Pula – Christliche Kulturstadt

Und zweitgrößtes Amphitheater Europas

Pula ist mit nur 57.000 Einwohnern eigentlich eine Kleinstadt. Sie hat aber einen der meistangeflogenen Flughäfen Kroatiens. Ist Pula doch eine gute Ausgangsbasis zur Weiterreise z.B. in die typischen Badeorte Istriens wie Rovinj, Vrsar und Poreč oder auch die direkt vor Pula gelegenen Briuni-Inseln. Die Fährverbindung nach Cres und Mali Lošinj besteht seit 2014 nicht mehr. Diese wird substituiert durch einen 15minütigen Flug mit dem Wasserflugzeug der European Coastal Airlines (http://www.ec-air.eu/de/flugplan). Überhaupt bietet diese Fluglinie tolle Destinationen an. So kann man von Pula z.B. Mali Lošinj, Rab, Split und Zadar anfliegen. Von Split gelangt man dann bis nach Dubrovnik. Ich werde mir dieses Jahr mal das Vergnügen des Jetsettens die kroatische Küste entlang gönnen.

Pula wirkt größer als es tatsächlich ist. Maßgeblichen Anteil daran hat die wohl größte Sehenswürdigkeit der Stadt, das nach Nimes zweitgrößte Amphitheater außerhalb Italiens.

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Das sehr gut erhaltene Theater, in dem heute noch Konzerte stattfinden, und dessen kleines Museum sind unbedingt eine Besichtigung wert. Parken sollte man am nahe gelegenen Hafen. Nach der Besichtigung des Amphitheaters empfiehlt sich ein Bummel durch die recht schicke Innenstadt mit ihrem venezianischen Flair. Links unten im Bild sehen Sie den Augustustempel. Rechts davon das Rathaus.

In wohl jedem zweiten nordrhein-westfälischen Kuhdorf hätte man stattdessen einen völlig überdimensionierten Beamtentempel im 70er Jahre Waschbetondesign hingeklotzt. Wie gut, dass die Kroaten – ebenso wie z.B. die Bayern – ein traditionsverbundenes Völkchen sind.

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Der Bummel endet am Arcus sergii, dem 30 v. Chr. erbauten Sergierbogen. Dessen Besonderheit ist, dass dieser nach der Seeschlacht bei Actium, welche den Sieg Augustus über Marc Anton und Kleopatra besiegelte, aus privaten finanziellen Mitteln von einer Frau zu Ehren ihrer drei Brüder errichtet wurde.

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Übrigens wohnte der bekannte englische Schriftsteller James Joyce (Ulysses) zwei Jahre in einem Haus neben dem Arcus sergii, derweil er in Pula als Englischlehrer arbeitete.

Sehenswert – weil einfach in ein historisches Gesamtambiente eingebunden – ist auch auch die kleine Kapelle der heiligen Maria Formosa.

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Eine schöne Zusammenstellung der Sehenswürdigkeiten von Pula findet sich hier:

http://www.pulainfo.hr/de/kamo-ici/kulturdenkmaler/33/kapelle-der-hl-maria-formosa/326/

Sollten Sie in Pula selbst einige Tage verweilen wollen, so darf ich Ihnen das Hotel Valsabbion ans Herz legen. Ein wunderschön gelegenes kleines Hotel im Boutique-Stil und wirklich sein Geld wert.

Pula eignet sich natürlich auch für eine Erkundung der wunderschönen istrischen Halbinsel. Vergessen Sie einfach mal die Toscana. Die war einmal und ist heute sowas wie das Disneyland Italiens. Natürlich muss man Siena und Monteriggioni einmal gesehen haben. Aber einmal reicht auch. Vor allem in der Hochsaison dreht die Toscana am Rad. Und das insbesondere auch preislich! Jetzt bin ich ja gerne bereit für Qualität Geld auszugeben und insbesondere für gutes Essen. Aber eine rein nach Angebot und Nachfrage ausgerichtete Preispolitik passt mir einfach nicht. So nach dem Motto: “Wie viele Hollywood-Superstars kann eine Karibikinsel aufnehmen?” Dann ziehen wir die Preise einfach so hoch, dass sich das sonst keiner mehr leisten kann.

Da ist Istrien noch anders. Nehmen wir z.B. einmal die Speisekarte eines der besten istrischen Restaurants: http://www.dragadilovrana.hr/assets/cms_page_image/cms_page_20_file_de.pdf. Umgerechnet ca. 16 EUR für Skampi sind ein Witz. Und ca. 58 EUR für ein kg fangfrischen Edelfisch finde ich jetzt auch nicht zuviel. 21 EUR für eine Lammhaxe sind auch ein mehr als fairer Kurs.

Erinnern Sie sich doch einfach mal an Ihren letzten Italienurlaub und was Sie dort für 21 EUR zu essen bekommen haben…