Istrien – Die Toskana wie sie urspünglich einmal war

Die „Toskana Kroatiens“ steht dem Original in kaum etwas nach. Es gibt hier auch köstlichen Schinken (Pršut), Trüffel (Tartufi), ausgezeichnete Weine (insb. Malvazija, Teran, Muskat, Merlot und Cabernet Sauvignon). Sowie ein äußerst lebenslustiges Völkchen. Istrien ist aber touristisch bei Weitem (noch) nicht so überrannt wie die Tsocana und die Preise sind infolge dessen deutlich ziviler.

Anreisen sollte man über Triest. An der Stadt fährt man auf der Autobahn E70 vorbei, um bei Sistiana auf die SS14 abzufahren. Ab dort genießt man die Fahrt am Meer entlang auf Triest zu. Optimalerweise natürlich mit dem Cabriolet.

In Triest isst man recht spät zu Mittag. Denn man ist ja morgens in München losgefahren. Nachdem man am Abend zuvor noch z.B. im Brauhaus im Tal war. Von Triest geht es dann ins slowenische Piran…

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… wo man im Hotel Tartini direkt an der Piazza Tartini nächtigt. Zuvor geht man noch in einem der vielen guten Restaurants essen und nimmt dann noch einige Cocktails in der Dachcocktailbar Altana des Hotels Tartini. Am nächsten Morgen macht man sich auf in den kroatischen Teil Istriens.  Angefangen mit Umag reiht sich ab nun die kroatische Küste entlang ein Kleinod an das andere. Allen gemeinsam ist die gut organisierte Logistik. Es gibt immer einen zentralen Parkplatz, von dem aus man die sämtlichst recht kleinen Örtchen aus gut zu Fuß erkunden kann.

Umag:

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Rovinj:

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Novigrad:

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Novigrad, Porec, Vrsar und Rovinj. Man kann beinahe schon von einer gewissen Reizüberflutung sprechen. Porec und Rovinj sind jedenfalls ein absolutes Muss. Der zwischen Vrsar und Rovinj gelegene Limski Zaljev ist auch einen Besuch wert. Hier werden Bootstouren angeboten.

Porec:

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Sehr gut isst es sich zu Abend dann im „La Puntulina“ in Rovinj. Auch anderswo kann man vorzüglich speisen. Hier aber wird die excellente Küche kombiniert mit einer phantastischen Location direkt am/über dem Meer.

Stilecht übernachtet man dann im Island Hotel Katarina, wohin bis nach Mitternacht jede Stunde ein Bootstransfer stattfindet. Am nächsten Morgen dann geht es nach Pula, das dortige Amphitheater besichtigen.

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Die Innenstadt von Pula ist auf jeden Fall einen Bummel wert. Von Pula geht es weiter über Labin (unbedingt besichtigen; Titelphoto!) und Pazin nach Matulji bei Rijeka. Hier genießt man in der Stancija Kovacici die hervorragende Küche (u.a. als Vorspeise die hausgemachten Nudeln namens Pljukanci mit heimischem Schinken und Trüffeln; Achtung: Mittwoch Ruhetag!), verschafft sich mit dem köstlichen Malvazija die nötige Bettschwere und übernachtet in einem der nur vier exquisiten Gästezimmer. Für Alleinreisende steht noch ein Einzelzimmer zur Verfügung.

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Am nächsten Morgen geht es dann weiter nach Opatija. Optimalerweise mit dem Taxi, weil Parkplätze dort praktisch nicht zu finden sind. Hier genießt man es, dass man nicht so dumm war in einem der dortigen Hotels abzusteigen, fragt sich warum reiche Russen für Immobilien hier praktisch jeden Preis zu zahlen bereit sind, denkt sich seinen Teil und lässt sich wieder nach Matulji bringen. Gemütlich setzt man sich ins Auto und fährt nochmal durch Opatija hindurch nach Lovran. Hier parkt man wild und legt sich auf den kleinen Strand kurz vor dem Ortsausgang. Mit Baden und ab und an in der Strandbar ein paar Bierchen trinken lässt sich hier ein wunderbar entspannter Urlaubstag verbringen.

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Man lacht sich nochmals über die Deppen im überteuerten Opatija kaputt, überlässt die Verantwortung für das Steuern des Fahrzeugs ab hier der Lebensgefährtin und lässt diese die istrische Riviera bis nach Brestova fahren. Zwischendurch geht man noch irgendwo einen Happen essen. Nachdem man die letzten Tage stets gehobene Küche genossen hat, empfiehlt sich jetzt etwas Einfaches und typisch Kroatisches: „Ćevapi sa kapulom„, Ćevapčići mit roten Zwiebeln. Und mit sonst nichts! Denn so wurden sie ursprünglich gegessen. So ist es die perfekte Trennkost und gerade rote Zwiebeln sind zudem extrem gesund!

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Das war eine kurze Istrientour. Von z.B. Wuppertal aus bis hierhin (Brestova) bequem binnen 5 Tagen realisierbar, so dass noch zwei Tage für die gemütliche Rückreise bleiben.

Tag 1: Anreise nach München
Tag 2: Triest, Piran
Tag 3: Porec, Limski Kanal, Rovinj
Tag 4: Pula, Pazin, evtl. Rijeka, Matulji
Tag 5: Opatija, Lovran, Brestova

Was macht man jetzt aber mit den verbliebenen 9 Tagen Urlaub, sollte man 14 Tage zur Verfügung haben?

Man setzt von Brestova nach Cres über. Dort fährt man bis nach Beli und genießt das Abendessen und die Übernachtung in der Pension Tramontana. Am nächsten Morgen legt man sich nach dem ausgiebigen Frühstück auf den schönen kleinen Strand von Beli und fährt später bis nach Mali Lošinj weiter. Gemütlich dahinbummelnd benötigt man für die etwa 75 km lange Strecke ca. 2 Stunden. Zwischendurch kommen viele tolle Ausblicke auf einen zu. Gegen Spätnachmittag oder spätestens am Abend ist man dann in seinem Hotel oder Appartement angekommen. Es wird wieder Zeit essen zu gehen.

Ab hier verweise ich auf meine Empfehlungen Lošinj und Cres bei Wikivoyage betreffend: https://de.wikivoyage.org/wiki/Lo%C5%A1inj. Auf jeden Fall kann ich Ihnen versichern, dass Ihnen keine einzige Sekunde langweilig werden wird.