Von der unendlichen Dummheit der Politiker

Warum E-Mobilität nicht massentauglich ist

Gerade schaue ich auf n-tv eine Sendung über die Formel-E. Es wird von der Zukunft des Elektroantriebs gefaselt und im Internet kursiert folgendes Video des Grünen Kretschmann:

Der Mann ist der erste grüne Ministerpräsident, derweil Frau Hofreiter sowas wie einen Ersatzjesus für Arme mimt. Kretschmann ist Realist, derweil Hofreiter ein verblendeter Utopist ist.

Erst war da nur diese Anzeige im Navigationssystem. Eine Straßenkarte von Hamburg nach Salzburg, auf der Strecke vier Stationen. Erster Stopp: „Supercharger Rhüden, Germany. 20 Minuten Ladezeit erforderlich.“ Daneben das Symbol einer fast leeren Batterie und eine Zahl: 9 Prozent. So viel Strom sollte noch übrig sein in Rhüden, nach rund 230 Kilometern. (http://www.zeit.de/2016/15/tesla-tankstellen-deutschland-reichweite)

D.h. nach nur rund 230 Kilometern ist der Akku eines Tesla im Realbetrieb praktisch leer. Und dabei werden die Herrschaften nicht einmal besonders flott unterwegs gewesen sein.

Die Batterien sind nahezu voll, als es losgeht in Hamburg. Rund 500 Kilometer Reichweite sind angezeigt, aber ein Tesla-Fahrer lernt schnell, dass diese Zahl in der Wirklichkeit deutscher Autobahnen fast durch zwei geteilt werden muss. Und das, obwohl Klima und Beschleunigung schon auf Sparmodus stehen.

M.a.W.: Bei zügiger Fahrweise hält der Akku eines Tesla vielleicht gerade einmal 150 km. Und da schnelles Fahren zur Lebensqualität gehört, ist ein Tesla vielleicht für die tempolimitierten USA geeignet, nicht aber für ein freies Land wie Deutschland.

Natürlich hat der Elektroantrieb eine Zukunft in Nischensegmenten. Das zeigt z.B. das StreetScooter-Konzept der deutschen Post. (http://www.streetscooter.eu/) Diese Fahrzeuge haben vorhersehbare Fahrstrecken und sind damit auch für z.B. viele Handwerksbetriebe geeignet. Auch den gesamten Stadtbusverkehr könnte man auf Elektroantrieb umstellen. In Solingen gibt es schon seit Jahrzehnten den Oberleitungsbus (https://de.wikipedia.org/wiki/Oberleitungsbus_Solingen). Man fragt sich unweigerlich warum diese Technologie nicht auch in anderen Städten zum Einsatz kommt. Tatsächlich gibt es sie in Deutschland nur noch in Eberswalde und in Esslingen (https://de.wikipedia.org/wiki/Oberleitungsbus#Europa)

Auch für die gemeine Hausfrau ist der Elektroantrieb eine Alternative. Allerdings fährt die heute – anders als früher – nicht mehr Kleinwagen, sondern am liebsten dicke SUV. Aber auch sie hat vorhersehbare Fahrtstrecken und fährt zumeist nur innerstädtisch, so dass sie mit einer Akkufüllung zurecht kommen würde. Indes, wie viele von uns haben denn realistisch betrachtet schon das Geld ihrem Mütterchen einen 120.000+ teuren Elektro-SUV zu kaufen?

Und dann hört es auch schon auf, denn Pendler, Außendienstler und andere Menschen mit längeren oder nicht vorhersehbaren Fahrtstrecken werden sich bei den geringen Reichweiten nicht auf den Elektroantrieb verlassen (können). Und der von den Grünen und den Sozn in den 80ern vielgepriesene ÖPNV hat sich in Deutschland nun einmal nicht zugunsten des Individualverkehrs durchsetzen können. Der ÖPNV mag in manchen Großstädten wie z.B. München noch einigermaßen funktionieren. In Wuppertal fahre ich jedenfalls nicht mit dem Bus in die Stadt, weil es mit dem eigenen Auto viel komfortabler und schneller geht.

Auf einen sehr interessanten Artikel zur E-Mobilität hat mich ein lieber Leser hingewiesen: http://www.spektrum.de/kolumne/was-waere-wenn-wir-alle-elektrisch-fahren-wuerden/1441400.

Fangen wir zunächst bescheiden an und gehen von dem Wunsch der Politik aus, dass ab 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland fahren sollen. Für diesen Fall sollen laut Bundesregierung moderne Schnellladestationen von jeweils 350 Kilowatt Leistung im gesamten Land installiert werden. Dazu ein Rechenbeispiel: Angenommen, es ist 20 Uhr, und zehn Prozent der eine Million Elektroautobesitzer möchten ihre Fahrzeuge aufladen. Dann wird zusätzlich zu dem normalen Strombedarf eine Leistung von 35 000 Megawatt benötigt. Das entspräche ungefähr 23 mittleren Kohlekraftwerken oder – falls Sie es nachhaltiger haben wollen – 35 000 Windrädern.

Ganz schön viel für nur eine Million E-Autos die um 20 Uhr, also nach dem Abendessen pünktlich zur Tagesschau aufgeladen werden wollen. Sie können die Uhrzeit aber auch gerne auf 17 Uhr vorverlegen. Es wird jedenfalls hoffentlich klar, welch gigantische Strommenge sozusagen plötzlich zusätzlich erforderlich wird. Und Kohlekraftwerke lassen sich ja wenigstens noch steuern, wohingegen der Wind sich dummerweise jeder Beeinflussung durch uns Menschlein strikt widersetzt.

