News vom Homo Digitalis

Von Robotern, Indern und Negern

Gestern sah ich auf phoenix die irrsinnig blöde Sendung “Mensch.Macht.Arbeit Industrie 4.0“.

Ich habe wirklich selten so einen Quatsch gesehen. Da ging es u.a. darum, dass wir bald alle nicht mehr Auto fahren müssen, weil die Dinger das selbst erledigen, und wir künftig Roboter kaufen, die wir dann an irgendwelche Zeitarbeitsfirmen vermieten. Diese beschaffen den Robotern Arbeit, bringen sie zum Arbeitsplatz und dort verdienen die Roboter dann Geld für uns, wovon die Zeitarbeitsfirma natürlich ihren Obolus einbehält.

Ist das nicht ein geniales Konzept? Sie kaufen sich einfach einen Roboter und vermieten den. Und der verdient dann Ihr Gehalt. Der Dummkopf, der das vorschlug, sprach von einer “Demokratisierung der Arbeitswelt“, weil ja die Produktionsmittel dann jedem gehören würden. Wissen Sie was ich machen würde, wenn ich die Zeitarbeitsfirma wäre? Selbst wenn ich bei NULL angefangen hätte – weil ich nur über gute Beziehungen zu potentiellen Arbeitgebern verfügte – ich würde mir schnellstmöglich eigene Roboter anschaffen, anstatt ständig welche zu mieten. Denn vom mieten ist noch niemand reich geworden, außer Erich Sixt durch das Vermieten. Nur sind Mietwagen eben temporärer und vor allem örtlicher Ersatz für den eigenen PKW des armen Mannes, wohingegen diejenigen, die es sich leisten können – also z.B. der US-Präsident oder auch diverse Multimilliardäre – ihre eigenen PKW stets mit dabei haben.

Wissen Sie warum Zeitarbeitsfirmen Geld verdienen? Weil Menschen kacken! Ja, es ist wirklich so einfach. Ein Festangestellter muss jeden Tag was fressen, also kackt er. Das Dumme ist, dass er auch dann fressen muss wenn er nichts zu tun hat. Also lohnt sich so ein unproduktives Arbeiterarschloch für manche Firmen zeitweilig nicht. Roboter aber müssen nicht kacken. Die schaltet man einfach aus. Und schon verursachen sie keine Kosten mehr.

Jetzt könnte man natürlich einwerfen, dass die Firmen ja andauernd ihren Roboterfuhrpark erneuern müssten, anstatt einfach stets die neuesten Modelle mieten zu können. Dummerweise müssten aber auch die Vermieter sich immer die neuesten Modelle anschaffen, weil die Mieter ja keine alten Roboter mieten wollen. Einmal abgesehen davon, dass die natürlich auf dem Gebrauchtmarkt deutlich günstiger zu haben wären und somit für manche Firmen doch wieder eine günstige Alternative darstellen könnten. Besser gebraucht kaufen als neu mieten.

Ich kenne Leute deren ganze IT gebraucht ist. Ich gehöre u.a. selbst dazu. Abschreibung hin und Abschreibung her. Aber für mich macht der Kauf neuer IT einfach keinen Sinn. Weder muss ich irgendwelche Software demonstrieren, noch benötige ich repräsentative IT, weil ich ohnehin von zu Hause oder aus dem Hotel arbeite und dort keine Kundenbesuche zu verzeichnen habe.

Ich bin ein perfektes Beispiel für die Nutzung modernster Technologien. Ich kann von überall aus arbeiten und verdiene einen ganz ordentlichen Stundensatz, welcher aber lustigerweise deutlich unter dem einer Mercedes-Benz Fachwerkstatt liegt. Das hängt damit zusammen, dass ich keinerlei Kostenblock habe. Selbst meinen Sprit bezahlen mir meine Kunden. Als Selbständiger zahle ich auch keine Sozialabgaben. Resümierend könnte ich sagen, dass praktisch alles – außer der USt und der ESt – für mich verbleibt.

