For Pistonheads only: Meine bisherige automobile Historie

So wie ich schon seit Langem nicht mehr meinen erlernten Beruf ausübe, bin ich entgegen des Rats vieler ach so schlauer Personen auch sonst nie den üblichen Weg der sog. “Vernunft” gegangen. Insbesondere nicht Autos betreffend! Weshalb ich z.B. TVR und niemals nicht Porsche fuhr.

Autos sind für mich ähnlich den Frauen. Im Grunde sind sie technisch betrachtet grundsätzlich alle gleich gebaut. Aber so wie sich keine zwei Frauen gleich anfühlen, tun dies auch keine zwei Autos. Manche Autos haben auch geradezu so etwas wie eine erotische Komponente. Die aber nicht unbedingt mit viel PS zusammenhängen muss. Siehe dazu z.B. meinen Waittimerbericht zur Lancia Lybra.

Je mehr Frauen und Autos ein Mann in seinem Leben gehabt hat, desto größer naturgemäß die Erfahrung. Erfahrung schützt davor Fehler zu machen. Aber leider nicht davor auf Blenderinnen wie meine Ex, die Fachanwältin für “Fellatio mit Aufnahme“, und natürlich Medizinrecht, hereinzufallen. Es sei denn, und so gesehen war es doch eine Lehre, man sucht im Menschen künftig zuerst immer das Schlechte, die Lüge, die Großkotzigkeit und die Blenderei. Und so ähnlich ist es auch bei gebrauchten Autos. Es gibt viele Blender und nur wenig taugliches Material. Man(n) muss sich also stets darüber bewusst sein welchem Zweck das Auto dienen soll. Nur zu kurzfristigem Vergnügen, wie z.B. einem Blowjob, oder einer langfristigen Beziehung.

Sie werden sicherlich vermuten können, wie es sich mit meiner Anwalts-Ex verhalten hat…

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(Alle nachfolgenden Abbildungen entsprechend so weitgehend wie möglich meinen Exemplaren)

Ein 320d Cabrio ist und war jedenfalls nie mein Wunsch, liebe M.S. 😉

Als Schüler stand mir – zur Verfügung gestellt von meinen lieben Eltern – ein Budget von 10.000 DM zur Verfügung. Dafür kaufte ich mir einen Fiat Uno 70S, der ziemlich exakt so aussah:

Uno60

Meiner hatte die gleiche Farbe aber natürlich Alufelgen. Die ich mir mal “italienisch” abkaufen ließ, als ich wirklich komplett pleite war. Ja, es war Versicherungsbetrug. Aber! Ich hatte als junger Fahrer auch das Zigfache der Felgen bereits an die Versicherung abgedrückt und keinen einzigen Schaden verursacht!

Das FIAT Uno (nix Fisch, nix Fleisch) lief 166 km/h was damals schon echt eine Hausnummer war, fuhren die meisten doch in Gölfen mit 55 PS herum. Natürlich wäre ein Uno Turbo cooler gewesen. Aber der passte nicht ins Budget und hatte auch kein Schiebedach sowie vorne elektrische Fensterheber. Ich fuhr ihn noch während des Studiums einige Jahre, bis ich ihn nach der Wende völlig überteuert an einen Ossi verscheuerte. Aber das war seinerzeit normal, weil der komplette Markt nahezu abgegrast war.

Zwischenzeitlich ging der Klassikerboom los und es kam in Mode Oldtimer zu fahren. Das waren damals Autos die 20 Jahre alt oder älter waren. Also besorgte ich mir sowas (Bj. 1972):

bertone

Eine kurze Zeitlang fuhr ich den Alfa Romeo Bertone GTV als Zweitwagen, bis ich ihn bei Bekannten meiner Eltern auf deren Bauernhof abstellte. Dort stand er eine ganze Weile, wurde im Laufe der Zeit davon auch nicht besser, und irgendwann verkaufte ich ihn wieder, weil ich einsah, dass das Auto mich finanziell überfordern würde. Ansonsten ein tolles Auto das mit 132 PS echte 200 km/h ging. Nur eben für einen Schüler nicht dauerhaft zu unterhalten.

