.at/kulinarik/weingenuss/#main) und lasse sich vom alten Rudi Pfurtscheller einmal bequatschen. Ganz a netter Burschi, aber machts oan Bohai um seinen Weinkeller, Jessas, Maria und Josef! Ansonsten ein tolles Hotel, vielleicht das beste im Stubaital. Cool ist im Winter der Außenwhirlpool.

Wer Rotweinafficionado ist, der trinkt kaum was unter 14%. Die aber schafft kaum eine nördliche Rotweinsorte. Kein Wunder, gibt es einfach nicht genug Sonne, wobei das in Zukunft aber bekanntlich besser werden soll 🙂 Wobei es indes erst ab 14% wirklich Spaß macht. Und das wäre dann z.B. ein gut ausgebauter kroatischer Plavac Mali, der bis zu 18 Umdrehungen erreichen kann. Sowas nenne ich einen Wein. Ginge es mir allein um den Geschmack, dann könnte ich auch Traubensaft oder Weißwein trinken.

Jetzt gibt es ja immer noch irgendwie die Mär, dass Rotweine aus Massenanbau nichts taugen können. So gibt es in Frankreich das Prinzip der Crus. Dieses entstammt noch einer Zeit, in der es weder schnelle Transportmittel noch Kühlung gab. Und so ist ein Grand Cru eben die Lage gewesen, die dem nächsten Kelterbetrieb am nächsten gelegen war. Mit der Qualität der Trauben hatte das also schlicht gar nichts zu tun. (Ich habe es seinerzeit im Internet in einem englischen Essay über die europäische Vinifikationskultur gelesen – ist eine nur wenig bekannte Tatsache). Das italienische DOCG jedenfalls ist ebenso wenig ein Qualitätsverprechen wie „Champagner“. Denn ebenso wie der letzte Traubenmüll als Champagner verkauft werden darf, solange er nur aus der Region stammt, dürfen z.B. der Chianti oder der teils völlig überschätzte Barolo als ebensolche verkauft werden. Hauptsache sie stammen aus der Region, die ihren Stempel: „Denominazione di Origine Controllata e Garantita“ drauf gesetzt hat. Und hierin liegt ein Problem vieler „Weinkenner“. Sie wissen nicht, dass so manch einfachster italienischer oder auch kroatischer Landwein ohne jede Herkunftsgarantie ein deutlich besserer Wein sein kann als ein vermeintliches Hochgewächs. Das habe ich von einem italienischen Weingroßhändler, dessen Preisliste sich hier findet: http://www.vinaio.de/gastropreisliste.pdf. Da kann dann ein jeder direkt mal die Margen seines Lieblingsitalieners durchrechnen. Gleiche qualitative Aussage gilt für vermeintliche Industrieplörre aus von der Sonne so gesegneten Anbaugebieten wie Südafrika oder Chile. Auch die kalifornischen Weine stehen deshalb an vorderster Front oberster Qualität. Wenn auch mir persönlich deren zu „gallotypische“ Grundnote nicht gefällt. Aber das ist eben Geschmacksfrage.

Man sollte um Wein kein zu großes Brimbrorium veranstalten. Ich kenne Leute die Geld wie Heu besitzen, und als Alltagswein gerne einen Wein aus dem Aldi konsumieren. Und ich kenne eben auch eine hungerleidende Rechtsanwältin und deren Schwester, die stets Wein der oberen Preiskategorie bestellten, wenn wir zusammen ausgingen. Vermutlich wollten sie damit so etwas wie Connaissance oder auch wirtschaftlich gute Situiertheit suggerieren. Aber dabei handelt es sich um Außenwirkungsverhalten. Und genau hierin liegt IMHO ein Problem des Weines. Die Leute sehen ihn nach wie vor als Luxusgut anstatt als popeliges Lebensmittel an. Und die Hersteller befördern diesen Trend, wollen sie doch für ihr Produkt möglichst maximale Preise erzielen. Anderernfalls gäbe es keine „Champagner“ und den ganzen DOCG-Quatsch. All das dient nur der Gewinnmaximierung durch vermeintliche Qualitätsversprechen. Wobei ein Qualitätsversprechen mit einem Genussversprechen andererseits wieder so gar nichts zu tun hat.