Ich bin sozusagen das Superbeispiel eines “digitalen Nomaden“. Nur dass ich keine arme Sau bin, die in irgendeinem Starbucks oder Großraumbüro arbeiten muss, sondern ein vergleichsweise wohlhabendes Schweinderl, welches aus seinen Wohnungen heraus werkelt. Auch betreibe ich kein “Carsharing“, oder sonst was von dem was heute die ganzen ach so gerne “sharenden” tollen Hippsterbartgesichtsfotzen so tun. Genauso wenig wie ich jemals Girlsharing betreiben würde.

Jedenfalls sind wir jetzt beim Auto gelandet:

Natürlich machen gebrauchte Autos mehr Sinn als neue. Wer das bis heute noch nicht begriffen hat ist entweder ein hoffnungsloser Idiot, ein unverbesserlicher Ökoidealist (Euro 6 ist geiler als Euro 5!) oder Firmenwagen-Fahrer auf fremder Leute Kosten. Aber Gottseidank gibt es davon immer noch genug. Und vor allem von solchen, die Autos in meiner präferierten Liga neu erwerben bzw. mal neu erworben haben.

Ich darf Ihnen jedenfalls versichern, dass sich so ein CT63 AMG mit inzwischen 116.000 km immer noch ganz phantastisch fährt. Die Klima arbeitet perfekt und die Sitzheizung sowieso. Das Navi kennt alle wichtigen Straßen Europas und in Zagreb auch noch eine absolut geniale Abkürzung zur Wohnung meiner Oma, auf die ich niemals selbst gekommen wäre.

Kommen wir jetzt mal zum “automatischen” Fahren. Ca. 80% aller Menschen sind tumbe Idioten und/oder Grobmotoriker. Setzen Sie einen normalen Menschen mal in eine Karre die nur ca. 4,2 Sekunden von 0 auf 100 benötigt und bis zu 320 km/h (Tachoanschlag) schnell ist. So was ist im heutigen Straßenverkehr beinahe schon eine Waffe, zumal es eines gefestigten Charakters bedarf um damit keinen Unfug anzustellen. Die Gefahr liegt ganz einfach in dem irrsinnigen Beschleunigungsvermögen, verbunden mit der Tatsache, dass Männer eventuell hormonelle Divergenzen zu ihrem sozialen Status empfinden könnten. Ich habe mir jedenfalls mal den Spaß gemacht das Auto bei Drivy einzustellen. Raten Sie mal welche Landsleute es mieten wollten!

Es waren durch die Bank Türken. Dann teilte mir Drivy mit, dass Autos dieser Leistungsklasse leider nicht vermittelt werden könnten, weil die Allianz als Versicherer da Probleme mit der Haftung hätte. Dies teilte ich den diversen Interessenten daraufhin mit, die sich alsdann mit dem Tagespreis zu überbieten begannen. Hauptsache sie können das Auto mal fahren. Selbstredend vermietete ich es nicht, genau so wenig wie ich meine Freundin – für wie viel Geld auch immer – von irgendwem vögeln lassen würde.

Wenn ich quasi automatisch fahren will, dann stelle ich mir einen Chauffeur ein. Nur, ich möchte halt eben selbst fahren, weil es einfach zu viel Spaß macht. Aber dazu gehört – zugegebenermaßen – auch das richtige Auto. Sowie die passenden Gelegenheiten. Die Fahrt von Deutschland bis auf die Insel macht im Regelfall nicht besonders viel Spaß, bis auf ein paar kurze Hochgeschwindigkeitsabschnitte auf deutschen – vielmehr bayrischen – Autobahnen. Umso geiler ist aber die Fahrerei hier, wie die geneigte Leserschaft ja schon in mehreren Berichten aus diesem Jahr nachlesen konnte.