Würden wir nun alle 60 Millionen Verbrennungsmotoren in Deutschland durch Batterien ersetzen und annehmen, dass jeder Fahrzeugbesitzer sein Auto nur alle zwei Tage für jeweils eine halbe Stunde auflädt; und nehmen wir weiterhin an, die Aufladevorgänge könnten durch ein smartes System gleichmäßig über die gesamten zwei Tage verteilt werden, so bräuchten wir sogar knapp 140 neue Kraftwerke oder 220 000 Windräder oder eine Fotovoltaikanlage von der Größe des Saarlands, um den zusätzlichen Strombedarf zu decken. Zugegeben, beim Saarland denken sich viele Deutsche: „Das ist es mir wert …“

Alle zwei Tage nur für jeweils eine halbe Stunde. Und was wäre mit jedem Tag zwei Stunden, was wesentlich realistischer wäre. Rechnen Sie es bitte selbst nach, ich bin im Moment zu faul. Aber ich vermute, dass wir ca. halt Afrika erobern und in Photovoltaikanlagen umwandeln müssten.

Um 30 Kilogramm Benzin zu ersetzen, brauchen Sie derzeit eine moderne Lithiumionen-Batterie, die rund 900 Kilogramm wiegt. Und bei Millionen von geplanten E-Autos benötigen Sie dazu einen ganz schönen Haufen Lithium, das zusammen mit dem ebenfalls benötigten Seltenerdmetall Neodym nicht gerade besonders nachhaltig abgebaut wird. Zudem kam das Fraunhofer-Institut für Bauphysik zu dem Schluss, dass sich die Herstellung und das Recycling einer modernen Batterie auf die Gesamtökobilanz im Vergleich zum Verbrennungsmotor in negativer Weise auswirken.

Um 30 Kilogramm Benzin zu ersetzen, muss ich also ein Zusatzgewicht i.H.v. 870 kg in Form einer hochgiftigen Batterie mit mir führen. So viel wogen früher mal ganze Autos! Und natürlich stellt sich der diplomierte Physiker Ebert zu Recht die Frage, wie das denn mit dem Strom tanken klappen soll, wenn ganz Deutschland sich auf den Weg in den Urlaub macht. Wie viele Tanksteckdosen soll es denn an den Autobahnraststätten geben?

Stellen Sie sich bitte einmal einen brütend heißen Sommertag vor. Familie Kreti steht hinter Familie Pleti an der Zapfsäule. Alle sind schon ziemlich genervt von den bisherigen Staus. Aber Gottseidank haben ja heute alle Autos wenigstens eine Klimaanlage. Und so wird der Motor beim Anstehen an der Zapfsäule natürlich angelassen, damit die Klima fleißig vor sich hinkühlt, fangen doch sonst die Blagen sofort das Nörgeln an. Jetzt dauert so ein Tankvorgang aber nur fünf Minuten. Da geht die Mami mal schnell mit den Kleinen auf die Toilette und schon kann es wieder weitergehen.

So, und nun das gleiche Szenario mit dem Wunderfahrzeug namens Tesla und das auch nur unter der Voraussetzung, dass praktisch jede Ladesäule ein sog. Supercharger ist. An der steht aber schon einer. Also 20 Minuten warten. Dummerweise ist der eigene Akku aber so gut wie leer. Also die Klimaanlage abschalten. Bei 38 Grad im Schatten, wie es sie in Deutschland dieser Tage hatte. Da können die in der Hitze schmorenden Kleinen dem Familienpapi von hinten zuschauen wie er entweder ins Lenkrad beißt oder die nörgelnde Mami erwürgt. Die als kluge Hausfrau ja schon ahnte, dass die schönen Photos von Nahrungsmitteln eben so wenig mit der Realität in der Verpackung zu tun haben wie die vollmundigen Versprechen des Elektromobil-Verkäufers.

Und das ist es auch mit der Elektromobilität. Sie ist – einmal mehr – eine ideologisch motivierte Sau, die mit irrem Tempo durchs Dorf gejagt wird, um den Dörflern vorzumachen es passiere etwas. Da die Merkel offenbar zu blöd ist, um Herrn Eberts Rechnung selbst anzustellen, wird es der dumme Wähler vermutlich erst Recht nicht können – so vermutlich Merkels Kalkül – und deshalb in einem Anfall von Ökowahn und Antiklimaerwärmungsgutmenschentum statt der Grünen hoffentlich die CDU wählen. Nach dem obigen Video von Herrn Kretschmann wird dies leider nur noch wahrscheinlicher.

Ach ja, und wovon sollten all die Araber eigentlich noch leben, wenn wir denen nicht mehr ihr Öl abkaufen würden? Oder lässt Frau Merkel die dann auch alle noch nach Deutschland kommen?

2 Kommentare

  1. Das Konzept Batteriefahrzeug (BEV) funktioniert nur, wenn Parken = Laden ist. Und selbst da ist ein BEV nur für mittlere Reichweiten (max. 200 km) sinnvoll.

    Für die Langstrecke sehe ich eher Fahrzeuge mit Brennstoffzelle. Hier hast du zwar auch eine kleine Pufferbatterie für die Energierückgewinngung beim Bremsen (Rekuperation) und das Abfangen von Leistungsspitzen (die Brennstoffzelle gibt lieber konstant Energie ab), aber da klappt es auch wieder mit dem flotten Tanken.

  2. Jerko Usmiani sagt: Antworten

    Gerade kommt die allerneueste Meldung auf WELT rein, wonach Obama den Russen einen potentiellen IT-Supersprengsatz hinterlassen hat. Weshalb Juniper Networks ja auch gerne die Virenscanner von Kaspersky Labs für ihre OnRouterScanner einsetzt.

    Ich krieg mich momentan einfach nicht mehr ein!!!!

Kommentar verfassen