Als ich eines Samstags im Anzeigenteil der Westdeutschen Zeitung blätterte, fand ich einen Citroen CX 2400 mit einem Jahr TÜV für nur 600,00 DM. Da musste ich einfach zugreifen. Schließlich fuhr Papa drei CX hintereinander, war aber inzwischen – obwohl Oberarzt – auf einen Mazda 626 umgestiegen. smiley_emoticons_kotz

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Cooles Auto. Meiner hatte noch den geilen Lupentacho. Selbstverständlich war alles elektrisch und die Hydraulik war sogar noch ok. Das Fahrgefühl ist einfach unglaublich und besonders lustig ist die Bremse. Ein kleiner Gumminoppen, den man äußert feinfühlig bedienen muss. Bei den ersten Tritten darauf produzierte ich jeweils Vollbremsungen. Leider war erneuter TÜV zu teuer, da beide Vordertüren komplett durchgefault waren. Kein Wunder, kolportierte man seinerzeit, dass der CX schon im Prospekt roste. Die meines Vaters rosteten jedenfalls bereits bei ihrer Auslieferung!

Während meines Studiums, ich wohnte in einem Haus mit einer großen Anzahl leerer Parkplätze, gesellte sich zu dem Uno ein Alfasud Sprint hinzu.

sudsprint

Ein sehr schönes, sportliches Auto mit einem tollen Boxermotor. Aber natürlich leider wieder italienischer Kernschrott. Sowas kann man eigentlich nur als Zweitwagen und nur bei Sonne fahren. Sobald es ein wenig regnet löst sich das Ding auf wie Blätterteig. Also wieder weg damit. Diesmal aber mit Gewinn! Und den zweiten Satz Felgen konnte ich vor zwei Jahren erst für richtig teuer Geld in die Schweiz verkaufen.

Das Budget war seinerzeit so lala und ich wollte mal was richtig Studentisches. Gestatten: Mini MK IV.

mini

Die Farbe kommt hin. Das Baujahr nicht. Auch hatte meiner nicht die schönen Minilite-Felgen und ebensowenig das schwarzes Dach. Natürlich wurden Chromgrill und -Stoßstangen nachgerüstet und das kleinste Motolita-Holzlenkrad reingeschraubt das lieferbar war (24 oder 26 cm). TÜV? Wen schert´s!

Stilecht mit Wachsjacke und etwas längerem Haar gurkte der Herr Student damit durch Münster. Das Auto war ein richtiger Häschenfänger. Geradezu todesmutig schoss der Herr Jurastudent mit sagenhaften 32 PS um jede Ecke. Denn Kurven kennt der Mini nicht, schlicht weil man ihn auf einem Dessertteller “ums Eck werfen” kann. Auf der Autobahn wurde die mögliche V/max von ca. 130 km/h auch oft ausgenutzt.

Zuerst gab daher das Getriebe den Geist auf und wurde noch von einem mir bekannten Schrauber getauscht. Später streckte dann der Motor die Flügel (verfluchter gemeinsamer Olkreislauf) und der Mini wurde gegen zwei Golf I eingetauscht. Ein fürchterlich lindgrünes Exemplar mit intakter Technik (bis auf das Kühlerthermostat) und eine orange, restaurierte und frisch lackierte Rohkarosse, die ich hinter dem Haus abstellte. Irgendein Frickler aus dem Münsterland (Greven meine ich) hatte sich bei seinem Restaurationsprojekt überhoben. Hätte ich Depp die Rohkarrosse besser mal behalten. Heute könnte ich sie in Gold aufwiegen lassen. Damals verscheuerte ich sie für eine kleine Mark und fuhr mit dem lindgrünen Golf im Hochsommer mit laufender Heizung durch die Gegend, damit das Ding nicht überhitzte.

