Erklärt Slowenien Kroatien den Krieg?

Mutieren Bergbauern zur Seemacht?

Ein rechtlich interessanter Konflikt ist in der WELT erörtert worden (https://www.welt.de/politik/ausland/article172013691/Kroatien-vs-Slowenien-Der-bizarre-Grenzstreit-der-die-EU-zu-spalten-droht.html). Offenbar hatte die Redakteurin sich den Wecker gestellt, denn tatsächlich läuft heute eine Frist ab, die Kroatien dazu zwingen soll Teile seines Seegebietes, welche die Redakteurin als „ein paar Quadratkilometer Meeresfläche“ bezeichnet, an Slowenien abzutreten. Es geht konkret um die Frage welche Gewässer den Slowenen zustehen. Bildlich dargestellt schaut es wie folgt aus:

Nach internationalem Seerecht müssen die Slowenen zum Erreichen internationaler Gewässer zwingend durch kroatische Gewässer, was ihnen seitens der Kroaten auch nie verwehrt wurde. Als Kroatien jedoch der EU beitreten sollte, erpressten die Slowenen die EU und manipulierten ein Urteil des internationalen Schiedsgerichtshofes. Besser erklären als eine Kommentatorin des Artikels kann ich das auch nicht, weshalb ich sie hier zitieren möchte:

Zrinka K.

vor 15 Stunden

Hier ein paar Fakten zu diesem Thema:

 

1. Slowenien hat Kroatien praktisch mit dem Eu Beitritt erpresst und deshalb hat Kroatien das Schiedsgerichtverfahren angenommen

 

2. Kroatien wollte diesen Grenzstreit vor dem einzigen relevanten Gericht für diese Angelegenheit klären, nämlich dem Internationalen Seegerichtshof in Hamburg, Slowenien will das krampfhaft vermeiden weil sie nach geltendem internationalem Seerecht den Streit verlieren würden

 

3. Beim Schiedsgerichtsverfahren gabs nicht ne „meuchelei“ sondern einen handfesten Skandal bei dem ein Richter (der eigentlich unparteiisch sein soll) die geheimen Inhalte der Verhandlung mit slowenischen Politikern besprochen hat und mit Ihnen ein positiven Entscheid für Slowenien vereinbart hat, wofür es klare Beweise gibt in Form von abgehörten Telefonaten die von einem fremden Geheimdienst Kroatien zur verfügung gestellt wurden. Kroatien ist zu diesem Zeitpunkt aus dem Schiedsgerichtverfahren ausgeschieden und hat klar zur Kenntnis gegeben das es so ein komprimitiertes Verfahren nicht anerkennen wird.

 

4. Es geht hier nicht nur um „ein paar Quadratkilometer Wasser“, es geht auch um mögliche Erdgasvorkommen in dem Teil des Gewässers.

Jetzt zeigt dieser Artikel in erschreckender Weise die Unkenntnis der Autorin über die tatsächliche Lage in der Region auf.

Ab Samstag könnte es in der Bucht von Piran nun also zum Showdown kommen, wenn kroatische Fischer weiter wie gewohnt ihre Netze auswerfen und slowenische Polizeiboote deshalb Strafzettel verteilen wollen.

Nun, wer die slowenische Marine kennt, der weiß, dass sie aus zwei Patrouillenbooten und fünf Festrumpfschlauchbooten besteht (https://de.wikipedia.org/wiki/Slowenische_Marine#Ausrüstung). Hier das modernste Boot der Slowenen:

Ein wirklich sehr beeindruckendes MG!

Die slowenische Marine ist übrigens 47 Mann stark. Hinzu kommt die slowenische Küstenwache mit zwei Booten, die die Bucht von Piran kontrollieren. Die 2.500 Mann starke kroatische Marine hingegen verfügt über drei Korvetten der Helsinki-Klasse, also ausgewachsene Kriegsschiffe (https://hr.wikipedia.org/wiki/Hrvatska_ratna_mornarica#Naoružanje).

(https://de.wikipedia.org/wiki/Helsinki-Klasse#/media/File:Ohjusvene_Oulu_at_Port_of_Helsinki.jpg)

Selbst die Boote der kroatischen Küstenwache können der berittenen slowenischen Gebirgsmarine den Angstschweiß auf die Stirn treiben:

Nebenbei verfügen die Kroaten noch über ein Rettungsschiff, welches für absolut schwersten Seegang ausgelegt ist:

Da können die Slowenen, welche über keine einzige ernsthafte Schiffswerft verfügen, sich nur freuen, wenn die „Faust Vrančić“ ihnen zur Hilfe eilt, nachdem ihnen die kroatischen U-Boote (https://hr.wikipedia.org/wiki/P-01_Velebit) …

… mittels Haftminen große Löcher in ihre zwei kleinen Schnellbötchen gesprengt haben, bzw. mit den Torpedos der R-1 Klasse.

