Schon mal über “Lebensqualität” nachgedacht?

Für manche ist es scheinbar “Maximale Faulheit“, dachte ich mir die Tage, als ich einen guten Freund am Flughafen Düsseldorf abholte. Da haben die den Ankunftsbereich inzwischen derart verbaut, dass man praktisch nicht mehr in die erste Reihe vorfahren kann, ohne ein Parkticket lösen zu müssen. Natürlich sollte ich den faulen Kerl trotzdem direkt am Ausgang abholen. Das sah ich aber nicht ein, sind es doch bis zum Eingang des Sheraton von der Lufthansa-Ankunft nur wenige Meter. Also stellte ich mich vor das Sheraton und mein Kumpel musste halt die paar Schritte laufen.

Inspiration für diesen Post war der seit langem wieder im TV angeschaute erste Teil des „Herrn der Ringe“ und das friedliche, genügsame Leben im schönen Auenland. Mehr als das braucht kein Mensch. Gutes Essen, ab und an ein wenig Unterhaltung, seinen abendlichen Rotwein und vor allem Frieden. Auch Gesundheit ist unbedingter Teil von Lebensqualität. Und m.p.E. bleibt man gesund, indem man Übergewicht und Stress vermeidet. Stress ist überhaupt der größte Lebensqualitätskiller, wenn auch in unserer vermeintlich so modernen Gesellschaft Stress irgendwie geradezu als schick gilt. Pseudoerfolgreiche Menschen sind immer schwer im Stress, tippseln ständig auf ihrem Smartphone herum und sind so unglaublich aktiv. Sie sind bei Facebook, bei Instagram, auf Twitter, haben jede Menge Follower und kriegen ständig total wichtige E-Mails oder Whatsapps.

Für mich waren diese Weihnachtstage Lebensqualität pur. Ich hatte drei Tage am Stück ganz bewusst und nur allein für mich. Niemand rief mich an, niemand störte mich, niemand ging mir mit seinen Problemen auf den Nerv und ich musste mir niemandes Schauspielerei – Sie kennen ja bestimmt das beliebte Stück: “Die heile Familie unter dem Weihnachtsbaum” – betrachten. Da ich für niemanden Geschenke kaufen musste, fiel auch der Stress des Nachdenkens darüber weg. Mein Kühlschrank und die Speisekammer sind voll, die Rotweinvorräte ebenfalls. Und so konnte ich mir bis heute ruhige Tage am Stück gönnen. Glücklicherweise gibt es neben den Mainstream-Medien mit ihrem gruseligen Weihnachtsprogramm (der kleine Lord, drei Nüsse für Aschenbrödel, Kevin allein zuhaus, Dirty Dancing usw.) z.B. n-tv mit interessanten Dokus.

Gottseidank ist der Kelch der Vermehrung an mir vorbeigegangen. Ebenso wie der der Verehelichung. Und so natürlich auch der der Scheidung, wie auch der der Unterhaltszahlungen. Für verheiratete Menschen mit Kindern mag es nichts Schöneres geben als am Weihnachtsabend zusammenzuhocken. Und man hört ja auch immer von der hohen Selbstmordrate an Heiligabend, weil es so viele Menschen gibt, die sich an solch einem Tag besonders einsam fühlen.

Ich persönlich bin eher ein Freund der gepflegten Einsamkeit und halte es da mit Einstein:

Ich lebe in jener Einsamkeit, die peinvoll ist in der Jugend, aber köstlich in den Jahren der Reife.

Was vermutlich damit zusammenhängt, dass ich als IT-Dienstleister haufenweise ungewollter sozialer Kontakte habe. Ich kann es mir schlicht nicht aussuchen, wer mich wann und weshalb kontaktiert. Ständig macht irgendwer dummes Zeug und ich muss ihm aus der Patsche helfen. Da “Das Unvorhersehbare” ergo Teil meines Alltages ist, genieße ich es um so mehr einfach mal eine vorhersehbare Zeit der Ruhe für mich zu haben.

Letztens hatte ich seit Jahren wieder einen sog. Termin. Ich musste morgens um 09.00 vor Ort sein. Ein sehr guter Kunde von mir benötigte meine Unterstützung bei einem Mandanten. Normalerweise liege ich um 09.00 Uhr noch in meinen kühlen Kissen. Aber was tut man nicht alles für die liebe Kundschaft. Glücklicherweise gab es ausnahmsweise mal keinen Stau, so dass ich pünktlich war. Ansonsten mache ich Termine grundsätzlich nicht mehr, weiß ich doch nie wie lange mich der immer irrer werdende Verkehr aufhalten wird. Haben Sie sich mal überlegt, wie viel Zeit der sog. „normale“ Mensch in seinem Leben eigentlich so auf dem Weg zur Arbeit und zurück verliert? Gehen wir mal davon aus er fängt mit 27 seinen ersten Job an und arbeitet 40 Jahre lang bis zur Rente. Das wären 40 x 365 x 1,5 Stunden = 21.900 Stunden / 24 = 912,5 Tage / 365 = 2,5 komplette Lebensjahre!

