Warum Kroatien Sinn macht …

... und Deutschland nur noch nervt!

Eine kleine Crux des Lebens auf der Insel ist die einer gewissen Entkoppelung vom Alltag.

Das hat einerseits riesige Vorteile. Nehmen wir beispielsweise meinen gestrigen Tag. Ich ging zu Fuß die ca. 300 Meter ins Städtchen und musste registrieren, dass das mein Lieblingscafé geschlossen hatte. Der Grund war mir allerdings inzwischen bekannt. Einer der Onkel des Inhabers hatte vorgestern seinen Bruder erschossen. Dummerweise besitzen die beiden zwei Restaurants direkt nebeneinander, schuldeten sich gegenseitig wohl etwas Kleingeld, neideten sich jeden Gast und so gab ein Wort das andere, bis einer die Waffe zückte und den anderen in den Rücken schoss.

Das wäre mir persönlich ja noch ziemlich egal gewesen. Es sind beides Ex-Albaner und bei denen ist Blutrache ja – leider – ganz offenbar noch gang und gäbe. Dummerweise passierte das aber mitten in der Hochsaison im vollen Restaurant. Woraufhin ich jetzt ernstliche Zweifel daran hege, ob die Gäste beider Restaurants je wiederkommen werden.

Jedenfalls war innerhalb einer Stunde per Helikopter die Spezialpolizei aus Rijeka da (Das schafften die Norweger bei Anders Breijvik nicht!). Und nun ist mir auch klar, warum die vorgestrige Beerdigung in Sveti Martin von so viel – schwer bewaffneter – Polizei bewacht wurde. Auch heute im Städtchen zeigten die Jungs noch deutliche Präsenz. Und das sind keine Schwuchteln, wie die pseudostudierten deutschen Polizeibeamten, die sich von den G20 Chaoten öffentlich verprügeln lassen. Im Gegensatz zu denen sind unsere Jungs hier äußerst höflich. Aber komm denen mal besser nicht krumm. Hier funktioniert die Staatsgewalt nämlich noch.

Weshalb die Restaurants der ganzen Sippschaft auch umgehend polizeilich geschlossen wurden. Es soll wohl auch schon die Anordnung ergangen sein, dass der Mörder – der selbstverständlich sofort festgenommen wurde – sein Restaurant verkaufen muss. So läuft das hier bei uns. Und umgehend ist wieder die sprichwörtliche Ruhe im Karton.

Sobald der deutsche Bulle es aber mit Kanacken zu tun bekommt, scheißt er sich vor Angst in die Hosen!

Allein anständigen Bürgern wie mir gegenüber traut sich das gemeine deutsche Streifenhörnchen noch was zu, weil ich einmal über eine durchgezogene Linie auf einen Parkplatz abgebogen bin (http://www.jerkos-welt.com/der-kleine-jerko-ist-wieder-zurueck/). Was hat der dumme Bulle von mich auch zu befürchten? Ich bin schließlich nur mit meinem Intellekt „bewaffnet„.

Und damit für den mutigen deutschen Polizeibeamten garantiert (k)eine Gefahr!

Gestern ist mir beim Anschalten des Lichts im Wohnzimmer eine Glühbirne zum Teufel gegangen. Dummerweise sprang auch die Sicherung raus. Neue Glühbirne rein, so ein modernes Halogenteufelszeug mit 100 Watt, Licht an, zack wieder die Sicherung raus und die neue Birne auch im A****. Olle 60 Watt Glühbirne aus der Abstellkammer reingeschraubt. Alles bestens. Heute dann ab nach Nerezine, wo es zwei 60 Watt Glühbirnen (die, die in der EU inzwischen verboten sind 😉 ) für 10 Kuna gibt. Eigentlich wollte ich die Konoba in Sveti Jakov besuchen (wurde mir im Kroatien-Forum kürzlich empfohlen)

Aber das ist eine Pommesbude und inzwischen geschlossen. Ach ja das Kroatien-Forum. Die Deutschen sind schon ein komisches Völkchen. Da wurde ich doch umgehend gemobbt, weil ich schrieb, dass ich hier keine fetten deutschen Paradaisertouristen in kurzen Hosen und irgendwelchen Schlappen sehen will. Aber provozieren tue ich bekanntlich gerne und was kann ich dafür, wenn die verarmten Sandalenträger mit ihren Campingmobilen sich Mali Lošinj bald nicht mehr leisten können?

Sie finden mich dort unter dem Usernamen Groundtorpedo. 😉

Jedenfalls fuhr ich wieder nach Nerezine in eine kleine Kneipe namens RIO. Selbstverständlich fuhr ich mit dem AMG bis direkt vor die Haustür. Das ist zwar nicht besonders legal und entsprechend wurde ich von den blöden Touris auch begafft. Aber wenn man neben dem Chef parken darf, dann geht das schon ok.

Zwei Gäste sprachen mich wenig später auf Deutsch an weil meine Tankklappe offen sei. Ich war etwas verdutzt, weil ich gerade in den SPIEGEL vertieft war, bedankte mich und – in der Tat – der Tankdeckel war halb offen. Aber nicht der Einfüllstutzen.