Letztens gab es im TV eine Reportage über die Hommage an Walter Röhrl im Porsche-Museum zu sehen. Am lustigsten fand ich den Zusammenhang zwischen Röhrls Fahrweise und dem dauernd lichthupenden Gegenverkehr. Sein damaliger Fahrgast begründete dies seinerzeit für sich damit, dass der Walter wohl jeden in Bayern kenne. Röhrl lachte sich schlapp, wusste er doch, dass das einfach nur diese hosenscheißenden Paniklichthuper waren, die nicht einzuschätzen vermochten, ob der Walter jetzt gleich in sie reinknallt oder eben auch nicht. Wie wir inzwischen alle wissen ist er nicht reingescheppert.

Ich will mich weiß Gott nicht mit diesem absoluten fahrerischen Genie vergleichen. Aber glauben Sie Röhrl würde sich jemals automatisiert durch die Gegend kutschen lassen? Nie im Leben! Ich glaube er würde sogar darauf bestehen, dass selbst sein Leichenwagen von einem Menschen ohne Zuhilfenahme jedweder Elektronik gefahren wird.

Und hier sind wir beim entscheidenden Punkt: Nicht wirklich viele Menschen sind Individuen. Aber es wird immer noch genug von diesen geben, dass sie sich gegen eine automatisierte Welt der Roboter und angepassten Vollidioten zur Wehr setzen werden. Wie viele es im Moment in der BRD sind kann man an den Wahlergebnissen von FDP und AfD ca. ablesen. Es ist ungefähr ein Fünftel der Bevölkerung. Und dieses Fünftel ist die wahre Elite des Landes. Ich jedenfalls habe nichts dagegen, wenn ich demnächst die ganzen Bewegungslegastheniker in ihren “Automobilen” wie Pylonen umfahren kann.

Ach ja, abschließend noch zu den Indern und den Negern. Glauben Sie, dass die demnächst auch alle in selbstfahrenden Autos sitzen werden? Glauben Sie, dass die künftig auch alle durch Roboter ersetzt werden werden? Gebärroboter brauchen die jedenfalls schon mal nicht! Was würde denn realiter geschehen, wenn in Indien und Afrika die menschliche Arbeitskraft durch Roboter ersetzt werden würde? Wovon sollten diese Menschen dann noch leben? Etwa davon, dass sie sich gegenseitig Roboter vermieten? Vielleicht solche, die ihnen beim Verhungern zuschauen?

Ich finde diese Industrie 4.0 Utopisten klasse! Die sind so gänzlich hirnbefreit, dass es nicht mehr schlimmer sein könnte. Sie sehen bestenfalls – und vielleicht – die USA, Japan und Europa. Sämtlichst höchst entwickelte und hoch produktive Gesellschaften. Die wirtschaftlich tatsächlich so produktiv waren, dass sie keine Nachkommen mehr zeugten und diesen Menschenmangel nunmehr durch Roboter kompensieren müssen.

Es wird völlig anders kommen, glauben Sie es mir! 

2 Kommentare

  1. Hi Jerko,
    ich habe schon länger Nichts mehr von mir hören lassen, aber dieser Artikel war wieder so klasse, dass ich einfach kommentieren muss.
    Du schaffst es immer wieder, mir aus der Seele zu schreiben, gerade auch aktuell in obigem Artikel.

    Zu den Bewegungslegasthenikern:
    Mittlerweile ist es z.T. so schlimm, dass ich schon genervt bin, wenn ich hinter gewissen Zeitgenossen mit dem Fahrrad in irgendwelchen 30er Zonen herfahre.
    Es sind dann meistens alte Opas, oder junge Frauen.
    Frage, was haben alte Opas und junge Frauen gemeinsam? 🙂 🙂 🙂
    Vom Beschleunigen grundsätzlich gar nicht mehr zu reden.
    Das kann kein BIO Deutscher mehr.
    Denen wurde ins Hirn gewaschen, dass man drei Tropfen sprit sparen kann, wenn man an der Ampel am Besten schon im dritten Gang im Standgas anfährt und dann ab 30 in den Fünften Gang schaltet.
    Da der deutsche Michel brav folgt und jeden Scheiß umsetzt, kommen jetzt an den Ampeln, selbst bei längerer Grünphase maximal noch 5 Autos durch, bevor es wieder Rot wird.
    Tolle Umweltbilanz übrigens 😉 Aber Denken war noch nie des Michels Stärke, sondern nur gehorchen.
    Könnte der Michel selber denken, wären die Nazis auch nie groß geworden, also irgendwas muss da schon faul sein.
    Ich bin ja froh, dass ich schlesische Wurzeln habe und kein echter BIO Michel bin, deshalb kann ich selber denken und verstehe z.B. auch deinen BLOG richtig. 🙂