2,5 Lebensjahre nur um zum Geldverdienen zu gelangen und wieder zurück nach Hause. Ich bekomme meine Anfahrten ja wenigstens noch bezahlt, verdiene also sozusagen Geld indem ich aufs Gaspedal des AMG trete (was ganz nebenbei auch noch eine Menge Spaß macht). Der gemeine Pendler hingegen ist nichts weiter als ein ganz armes Schwein, welches tagtäglich kostbarste Lebenszeit verliert.

Da koche ich doch lieber in aller Ruhe. Man nehme (alle Zutaten vom ALDI):

Einen ordentlichen Schuss Olivenöl und einen Bund Lauchzwiebeln. Diese so lange anschwitzen bis sich ihr Duft spürbar ausbreitet. Dann 250g kleingeschnittene Datteltomaten dazugeben.

Kurz danach die tiefgefrorenen Tigergarnelen dazu.

Dann den Deckel auf die Pfanne und bei Stufe 6-7 solange ziehen lassen bis die Garnelen kein bisschen glasig mehr sind, sondern schön knackig. In der Zwischenzeit wurde 1/2 Knolle Knoblauch gehackt (mit einem Kochmesser aus einem Messerblock vom ALDI den ich 1997 gekauft habe, als ich meine Referendarswohnung in Wuppertal bezog).

Den Knoblauch in die Pfanne geben und gut umrühren.

Jetzt noch ein wenig Tomatenmark sowie rotes und grünes Pesto dazu.

In der Zwischenzeit wurden 125g Spaghetti al dente gekocht. Da ich keinen Schönheitspreis gewinnen will, werden die Spaghetti mit in die Pfanne gegeben und alles wird gut umgemengt.

Das ergibt zwei köstliche Portionen. Im Gegensatz zu einer Bekannten von mir, die mal sagte “Von schönen Tellern isst man nicht” – was sie auf Männer bezog – weil gut aussehende Männer ihrer Meinung nach zur Untreue neigen, esse ich gerne von schönen Tellern. In diesem Falle der Serie TAC Gropius von Rosenthal.

Bon Appetit!

Gehört zur Lebensqualität Reichtum? Dazu müsste man Reichtum erst einmal definieren.

Für mich jedenfalls ist Reichtum einfach nur mehr zu haben als ich brauche. Und da ich Champagner nicht besonders mag und Hummer schon deswegen nicht oft esse, weil es inzwischen viel zu wenige von ihnen gibt, komme ich mit recht wenig zurecht. Mir reichen 4-Sterne Hotels aus und ich brauche weder jährlich ein neues iPhone, noch ein Samsung Supersmartphone. Ich bin sowas wie ein Muster an Bescheidenheit. Und da ich den für viele Männer oft größten Kostenverursacher – das gierige, geldgeile, schmarotzerische und unnütze Weib – vermeide, komme ich auch an der Stelle sehr gut weg.

Nehmen wir beispielsweise mal den damaligen Freund der dummen Breitarschschwester meiner spermaschluckenden Ex, der verlogenen und erfolglosen Fachanwältin für Medizinrecht und Pornopraktiken aus dem Ruhrgebiet. Der notgeile Herr Chefarzt der Onkologie hatte drei debile Kinder von zwei hässlichen Frauen. Soviel Geld kann selbst ein Chefarzt heute nicht mehr verdienen, wie ihn das an Unterhalt kostete. Da fällt mir gerade ein Ärztewitz ein:

Die Internisten wissen alles und können nichts. Die Chirurgen wissen nichts und machen alles. Die Onkologen wissen nichts und können nichts. Und die Pathologen wissen alles, kommen aber immer zu spät.“

Je mehr der Mensch besitzt, um so mehr muss er sich darum kümmern. Ein Haus mit Garten z.B. verursacht Arbeit oder Kosten. Menschen mögen Grundbesitz für gewöhnlich. Vermutlich weil tief in seinem Inneren ein jeder Mensch ein kleiner König sein will, sonst würden sich Millionäre nicht riesige, protzige Villen leisten. Ich persönlich könnte noch so reich sein, meine Wohnung und demnächst mein kleines Häuschen in Winnekendonk würden mir immer ausreichen.

Ich verstehe so manche Menschen nicht, die sogar noch auf die alten Tage mit irgendwelchen größeren Projekten beginnen, obwohl sie doch schon Geld im Überfluss haben. Brauchen manche Menschen ständige Herausforderungen und den damit einhergehenden Stress? Vielleicht damit sie merken, dass sie noch am Leben sind? Ich merke das auch dann wunderbar, wenn ich mich morgens nochmal im Bett umdrehe und dabei daran denke wie meine kaputte Anwalts-Ex schon wieder am Schreibtisch sitzt, ihre Kleingeldmandate abarbeitet und immer faltiger der Altersarmut entgegensieht.

Ganz wichtig für die Lebensqualität ist die innere Zufriedenheit. Ich nehme da mal wieder meine Ex mit ihrem geleasten 3er Cabriolet. Für sie war dieses Türkenstatussymbol so etwas wie ein Zeichen dafür es in eine bestimmte Liga geschafft zu haben. Ob es sie zufrieden machte weiß ich nicht. Sie war jedenfalls sehr stolz darauf. Mir war es schon immer wichtiger in möglichst früh abbezahltem Eigentum zu wohnen.

Dafür verzichtete ich dann auch gerne darauf Porsche oder gar Ferrari zu fahren.

Mir reichte das hier: