Warum die Idee mit den E-Autos schlichter Quatsch ist:

Wie immer wenn etwas unsinnig ist, sich aber politisch gut macht, geht die Frau Bundeskanzlerin (wir erinnern uns: Das ist die Frau die uns den Atomausstieg verordnet und bis heute nichts davon in die Realität umgesetzt hat) jetzt bei den Elektroautos mal wieder ganz vorneweg.

http://www.welt.de/wirtschaft/article154782876/Der-grosse-Denkfehler-bei-der-E-Auto-Praemie.html

Ich zitiere:

„Wie aus einem internen Papier hervorgeht, sollen es als Kompromiss 5000 oder 4000 Euro sein, zahlbar je zur Hälfte von Bund und Herstellern. Das Gesamtfördervolumen solle bei 1,2 Milliarden Euro liegen und ab 1. Juli 2018 langsam abgesenkt werden.“

Ok, so ein Elektroauto ist vielleicht nicht uninteressant. Schauen wir uns aber mal die Preise von gebrauchten Elektroautos an (für die die Förderung natürlich nicht gilt):

tesla-s

Stolzer Kurs! Andererseits haben E-Motoren praktisch keinen Verschleiß. Dafür wiederum sind die Batterien verflucht teuer. Und – das wird oft vergessen – sie sind eine maximale Umweltschweinerei!

Nun aber die Frage: Würden Sie bei einer Förderung von 4-5 tausend EUR zu einem gebrauchten Tesla S greifen? Ich würde es vielleicht tun. Dumm nur, dass Elektroautos ab 60.000 EUR aber nicht mehr dieser Förderung unterliegen sollen und werden!

Grundsätzlich finde ich Elektroautos eine gute Idee. Angenommen ich hätte eine Frau. So Hausfrau und Mutti halt. Oder von mir aus auch hübsch, doof und vorwiegend dazu da mir meinen Dong zu polieren. Ich würde ihr ein Elektroauto kaufen! Allein schon damit sie tagtäglich in die Stadt fahren kann, um sich beim Schaufenstergucken zu vergnügen und uns auf dem Rückweg noch was von meinem heissgeliebten Thai-Imbiss mitzubringen. Denn im Stadtverkehr macht ein Elektroauto natürlich absolut Sinn. Es ist leise, es ist abgasarm und in der Stadt muss man nun wirklich nicht rasen. Vor allem Frauen nicht!

Nun, was kostet aber jetzt so ein „Elektrostadtwagen“?

bmw-i3

Uj, da muss mir Häschen aber eine Menge wert sein! Vielleicht kaufe ich ihr dann doch besser eine Jahreskarte für den ÖPNV. Denn sie hat schließlich alle Zeit der Welt, lebt sie doch schon auf meine Kosten. Damit fällt das potentiell sinnvolle „elektrische Kleinwagen- oder Stadtwagenkonzept“ irgendwie komplett hinten runter. Oder wie sehen Sie das?

Das ist auch irgendwie der Haken an selbst einem Tesla-S. Mag er bis zu 500 km Reichweite haben. Das hilft mir leider nicht weiter. Normalerweise schon, denn üblicherweise fahre ich kaum noch. Wenn dann aber vorwiegend längere Strecken. Und die bevorzugt auch gerne sehr schnell. Also fangen wir gar nicht erst eine unsinnige Diskussion an: Wie lange brauche ich, um mit einem Tesla-S von Wuppertal nach Mali Lošinj (Zweitwohnsitz, 1.250 km entfernt) zu gelangen? Bei gewohnter Fahrweise dürfte der Akku trotz Drosselung auf 200 km/h nach spätestens 250 km leer sein. Macht 5 Voll-Ladezyklen. (Tatsächlich wird der Akku noch deutlich schneller leer sein.)

Ok, es gibt auf der Strecke sogar genug Tesla-Supercharger …

tesla-supercharger

… die mir den Akku in 20 Minuten zur Hälfte voll machen. Aber eben nur zur Hälfte und ich habe keinerlei Lust dann optimalerweise ca. 10 Ladezyklen à 20 Minuten an irgendwelchen Superchargern zu hocken. Denn das wären 200 Minuten = über 3 Stunden nur gelangweilt irgendwo herumsitzen. Mit dem AMG komme ich mit 3 Tankfüllungen bei ziemlich rasanter Fahrweise ca. 1.100 km weit. Dann am Fähranleger noch einmal zur Tränke, wo ich mir im Restaurant erst einmal köstliche Ćevapčići an meinem Spezialsitzplatz über dem Meer gönne. Dazu zwei eiskalte Liter Humpen Ožujsko und den SPIEGEL.