Aber dazu wird es niemals kommen, sind Slowenen und Kroaten doch Brüder, die – leider – der für Kroaten nur schwer verständliche Dialekt der Slowenen trennt. Dabei sprechen die meisten Slowenen fließend kroatisch. Und wären beide Nationen vernünftig, dann würden sie sich zusammenschließen, anstatt derartiges Kasperletheater aufzuführen.

Ein sehr interessanter Artikel zur Bewaffnung der kroatischen Marine ist auch dieser hier: https://hrvatski-vojnik.hr/godina-2015-menu/item/1344-hrvatski-dizajn-ratnih-i-namjenskih-brodova.html. Allein an den Bildern können Sie bereits erkennen, dass die Kroaten eine ernsthafte Kriegsmarine besitzen und die Slowenen verglichen dazu in Paddelbooten sitzen.

Dass die Autorin keinen Schimmer von den Verhältnissen in der Region hat zeigt folgende – saudämliche – Aussage:

Denn niemand kann die Slowenen daran hindern, demnächst wieder scharfe Grenzkontrollen Richtung Kroatien durchzuführen. Schließlich gehört Kroatien noch nicht zum Schengenraum, mithin befindet sich zwischen Slowenien und seinem südlichen Nachbarn eine Schengen-Außengrenze der EU.

Theoretisch richtig. Aber die Autorin vergisst zu erwähnen, dass gerade die Slowenen im Sommer in Kroatien einfallen wie die Heuschrecken. Wer einmal in der Hochsaison die Strecke von der Autobahnabfahrt Postojna bis zum Grenzübergang Rupa bei Rijeka gefahren ist, der weiß, dass die Slowenen auf diesem Landstraßenabschnitt vor lauter Autos praktisch kaum mehr die Straße überqueren können und die Autofahrer ihre eigenen Politiker dafür verfluchen, dass die Autobahn nicht bis nach Rijeka weitergeführt wurde. Und trotzdem kommen auch Deutsche und Österreicher massenhaft nach Kroatien, weil sie einfach nicht Urlaub in Slowenien machen wollen, obwohl Piran zweifelsfrei ein bezauberndes kleines Städtchen ist. Dummerweise gibt es dort aber keinen schönen Strand.

Tatsächlich verhält sich die Lage nach internationalem Seerecht so, dass dieses keine komischen Korridore usw. vorsieht. Folgende Grafik erklärt die Situation recht gut:

Mit welcher Berechtigung sollte Slowenien 80% der Bucht von Piran zustehen, wenn Kroatien 50% der Küstenlinie gehört? Warum berichtet die WELT hier nicht objektiv?

Kroatien hatte sich im Jahr 2015 aus dem Verfahren zurückgezogen, nachdem bekannt geworden war, dass sich der slowenische Richter Jernej Sekolec mit Ljubljana abgesprochen hatte. Weder seine sofortige Auswechslung durch einen internationalen Richter noch eine entsprechende Entscheidung des Tribunals selbst konnten Kroatien dazu bringen, seine Rückzugsentscheidung zu revidieren. (https://kurier.at/politik/ausland/urteil-im-grenzstreit-zwischen-slowenien-und-kroatien/272.472.134)

So so, ein Franzose als Vorsitzender und ein Slowene kungelten gemeinsam einen Schiedsspruch gegen kroatische Interessen aus. Kein Wunder, dass Kroatien dieses offensichtlich befangene Tribunal nicht anerkennt und dessen schwachsinnigen Schiedsspruch schon gar nicht. Da ist es auch egal, dass der slowenische Richter nach der Vorbereitung des Urteils dann noch pro forma ausgetauscht wurde. Das Tribunal hätte nie derart besetzt werden dürfen.

Es ist ohnehin erstaunlich, was die EU den Slowenen alles durchgehen lässt. So kassieren sie für 7 Tage eine unverschämt hohe Maut von 15 EUR und haben dafür gefühlt nicht mehr als 200 Autobahnkilometer. Vor allem aber keine solchen in Richtung der kroatischen Tourismusregionen. Am Ende schaden sich die Slowenen dabei aber mehr als den Kroaten, weil die Touristen von überall auf der Welt die lange Anfahrt trotzdem gerne in Kauf nehmen, was ich jeden Sommer an den Kennzeichen der Autos auf meiner kleinen Insel ersehen kann. Da sind selbst Russen, Ukrainer, Engländer und Schweden keine Seltenheit.