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Eines Tages fiel mir, natürlich denkbar kurz vor dem TÜV-Termin, in Wuppertal der Auspufftopf ab. Zu dem Zeitpunkt war ich echt in der Klemme. Mein Bankkonto wies einen buchhalterischen S-Saldo von 600 DM auf. Mehr hatte ich für ein neues Auto nicht zur Verfügung und meine Eltern weigerten sich zudem auch standhaft mir ein solches zu kaufen. Also ab in den Kleinanzeigenteil und mit dem Golf auf seinen letzten Metern zum Fähnchenhändler.

Von meinem nächsten Vehikel – als Auto würde ich es nicht bezeichnen wollen – habe ich kein passendes Photo finden können. Vermutlich handelte es sich um das einzige Exemplar seiner Art. Es wurde vor mir lange Jahre von einer Renterin gefahren, die es als Neuwagen erworben hatte und seinerzeit schon erblindet gewesen sein muss. Das hier kommt meinem Exemplar noch an nächsten:

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Meiner war allerdings hellgrau (nicht Metallic) und hatte hellblaue Sportstreifen mit einem großen S an den Seiten. Natürlich waren vorne runde Zusatzscheinwerfer montiert. Zu der optischen Sportausstattung kam dann ein mächtiger 1.6 Liter Benzinmotor mit ehrfurchtgebietenden 70 PS und Automatikgetriebe! Kombiniert mit blauen Velourssitzen und gefühlten 23 PS an der Hinterachse war das Ding Trash pur. Entsprechend sah es niemals eine Autowaschanlage und die Türen wurden nicht zugeschlagen, sondern zugetreten!

Aber das Teil fuhr und ich wechselte sogar einmal selbst die Bremsbeläge. Nachdem die vorherigen schon soweit runter waren, dass nur noch Metall auf Metall schrubbte. Natürlich wurden die völlig riefigen Bremsscheiben nicht auch noch getauscht. Die neuen Beläge schleifen sich schließlich schon irgendwann ein. (Das machen die Jungs in Afrika auch nicht anders!) Da das Exemplar absehbar auch keinen TÜV mehr überstehen wurde, wurde es eben komplett heruntergeritten.

Nun folgte ein VW Golf II. Meine Schwester war damals für ein Jahr in den USA und erlaubte mir großzügigerweise die Nutzung ihres Autos.

golfII

Mädchenkarre wie sie im Buche steht. Mit 55 PS natürlich auch ziemlich untermotorisiert. Und als Ex-Fiat-User vergaß ich auch zigmal das Licht auszuschalten. Derweil dieses beim Uno nämlich automatisch ausging, wenn man den Zündschlüssel zog, musste man es bei dem modernen deutschen Hochtechnologieprodukt VW-Golf manuell ausschalten. Wie oft mir seinerzeit am nächsten Morgen Kumpels beim Überbrücken halfen, entzieht sich inzwischen meiner Erinnerung. Aber es kam nicht nur ein paar Mal vor.

Zwischenzeitlich hatten ein Studienkumpel und ich die USA bereist. 6 Wochen mit einem Budget von 5.000 DM pro Kopf allein für Kost und Logis. Fest vorgenommen hatte ich mir den Import eines Klassikers. In San Francisco kaufte ich einer hübschen jungen Dame diesen hier ab:

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Er wurde den Winter über in der Garage restauriert, fraß zuerst meinen Eltern aufgrund der Heizkosten des elektrischen Konvektors die Haare vom Kopf und irgendwann auch mir armem Studenten, der ehrlich gesagt begriffen hatte, dass der Spitfire einfach nicht als Alltagsauto in einer Fahrradfahrerunistadt wie Münster taugte. Also verkaufte ich ihn irgendwann dem Sohn des Bootshändlers meines Vaters.