Das ist so ähnlich wie mit dem Sex. Was habe ich von einer absoluten Schönheit, die mit sich und vor allem mir aber nichts anzufangen weiß? Da bevorzuge ich dann doch das Luder mit dem Schönheitsfleck und den ein klein wenig schiefen Zähnen. Die finde ich am Ende sogar noch süß, derweil mich Perfektion irgendwann nur noch langweilt. Mit Weinen geht es mir nicht anders. Da gibt es die Weine die ich ab und an kaufe, um zu „spielen“. Einfach, um herauszufinden, ob sie ihr Geld wirklich wert sind im Vergleich zu meinem Lieblings-Alltagswein. Noch habe ich aber auch in der 15+ EUR Liga allerdings keinen gefunden. Und bei einem Kumpel, den man als Sammler teurerer Weine bezeichnen darf, auch noch nichts wirklich Besseres getrunken. In einem Datingportal aber mal eine kleine Schickse getroffen, die mich auf mein Pseudonym „Rotweinfan“ hin anschrieb und fragte, welches denn mein Lieblingswein sei. Als ich dann antwortete, dass es der Sumerton Cabernet Sauvignon Pinotage vom Aldi sei, replyte sie mir mit sinngemäß den Worten: „Na, mit Dir kann es ja nicht allzuweit hersein, wenn Du Dich hier als Rotweinfan präsentierst und dann Billigweine trinkst“.

Verstehen Sie jetzt die Denke bornierter Leute bzw. dummer kleiner Hühnchen?

Für mich ist Wein ein schnödes Lebensmittel und kein Luxusgut. In Kroatien (auf der Insel) ist ein Konsum von bis zu 2 Litern Wein am Tag völlig normal. Ich mache meine erste Flasche Wein so gegen 18.00 Uhr auf. Und meistens bleibt es bei ca. zwei Flaschen. Es sei denn es ist Besuch da. Bin 178 cm groß, wiege immer noch 70 kg und erfreue mich bester Gesundheit.

Die kleine Elitepartner-Schickse erhoffte sich vermutlich den Sugardaddy-Managertyp, der ihr im italienischen Ristorante den 80 EUR Rosso kredenzt. Da nippt sie dann ein paar Mal dran, führt ein uninspiriertes Gespräch, weil sie zu feige ist sich ehrlich zu betrinken, und anschließend haben wir noch schlechten Sex. Nönö, für sowas bin ich mir dann inzwischen zu schade. Dann doch lieber die Medizinrechts-Ex, die angetrunken wirklich alles mit sich anstellen ließ, wäre sie nur charakterlich nicht so mies gewesen. Schade, schade …

Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir auf dem Rückweg aus dem Skiurlaub mal Streit bekamen. Natürlich waren wir mit einem meiner Autos gefahren, weil sie keine Leasingkilometer mehr frei hatte. Ich wollte anlässlich eines Tankstopps in den gegenüberliegenden Aldi, um Wein einzukaufen, hatte ich doch zuhause keinen mehr. Die Dame lehnte es ab mitzukommen. Aldi betrete sie nicht. Geil! Lebt von der Hand in den Mund (was ich damals noch nicht wusste) und betritt den Aldi nicht. Das hat schon was, wenn Armut, Dummheit und Großkotzigkeit zusammenkommen.

Da muss ich meine Mode-Ex jetzt echt mal loben. Die verdiente deutlich mehr, fuhr einen schönen C-Klasse Kombi als Firmenwagen, den wir natürlich auch für unsere vielen schönen Urlaube nutzten, und kaufte trotzdem gerne beim Aldi ein. Vielleicht hatte sie auch deshalb das Geld für die vielen Urlaube, wohingegen die Anwaltstante angeblich kaum Zeit, tatsächlich aber schlicht kein Geld hatte.

So, es ist 18.00 Uhr. Zeit für die erste Flasche Wein nach einem Tag mit gerade einmal einer halben Stunde produktiver Arbeit. Wie lange Frau Anwältin heute wohl noch wird arbeiten müssen?

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P.S.: Ach ja mein unwerter Ex-Schatz. Ich leide nicht am Leben, ich genieße es in vollen Zügen! Dir wünsche ich gute Besserung …

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… und lass mal die Sauferei. Vielleicht kommst Du dann ja endlich mal auf einen grünen Zweig. Andererseits, wie soll man Dein trauriges Leben ohne Alkohol ertragen?

Ich habe mir gerade folgendes Weinchen dekantiert …

Grand-Cru

… und werde nach einem weiteren Tag praktisch ohne Arbeit meinen wohlverdienten Frühruhestand in meiner großen und vor allem abbezahlten Eigentumswohnung genießen.

Irgendwann muss ich mal dieses Papierchaos vor dem Fernseher abheften. Mietwohnungen machen echt Arbeit! 🙁

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