So mies geht die Stadt Wuppertal mit Flüchtlingen um!

Vor zwei Wochen (04.10.2015) habe ich der Stadt Wuppertal per Email über deren Website eine 75qm Wohnung zur Unterbringung von Flüchtlingen angeboten. 2 Zimmer, Küche, Tageslicht-Bad und Gäste-WC sowie natürlich Balkon und Garage. Fußläufig befinden sich Kindergarten und Grundschule. Die Bushaltestelle liegt keine 50m entfernt. Insgesamt eine gehobene Wuppertaler Wohnlage. Im gleichen Häuserblock wohnt der Geschäftsführer einer Zeitarbeitsfirma, der immerhin einen Porsche 911 GT3 fährt (inzwischen ist es ein Panamera Turbo S).

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Meine Intention war es z.B. zwei Familien helfen zu können. Sicherlich wäre es auch für die Verhältnisse eines syrischen Ingenieurs oder Arztes zumutbar zusammen mit seiner Frau und einem Kind eine Zeit lang in einem Zimmer zu wohnen und sich das Badezimmer (mit Wanne) mit einer anderen Familie zu teilen, zumal es noch ein separates WC gibt. Durch die gehobene Nachbarschaft und die zur Verfügung stehenden Bildungseinrichtungen würde eine schnelle Integration sicherlich gefördert. Durch die optimale Busverbindung (bis zum Düsseldorfer HBF sind es nur 53 Minuten) könnten die integrierten Flüchtlinge dann z.B. auch in der Boomtown Düsseldorf eine Berufstätigkeit wahrnehmen. Solingen und Remscheid sind ebenfalls schnell erreicht. Für einen vernünftig denkenden Menschen also eine Art Gottesgeschenk. Aber Beamte sind leider keine vernünftig denkenden Menschen!

Viel wichtiger war es mir aber, dass Flüchtlinge überhaupt eine Wohnung und eine Nachbarschaft erhalten, anstatt selbst nach erfolgreichem Deutschkurs und möglicherweise auch bereits der beruflichen Integration in direkten Wettbewerb mit deutschen Mietern zu geraten. Denn in diesem können sie einfach nicht bestehen. Und so würden sie weiter in den Erstaufnahmestellen campieren müssen, was einer realen Integration in unsere Gesellschaft dauerhaft im Wege stünde.

Heute erhalte ich doch tatsächlich (nach zwei Wochen) eine Email, daß ich mich doch bitte wegen der Wohnung mit der Stadt in Verbindung setzen soll. Ich rufe dort an und bekomme eine junge Dame ans Telephon die befindet, dass eine 75qm Wohnung groß genug für die Unterbringung einer Familie sei! Erste Verwunderung meinerseits. Soso, ob die in Syrien auch alle zu viert auf 75qm wohnen? Aus Kroatien jedenfalls kenne ich das bis zum heutigen Tage noch teilweise deutlich anders. Da müssen die Syrer aber schon einen echt hohen Lebensstandard haben. Und das bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen in 2010 von 2750$. (http://durchschnittseinkommen.net/liste-durchschnittseinkommen/). In Kroatien liegt das Durchschnittseinkommen im Vergleich dazu bei immerhin 13.850$ (Stand 2011). Als dann die Sprache auf den Mietzins kam, teilte mir die junge Dame mit, dass die Stadt Wuppertal 4,85 EUR pro Quadratmeter zahle. Die Garage brauche man allerdings nicht.

Ich hätte beinahe laut losgelacht, denn laut eigenem Mietspiegel der Stadt Wuppertal (https://www.wuppertal.de/vv/produkte/105/102370100000364921.php.media/364937/102370100000364937.pdf) lag für Wohnraum der zwischen 1978 und 2005 fertiggestellt wurde bereits im Jahre 2012 der mittlere Mietzins zwischen 5,70 und 6,40 EUR. Für 4,85 EUR erhielt man in Wuppertal bereits 2012 laut städtischem Mietspiegel de facto nur den allerletzten Dreck. Und nur den will die Stadt Wuppertal ganz offensichtlich den Flüchtlingen zur Verfügung stellen!

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Tatsächlich sieht die Lage heute im Jahre 2015 aber wie folgt aus: http://www.wohnung-jetzt.de/wohnungsmarkt/mietspiegel/wuppertal.php.

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Demnach liegt die durchschnittliche Miete bei ca. 6,60 EUR/qm. Und hierbei handelt es sich nicht um die Miete in einer guten, ruhigen Wohnlage. Und schon gar nicht für eine gehobene Wohnung mit schönem Balkon und Gäste-WC. Da liegen wir bei 7,50 EUR/qm und mehr.

Ist das jetzt Dummheit oder Dreistigkeit oder gleich beides?! Als ich der jungen Dame sagte, dass die Stadt mit so einem Verhalten der Ghettoisierung Vorschub leiste erwiderte sie mir, dass es doch darum gehe zu helfen. Ich wies sie freundlich darauf hin, dass ich schon erhebliche Einkommensteuern und Umsatzsteuern zahle und nicht noch Geschenke an die Stadt Wuppertal machen kann. Es sei schließlich schon überaus nett eine Wohnung in guter Lage anzubieten, womit ich als Vermieter auch ein gewisses Risiko eingehe. Aber auf dem Kostenohr blieb die junge Dame taub und versuchte mir zu erklären, dass ich aus solch einer Situation nicht noch Profit zu schlagen versuchen soll. Das alles hörte sich auch irgendwie einstudiert an, als ob man die Dame einem Training im Umgang mit potentiellen und natürlich sämtlichst raffgierigen Vermietern unterzogen hätte.

Fakt ist, dass die Stadt Wuppertal offenbar davon ausgeht, dass Vermieter ihr entweder Geschenke machen, indem sie auf den ortsüblichen Mietzins verzichten, oder aber nur den allerletzten Dreck anbieten. Mithin Wohnraum in den sonst niemand anderes einziehen will. Z.B. abbruchreife Häuser direkt an der B7 aus denen jetzt schon die sozial Schwächsten der Gesellschaft  bereits flüchten. Statt nach Ausbildung und sozialem Stand der Flüchtlinge zu differenzieren – ein Arzt hat auch in Syrien in einer besseren Wohnlage als ein Arbeiter gewohnt – und integrationswillige aber vor allem auch -fähige Familien ihrem Stand entsprechend unterzubringen, wird nach Art der Krämerseele agiert. Das Ende vom Lied schaut dann so aus: http://www.ksta.de/koeln/-sote-fluechtlinge-hotels,15187530,32143028.html.

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Da muss man sich doch wirklich ernsthaft fragen, ob unsere Beamten überhaupt zum Denken befähigt sind. Statt gut gemeinte Angebote anzunehmen wird solange abgewartet bis irgendwann der eiskalte Wettbewerb die Preise bestimmt. Die zahlt man dann aber, ist ja schließlich nicht das eigene Geld sondern das des Steuerzahlers.

Und man hat es vorher doch ja auch im Guten versucht. Aber die bösen, raffgierigen Vermieter wollten ja alle so viel Geld…

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