Wie immer ziemlich pleite – wir haben im Studium pro Nase ca. einen guten gebrauchten 993er 911er versoffen – brauchte ich etwas halbwegs Zuverlässiges. Mit wieder einmal nicht viel mehr als 600 DM auf der hohen Kante war erneut klar, dass auch das nächste Auto keinen weiteren TÜV mehr sehen würde. Es wurde mein erster Diesel. Und wirklich exakt genau so sah er aus:

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Anfangs funktionierte die Hydraulik noch wunderbar. Mit seinem 1.9 Liter Dieselmotor war das wirklich ein unglaublich komfortables und auch ausreichend flottes Auto. Ich habe ihn heiß und innig geliebt, erinnerte er mich doch an den CX. Manchmal überlege ich heute, ob ich mir nicht nochmal einen zulegen soll. Entspannter bin ich kaum jemals gefahren. Sportlicher aber auch nicht, denn irgendwann gab die Hydraulik weitestgehend den Geist auf, womit praktisch jeder Federweg zum Teufel war. Mit diesem Auto lernte ich meine große Studienliebe kennen (als es noch federte).

Und die sah im Bikini immerhin so aus:

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(Madame, ich verneige mich immer noch zutiefst vor Ihrer engelsgleichen Schönheit)

Ich liebe diese Frau allein aufgrund ihrer Schönheit bis heute und werde sie auch niemals vergessen. Wie viele von uns haben denn schon mal die personifizierte Eva kennengelernt?

Inzwischen hatten sich meine finanziellen Verhältnisse etwas erholt. Ich konnte mir also endlich wieder sowas wie ein richtiges Auto leisten. Die Sparsamkeit und Zuverlässigkeit eines Dieselmotors schätzend, traf ich eine Vernunftsentscheidung:

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Meiner war zweitürig, tiefergelegt, hatte die GTI-Antenne auf dem Dach und 205er Breitreifen. Dieses Auto diente mir mehrere Jahre zuverlässig und treu, bis auf ein paar Anspringprobleme bei unter -10 Grad Celsius. Inzwischen war ich deutschlandweit als Promoter für Computer und Peripherie, sowie als EDV-Dozent unterwegs. Und der Golf war wirklich ein angenehmer und auch ausreichend flotter Reisewagen. Nur das metallische Innenleben des Fahrersitzes gab irgendwann den Geist auf. Aber ich kannte Jungs die sowas schweißen konnten. Dieses Auto fuhr ich bis ich meinen ersten Dienstwagen bekam.

1998 fing ich bei einer “Nürnbercher” Firma an, deren Mitarbeiter u.a. gerne für “Schöller” arbeiten. Für zwei Wochen bekam ich als Interimsfahrzeug einen Nissan “Weißderteufelwas“. Bis ich des Sommers im Anzug zum ersten Mal zum Kunden sollte – ich trug damals schon Windsor und verweigerte daher umgehend meinen Einsatz in einem unklimatisierten Fahrzeug. Man suchte ebenso umgehend aus dem Fahrzeugpool nach einem mir genehmen Fahrzeug.

Gestatten: Opel Omega.

omega

2.0 Liter Motor mit 115 PS. Funkfernbedienung. Das war seinerzeit noch ein recht unbekanntes Extra. Und besonders witzig war es daher am Fenster der Wohnung meines süßen Studienschatzis (s.o.) zu stehen (zwei Häuser neben dem Grand-Cafe in Münster) und die am Auto vorbeigehenden Omis mittels der Funkfernbedienung durch das laute Klacken der Türverriegelung und das Blinkerblinken zu “schocken“.

Mein Kollege, der zur gleichen Zeit mit mir auf der gleichen Position angefangen hatte, bekam Monate später auch einen. In Weinrot mit hellgrauer Innenausstattung <ROFL>. Zuvor schwitzte er im Nissan Almera. Ich hab mich halb totgelacht! Das Auto war damals gehobene Mittelklasse. Die Eltern meiner Freundin waren schwer beeindruckt. Aber es kam noch besser.