    Was die autark fahrenden Autos angeht, da mache ich mir hier überhaupt keine Sorgen, das kommt nicht.
    Genausowenig wie Industrie 4.0.
    Wer soll die Infrastruktur aufbauen und vor Allem aufrecht erhalten? 🙂 🙂 🙂

    Man muss nur regelmäßig den BLOG von Hadmut Danisch lesen, der kennt sich in dem deutschen IT Sumpf gut aus, um Bescheid zu wissen, dass das Nichts wird.

    Was mich froh macht, ich liebe es nämlich ebenfalls, selber Auto zu fahren und würde mich auch nie in so eine Kiste setzen.
    Ich habe die Dinge gerne selber in der Hand.

    Jetzt freue ich mich auf deinen nächsten Artikel, da Du die Realität immer so schön Humorvoll rüber bringst, kann ich noch von Herzen lachen, wenn ich deine Kommentare lese und dann geht es mir gut.

    Deutscher Mainstream “Humor” bringt einen ja nur noch zum Kotzen.

    Ich konnte über ein Portal mal in “Fuck you Göthe 3” reinschauen.

    Nach 15 min. ging es nicht mehr, so eine unerträgliche Propaganda.
    Joseph Göbbels und Erich Mielke hätten auch jeden Fall freude an dem Film gehabt.

    Viele Grüße von Deinem, nach wie vor großen Fan,

    Andreas

  2. Hi Andi, schön mal wieder was von Dir zu lesen.

    Das mit dem Fahrrad kenne ich noch aus meiner Studienzeit in Münster. Da hab ich es auf der Geraden auf ca. 60 km/h gebracht (Peugeot Alu-Rennrad, Voll-Shimano und alles sonst was seinerzeit gut, leicht und extrem teuer war). War aber schon verdammt gefährlich, denn hätte da so irgendeine fette Sumpfkuh ihre Beifahrertür geöffnet, dann wäre ich vermutlich nicht nur zwangskastriert, sondern auch geköpft worden. Denn für die Radwege war ich einfach deutlich zu schnell. Also musste ich auf die Straße ausweichen.

    Danke für Dein überaus freundliches Kompliment den Artikel betreffend. Ich hab ihn gestern einfach nur aus einer gewissen Wut heraus heruntergepinselt, aber selbst niemals für gut erachtet. Aber so verschieden sind die Geschmäcker oder Befindlichkeiten eben.

    Übermorgen kommt ein Artikel, den ich zu Frühzeiten des Blogs verfasst habe, inzwischen aber für einen meiner besseren erachte. Viel Spaß beim Lesen.

    Ich freue und bedanke mich herzlichst dafür, dass Du meinem Blog nach wie vor gewogen bist.
    Viele Grüße aus immer noch Kroatien!

    Langsam wird es kühl. Aber wenn ich von 120 qm zwei Zimmer (50 qm) heize, und zum Duschen, Rasieren usw. kurzzeitig eins der Badezimmer, dann passt das schon. Ansonsten muss ich ja für gewöhnlich nicht kochen, sondern gehe immer noch gerne essen. Da darf die Küche also im wahrsten Sinne des Wortes “kalt” bleiben.

    Viele Grüße von der kleinen Insel
    Jerko

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