Dann habe ich mir mal die Frage gestellt, was wohl passieren würde wenn Bosnien-Herzegowina den EU-Beitritt begehrt, denn die haben auch ein paar Kilometer Küstenlinie (ca. 10 genau genommen), weil die Kroaten sie ihnen seinerzeit gelassen haben:

Tja, dann wird Kroatien wohl mindestens eine komplette Insel zur Hälfte wegsprengen müssen. damit die Bosnier auch ihre 3-Meilen-Zone sowie Zugang zu internationalen Gewässern erhalten.

Aber es gibt auch eindeutig gute Nachrichten am heutigen Tage. 46% der Deutschen wollen, dass die fette, gehbehinderte Frau sofort zurücktritt (https://www.welt.de/politik/deutschland/article172039303/WELT-Trend-46-Prozent-der-Deutschen-wollen-dass-Merkel-sofort-zuruecktritt.html).

Kurz vor dem Start der Sondierungen von Union und SPD wünscht sich knapp die Hälfte der Deutschen (46 Prozent), dass Angela Merkel (CDU) sofort als Bundeskanzlerin zurücktritt. Das ist das Ergebnis des WELT-Trends, einer repräsentativen Umfrage, die exklusiv vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der WELT erhoben wurde.

Vor allem in den neuen Bundesländern ist der Rückhalt von Ferkel besonders gering. Jetzt könnte das machtgeile alte Weib ja auf den Gedanken kommen, dass die restlichen 53% sich ihr „weiter so“ und „wir schaffen das“ wünscht. Aber den Zahn zieht ihr die Umfrage ebenfalls:

Nur jeder zehnte Deutsche möchte laut der Umfrage gar nicht, dass die Bundeskanzlerin zurücktritt.

Bei solch einem abgrundtief miserablen Rückhalt in der Bevölkerung sollte Ferkel jetzt endlich ihren Hut nehmen und Leute an die Macht lassen, die dem Willen des Volkes folgen und diesem Flüchtlingselend endlich ein Ende machen, indem sie schleunigst mit massenhaften Ausweisungen und notfalls auch gewaltsamen Abschiebungen beginnen, wie es die Saudis ja schließlich auch schaffen.

Nach Angaben saudischer Stellen sind etwa 250.000 Menschen wegen Verstößen gegen Aufenthaltsbestimmungen festgenommen und etwa 50.000 bereits abgeschoben worden. (https://www.welt.de/politik/ausland/article172012508/Aethiopier-schildern-Misshandlungen-vor-Abschiebung-aus-Saudi-Arabien.html)

Na also, anderswo geht es doch auch!

2 Kommentare bei „Erklärt Slowenien Kroatien den Krieg?“

  1. Grenzschikanen seitens der Slowenen in Richtung Kroatien habe ich selber erlebt. Man sieht den Grenzern förmlich an, wie sauer sie sind, dass alle lieber nach Kroatien fahren wollen. Und dazu noch die unverschämte Wegelagermaut. Ich habe den Slowenen nie über den Weg getraut und wünsche Kroatien viel Glück dabei, seine Interessen durchsetzen zu können.

    1. Jerko Usmiani sagt:

      Bonsoir Charles,

      das hat sich meiner Meinung nach inzwischen gebessert. Ich bin vor ein paar Jahren mal auf der Rückreise nach (D) in Slowenien abkassiert worden, weil ich keinen Fahrzeugschein dabei hatte. Auch sollte man von Kroatien aus kommend nach der slowenischen Grenze immer zuerst langsam fahren, weil die Slowenen besonders gerne direkt hinter der Grenze blitzen.

      Ist mir mit der Mode-Ex einmal passiert. Da wurde ich von der slowenischen Polizei zuerst in sehr gutem Deutsch angesprochen, woraufhin ich auf kroatisch antwortete und wir uns alsdann so austauschten. Am Ende musste ich nur die halbe Strafe bezahlen.

      Für mich sind die Slowenen so was wie die Bayern Ex-Jugoslawiens. Nur dass ich Bayrisch besser verstehe als Slowenisch. Aber wenn die wollen, dann können die auch noch alle „Hochkroatisch„. 😉

      Ansonsten bin ich dieses Jahr selbst im Juli von den Slowenen direkt durchgewunken worden (mit deutschem Pass). Von den Kroaten (mit kroatischem Pass) sowieso.

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