Einige Wochen später sprach mich der seinerzeitige Leiter des Standortes Düsseldorf darauf an, ob ich nicht ein anderes Auto haben wolle. Ich erwiderte, dass ich noch lange nicht meine Probezeit durch hätte und ob das deshalb nicht ein wenig gewagt sei. Als er mir unter der Hand klarmachte, dass es an meinem Verbleib in der Firma schon Monate vor Ablauf der Probezeit keinen Zweifel mehr gäbe, wurde ich neugierig. Ein älterer Kollege vom Standort Köln sei in Rente gegangen und sein Fahrzeug stehe zur Verfügung. Bis auf Leder sei das Auto sehr gut ausgestattet, incl. Sportfahrwerk. Und es sei eigentlich schon in der Klasse für leitende Angestellte. Gegen eine geringe monatliche Zuzahlung könne ich das Auto übernehmen. Ich glaub es waren seinerzeit 20 DM pro Monat. Natürlich sagte ich nicht nein, als er mir sagte, um welches Fahrzeug es sich handele:

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Wow! Als ich mit dem Ding das erste Mal in Nürnberg am Schulungszentrum auf die restlichen Kollegen traf, da hätten einige am liebsten “Des Speien” begonnen. Derweil sie noch Interimskleinwagen fuhren, kam der junge Herr mit einem Oberklassefahrzeug an.

Sogar mein späterer Chef in der “Nürnbercher” Firma fuhr lediglich Opel Vectra, allerdings mit Lederausstattung und Wurzelholzapplikationen. Zum Totlachen! Mein Kollege aus Düsseldorf jedenfalls ging beinahe ein vor Neid, bis ich ihn zum Ablauf der Probezeit rauswerfen ließ, indem ich sagte “entweder er oder ich“. Bei den Kunden und den Partnern, die ich auszubilden hatte, flößte das Auto auch einen gewissen Respekt ein. Zusammen mit ausgesuchtem Tuch (s.o. Windsor) war so stets ein stilvoller Auftritt gesichert.

Ich erinnere mich noch sehr gerne daran, wie ich mit der jungen, hübschen Ehefrau eines seinerzeitigen Partnerunternehmens von Nürnberg nach Wuppertal gefahren bin. Sie im 528i, ich im 520i, zusammen im Tiefflug auf der Autobahn. Wechselseitig lichthupten wir die Autos von der linken Spur. Dabei dauertelefonierend. 1998 war sowas noch richtig teuer. Meine Mobilfunkkosten lagen monatlich bei ca. 1.000 DM. U.a. auch weil wir so oft miteinander telefonierten. 😉

Etwas über ein Jahr verließ ich das “Nürnbercher” Unternehmen aber, weil ich keine Lust mehr auf einen Behördenjob hatte. Und erst Recht nicht auf einen opelfahrenden Chef. Zudem wollte mir ein Partnerunternehmen ein signifikant höheres Gehalt bezahlen. Da sagt man nicht nein. Allerdings musste ich mich im Hinblick auf den Firmenwagen etwas einschränken. Es war halt schon was im Bestand und das nahm ich dann auch.

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Mit 110 TDI-PS war ich immer noch ausreichend flott motorisiert. Das Auto war beinahe neu, weil es der ehemalige Kompagnon meines neuen Arbeitgebers erst kürzlich gekauft hatte. Dann überwarfen sich die beiden und ich bekam es. Natürlich war ein Golf jetzt nicht mein Traum. Aus Vernunftsgesichtspunkten heraus lehnte ich aber die Übernahme des BMW E39 528i mit Vollausstattung von dem verstorbenen Vater meines Arbeitsgebers ab. Hatte ich doch keine Lust ein Fahrtenbuch zu führen. Und die 1% Regelung hätte mir bei einem BMW 528i mit absoluter Vollausstattung trotz deutlich höherem Gehalt garantiert keinen dementsprechenden Spaß gemacht,

Kurze Zeit später wurde ein ehemals selbständiger EDV´ler von uns eingestellt. Weshalb ich den Golf abgab und mir selbst ein Auto aussuchen konnte. Schon damals gefiel mir der Alfa 156 sehr gut. Ich hatte ihn bei der Nürnberger Firma schon als Folgewagen durchrechnen lassen. Jedoch waren die Leasingkonditionen von Alfa schlicht lausig. Auch erschien mir der 156 im direkten Vergleich nicht so wertig wie sein Konkurrent, in den ich mich seinerzeit geradezu verliebt hatte. Vielleicht auch weil Harrison Ford dafür Werbung machte …

… und das Auto einfach Lifestyle pur war.