So fängt Erholung an. Nicht mit dem Stress sich am nächsten Supercharger langweilen zu müssen!

Nebenbei sind es vom letzten Supercharger in Ljubliana bis nach Mali Lošinj auch noch 226km, so dass ich in Slovenien eigentlich sicherheitshalber einmal vollladen muss. Was mich eine Übernachtung extra kostet und damit auch den Kostenvorteil des stromernden Tesla gegenüber dem AMG deutlich relativiert. Denn rechne ich 1.250 / 10 * 16,1 Liter Durchschnittsverbauch des AMG, dann lande ich bei den derzeitigen Preisen bei ca. 300,00 EUR Spritkosten für eine Tour. Die reiße ich selbst innerhalb der Saison in ca. 11 Stunden am Stück ab. Die gleiche Aktion mit dem Tesla würde mich also einen Lebenstag mehr kosten und mir ca. 150 EUR ersparen. Jetzt glauben Sie mir aber mal, dass mir ein Lebenstag weit mehr wert ist als 150 EUR! Zwar habe ich alle Zeit der Welt. Aber ich muss diese nicht mit dem Stromtanken oder Übernachtungen in Ljubliana verbringen.

Einmal auf Lošinj angekommen wäre das mit dem Tesla hingegen kein Problem. Zwar gibt es dort keine einzige Ladestation. Aber da kann ich das Ding ja auch an die normale Steckdose hängen. Zumal ich dort eigentlich nur klimatisiert zum Strand oder auch ins Städtchen fahre, um mir Zeitschriftennachschub zu kaufen.

Die wahre Utopie unserer Hirnipolitiker lautet aber mal wieder wie folgt: Wir würden gerne, verstehen aber nicht wirklich worum es geht, und machen es selbst auch falsch vor! Beispiel: Frau Merkel wohnt in Berlin. Warum fährt sie selbst nicht innerhalb Berlins mit einer klitzekleinen Elektrokarre von ihrer Wohnung zum Kanzleramt? Vermutlich aus Sicherheitsgründen, haha! Und das gilt ebenso vermutlich auch für jedes andere Arschloch von politischem Wichtigtuer in Berlin. Ich wäre z.B. durchaus für Elektrofahrzeuge für den Stadtverkehr (s.o.). Da ich aber nur in absoluten Ausnahmefällen überhaupt in die Stadt fahre (geschätzt 2-3mal im Jahr) fände ich dafür selbst 10.000 EUR einfach zu viel Geld. Meine Einkäufe erledige ich „bei Gelegenheit“ weil der Aldi und mein Kaufpark bei mir auf dem Weg liegen. Und hier legt eben der Haken von Elektroautos. Weshalb sie sich auch nicht durchsetzen können und werden:

Sie sind ein Nischenprodukt für die reiche Mami mit vorhersehbarer Fahrtstrecke. Und ebenso für den Geschäftsführer, der damit in die Firma stromert. Privat und mit Familie aber mit dem Benziner-Cayenne S in den Urlaub donnert. Und selbst dann muss er schon deutlich ein Ökofreak sein. Denn als einziges Auto taugt ein Elektromobil nur für Menschen, die entweder so viel Geld haben, dass es ihnen egal sein kann (z.B. Filmstars). Oder für solche die überschaubare Strecken fahren. So könnte ich mir auch einen Tesla für mich vorstellen, wenn Mali Lošinj endlich den Flughafen ausbaut. Denn auch ich würde lieber fliegen. Andererseits kostet mich allein das Taxi zum Kölner Flughafen ca. 130 EUR, der Flug nochmals mindestens soviel und dann nochmal das Taxi auf Mali Lošinj ca. 25 EUR. Dafür bin ich dann vielleicht in ingesamt 4 Stunden da, habe aber deutlich weniger Spaß gehabt als mit dem AMG auf der Autobahn. Und auch so schöne Erlebnisse wie die Ćevapčići an der Fähre und die Überholorgien auf der Insel müsste ich mir sparen.

Und das ist mit das Schönste an der Fahrt, die Insel als meine private Nordschleife! AMG in den S-Mode und dann ganze Kolonnen von dahinzuckelnden Touristen mit brachialem V8-Gebrüll überholen. Deutsches Kennzeichen aber erkennbar kroatische Fahrweise 🙂