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Waittimerbericht Lancia Lybra

2.4 Liter Turbodiesel. Beige Alcantara-Sitze, erstes Auto mit Navi, Telefon, alles elektrisch. Kurz: Vollausstattung. Um die 210-220 km/h schnell. Superkomfortabel und ebenso bequem vor allem auf Langstrecken. Und so gut wie niemand hatte einen. Man war also extrem individuell unterwegs. Er fühlte sich sogar wertiger an als die Mercedes W210 E-Klasse, die mein Arbeitgeber seinerzeit fuhr. In dieses Auto war ich einfach verknallt. Wie gerne hätte ich heute wieder einen. Bedauerlicherweise sind praktisch keine mehr erhalten. Dieses Auto hatte bei all seiner äußeren Unauffälligkeit im Innenraum so viel Stil wie selten ein Auto.

Nun wechselte ich recht schnell wieder den Arbeitgeber. Erneut wurde ich abgeworben, das Gehalt stieg wieder deutlich und auch dieses Mal nahm ich ein Fahrzeug aus dem Bestand.

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Es war nicht das aktuellste Modell. Aber es war der 325i mit 192 PS! Also endlich wieder ein Auto das so richtig gut ging. Lange behielt ich es aber nicht, da mein neuer Arbeitgeber nach nur wenigen Monaten Insolvenz amelden musste. Und nun stand ich da.

Zu den alten Arbeitgebern wollte ich nicht wieder zurück, obwohl die mich mit Handkuss genommen hätten. Und ich brauchte ein Auto. Zumal ich mir überlegt hatte einfach auf eigene Faust weiterzumachen. Wenn ich schon vorher Vertriebschef und technischer Leiter von teils bis zu 15 Mitarbeitern war, dann sollte es mir doch auch möglich sein EDV-Betreuung selbst übernehmen zu können. Also brauchte ich ein Auto, mit dem ich etwas transportieren konnte, das nicht unangenehm auffiel, aber gleichfalls ein wenig ein Statment in Sachen Chique darstellte.

Etwas das mich nicht wie einen armen Mann dastehen ließ, aber auch nicht allzuviel kostete. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich damals ziemlich exakt 50.000 DM auf der hohen Kante hatte. 13.500 DM davon investierte ich in das hier:

Ein wirklich hübsches Auto. Vollleder, Klima und der vergleichsweise pflegeleichte 139 PS Motor. Man(n) war damit einfach gut angezogen. Leider war entweder das Fahrwerk überfordert oder es ist mir ein Reifen geplatzt.

Jedenfalls flog ich auf dem Weg nach Pfaffenhofen zum Geburtstag einer lieben Freundin damit auf der A3 in einer langgezogenen Linkskurve in der Limburger Ecke einfach so ab. Totalschaden. Sämtliche Felgen komplett zerrissen!!!

Das Auto verkaufte ich dem Abschlepper und fuhr mit dem Zug weiter. Nun brauchte ich dringend ein neues Auto und – irgendwie scheine ich ein Glückspilz zu sein – der Vater der Freundin, zu deren Geburtstagsparty ich nach Pfaffenhofen unterwegs war, hatte seinen BMW 730i schon jahrelang mehr oder minder ungenutzt auf seinem LKW-Speditionshof herumstehen. Ich durfte mir das gute Stück mit weit unter 100.000 gelaufenen km für gerade einmal 2.500 DM sichern.

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Den 7er fuhr ich zwei Jahre lang. Auch mit Vollleder und Klima. Bis heute denke ich noch oft an ihn. Das war einfach eine geniale Limousine. Leider war sein ABS defekt, weshalb ich bei sehr starkem Regen und einer Vollbremsung auf der A3 mit ihm abflog. Ich knallte direkt vor einem rauchenden LKW-Fahrer an der SHELL Breitscheid in die Leitplanke. Der Mann muss den Schreck seines Lebens erlebt haben. Ich stieg mit reichlich wackeligen Knien aus, entschuldigte mich und freute mich sehr über die mir angebotene Zigarette.

Gottseidank hatte ich für den selben Tag bereits einen Besichtigungstermin für mein künftiges Auto vereinbart. Also nahm ich mir einen Leihwagen und fuhr nach Düsseldorf.

Wirtschaftlich ging es mir mit meiner Selbständigkeit recht gut. Ich verdiente im ersten halben Jahr beinahe so viel wie ich bei meinem ersten Arbeitgeber als Jahresgehalt hatte. Schon längere Zeit hatte ich den TVR 3000S im Visier. Aufgrund seiner Steck(seiten)scheiben entschied ich mich dann doch für den 280 S1. Diesen fuhr ich jahrelang als Alltagsauto (ohne abzufliegen weil da schlicht keine fehlerhafte Elektronik drinsteckt).

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Youngtimerbericht TVR 280 S1

Kostenpunkt 26.000 DM. Geiles Teil. 2.8 Liter Ford Cologne V6 mit 150 PS. Was bei knapp 960 kg für ordentlich Bumms sorgte. Die Edelstahlauspuffanlage trötete in feinstem V6-Bass nach hinten raus, dass es den Spaziergängern in der Elfringhauser Schweiz – welche ich mit dem Auto am Wochenende regelmäßig terrorisierte – vor allem das Hören verschlug. Für den Winter taugte er aber nichts, weshalb sich nachfolgendes Wägelchen dazugesellte.

Waittimerbericht Alfa 156 2.5 25V / GTA

7.200 EUR für ca. 70.000 Laufleistung. Gekauft von einer von mir betreuten Kanzlei. Das war seinerzeit einfach die optische Diva der gesamten automobilen Limousinen-Welt. Er war recht flott, verschlang Sprit wie ein schwarzes Loch das Licht, machte aber insgesamt mit seinen 193 PS sehr viel Spaß. Die Vorderachse polterte wild vor sich hin und bei Topspeed (230 km/h) hatte man das Gefühl auf einer Kanonenkugel zu reiten. Die BMW´s lieferten die gleiche Topspeed deutlich gelassener ab. Wirkliche Qualität fühlt sich eben anders an. Aber der Sound des Alfa machte vieles wieder wett.

Ich arbeitete rund um die Uhr. Der Kunden wurden immer mehr, und finanziell wurde die Sicherheit auch immer größer. 1993 hatte ich mir im Urlaub auf Mali Lošinj mal eine “Auto Motor & Sport” gekauft und seither einen Traumwagen. Von dem ich aber nie dachte, dass ich ihn mir jemals wirklich würde leisten können. Den TVR Griffith!

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Youngtimerbericht TVR Griffith 430

Das war jetzt kein normaler Sportwagen mehr. Das war 1993 ein Supersportwagen der von 0-100 den Porsche 911 Turbo ausbeschleunigte. Das war keine Bastelbude mehr wie der S1. Das war ein hochexclusiver Höhepunkt des Automobildesigns mit einem hochgezüchteten Rover V8 Motor. Natürlich würden die Unterhaltskosten hier nicht ansatzweise bei denen des u.a. im Ford Granada verbauten 2.8 Liter des TVR S1 liegen. Ersatzteile dafür bekam man auch nicht von Rover, sondern nur über TVR spezialisierte Händler. Derer es in Deutschland seinerzeit exakt zwei gab.

Wie oft ich auf dieses Auto angesprochen worden bin, ich kann es nicht mehr erinnern. Ob S-Klasse-Fahrer oder Harley-Rider, dieses Auto lieferte in seiner ursprünglichen Farbe (Porsche Amethyst Red) eine viel zu große Show. Weshalb ich es nach einem Unfall (nicht von mir verschuldet) in grau (Grigio Titanio by Alfa) umlackieren ließ. Viel geholfen hat das allerdings nicht. Ein V8 der ungefähr so laut brüllt wie Mama T-Rex, der man die Brut wegzunehmen versucht. Brutale Beschleunigung in jeder Lebenslage. Bei Nässe Slip bei 120 km/h im vierten Gang. Mit allergrößter Vorsicht zu genießender automobiler TOP-Predator, da NULL elektronische Helferlein. Bildschön und als LHD zudem extrem selten.

Aber auch wieder nichts für den Winter. Und da mein Alfa 156 2.5 24V infolge von unverschuldeter Feindberührung inzwischen zum wirtschaftlichen Totalschaden mutiert war, sollte aufgrund der grundsätzlichen Zufriedenheit mit ihm ein weiterer Alfa folgen:

alfa156

Vernunft pur. 1.9 jtd auf 167 PS gechipt. Schönstes Kombi seinerzeit. Machen wir es kurz: Hübscher Schrott. Er hat mir gute Dienste geleistet aber die Qualität war unterirdisch. Selbst im Vergleich zum Erstserien 2.5 24V. Wenn Alfa damit vielleicht im Ansatz noch so etwas wie Premium war, dann war zwar beim Faceliftmodell die Qualität des Leders und die Haptik insgesamt etwas besser. Dafür wurde aber wohl massiv an den technischen Komponenten gespart. Noch nie habe ich so hohe Reparaturkosten bei einem Fahrzeug gehabt!

Nachdem meine seinerzeitige Freundin ihre C-Klasse als Firmenwagen bekam (W204 220 CDI), und ich diese oft und gerne fuhr, erinnerte ich mich an die Marke Mercedes und dass es da exakt drei Autos gab, die mir schon immer gefallen haben. Also kaufte ich sie mir.

Mercedes Benz 190 2.5 16V, 193 PS, v-max 230 km/h (wird derzeit nicht im Alltag bewegt)

SNV30288

Youngtimerbericht W201

Mercedes Benz 500 SEC, 252 PS, v-max 230 km/h (wird derzeit nicht im Alltag bewegt)

C1262

Youngtimerbericht C126

Mercedes Benz 500 SL, 326 PS, v-max 250 km/h (abgeregelt) (Wird nur selten bewegt)

r129-2

Youngtimerbericht R129

Als inzwischen erklärter Mercedes-Fan und bereits Teilzeit-Privatier sah ich es nicht mehr ein weiterhin automobile Vernunft walten zu lassen. Der TVR Griffith befand sich noch im Wiederaufbau, weil die Teileversorgung von TVR geradezu unterirdisch war. Prollsche kommt für einen TVRler naturgemäß nicht in Betracht und mein nächstes Auto sollte geräumig genug sein, um Skier auch ohne Dachbox transportieren zu können. Ein V8 war ebenfalls Pflicht. Da blieb eigentlich nur eine einzige Wahl:

Mercedes CT63 AMG, 520 PS, v-max 320 km/h

AMG

Ihn bewege ich momentan als Alltagsfahrzeug.

Erfahrungsbericht C63 T-Modell

Das Auto ist einfach sagenhaft. Ich werde es vermutlich mit in Rente nehmen. Und der SL wird nach Kroatien auf die Insel gestellt.

Wenn Mali Lošinj endlich mit dem Flugzeug angeflogen wird.

Dann hoffentlich von Weeze aus mit Ryanair!

Und wenn nicht, dann stehe ich weiterhin gerne am frühen Morgen um ca. 02.00 Uhr auf, setze mich in den vollgetankten C63 und pulverisiere die Strecke bis München in unter 4 Stunden.