Bei den vielen Booten kam ich – einmal mehr – ins Grübeln, ob ich mich auf sowas wirklich wohl fühlen würde. Oder würde ich genauso im Restaurant sitzen, um dann mit dem Boot zurück nach Mali Lošinj zu fahren, um aus der Marina mit dem Rennlasteselchen nach Hause zu fahren?

Jedenfalls würde ich es bei den derzeitigen Temperaturen ganz sicher nicht lange auf dem Boot aushalten. So genoss ich zum aktuellen SPIEGEL ein eiskaltes Karlovačko …

… und regte mich massiv darüber auf, dass ich mir den SPIEGEL gekauft hatte. Denn er brachte mich aus meinem Inseltraum wieder zurück in die knallharte Realität des deutschen Irrsinns. Wir prügeln auf unserer Automobilindustrie herum, als ob wir noch zig weitere Schlüsselindustrien hätten, frönen dem krankhaftesten Masochismus aller Nationen weltweit und trotzdem machen sich mehr und mehr sog. „Flüchtlinge“ – die in Wahrheit Sozialschmarotzer sind – auf dem Weg zu uns. So lange bis das Staatswesen kollabieren wird oder wir sie irgendwie entsorgen müssen. Angeblich sind wir jetzt schon beinahe dabei Libyens Südgrenze abzusichern, damit die Neger es gar nicht mehr bin in die Schlauchboote schaffen. Warum zum Henker versenkt sie unsere europäische Marine nicht einfach? Es sind doch nichts weiter als Aggressoren, die illegale Landnahme betreiben wollen.

Heute gab es ein Essen für Arme, genannt Girice. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass die einfachsten Dinge im Leben oft auch die schönsten sind. Wozu brauche ich Hummer und Skampi, wenn ich für 87 Kuna (95 incl Tipp = 12,90 EUR) lecker satt werde und drei eiskalte halbe Liter Bierchen trinken kann?

Diese Wochen will mein bester Kumpel mit seinem neuen (gebrauchten) C63 AMG T-Modell Facelift auf die Insel kommen. Ich konnte ihn davon überzeugen die Finger vom ML 63 AMG zu lassen. Er lebt etwa so wie ich. Arbeitet nicht mehr besonders viel und fährt ganz gerne Ski. Also passt das Dragsterpackeselchen gut zu seinem Lebensstil. Allerdings hat er nochmals 14 PS mehr als ich unter der Haube, weil der Vorbesitzer damit bei Brabus war. Meiner wurde nur auf 520 PS hochgepumpt. Von einem Porsche-Tuner aus Köln.

Da mein Kumpel ein großer Fleisch(fr)esser ist, schickte ich ihm nachfolgendes Photo zu.

Den gemischten Fleischteller für 60 Kuna werden wir uns garantiert mal gefallen lassen. Die Besitzer des RIO heißen übrigens Mirsad Beluli und Canije Neziri. Beides albanische Namen. Sehr nette Leute und absolut integriert, was man daran erkennt, dass sie im Ort von jedem gegrüßt werden.

Solcherlei Parallelwelten wie in Deutschland existieren bei uns in Kroatien nicht. Da soll mir nochmal ein Deutscher was von Integration daherfaseln.

Dann regte ich mich noch massiv über einen Artikel auf in dem es darum geht, dass vor einem deutschen Gericht gegen einen Syrer verhandelt wird, der einen anderen Syrer in Syrien gefoltert hat und hier deshalb von ihm angezeigt wurde. Der Gefolterte hat eine Frau und 8 Kinder, wohnt in einem Reihenhaus, arbeitet nicht, fährt aber auf Steuerzahlerkosten einen Geländewagen. Der Folterer wohnte zuletzt in Münster in einer Hochhaussiedlung und ließ sich regelmäßig 30-EUR-Nutten nach Hause kommen. Der Prozess wird hunderttausende EUR kosten und wofür das alles? Nur weil Merkel seinerzeit nicht die Grenze schließen konnte bzw. wollte und kein Grenzer ihnen eine Kugel in den Kopf jagen durfte!

Wieder zuhause angekommen besetzte ein Pärchen aus Zagreb zum Ausladen ihrer Plörren meinen Parkplatz. Nach Deutsch und Englisch einigten wir uns dann auf Kroatisch. Ich sagte ihnen wo sie ihr Auto später abstellen könnten und fuhr ein paar Meter weiter, um eine Stelle zum Wenden zu finden. Dabei begegnete ich dem hier:

Den Besitzer habe ich damit die Tage schon mal durch das Örtchen knattern sehen. Perfektes Gefährt für die Insel. Nur auf die Landstraße würde ich mich damit nicht trauen. Andererseits kommt man damit vermutlich nicht in die Verlegenheit überholen zu wollen. Was heute beinahe einem Rennradfahrer zum Verhängnis wurde, weil ich haarscharf an ihm vorbeidonnern musste, fuhr der zu Überholende doch zu weit links. Aber was fährt er auch mit seinem Rennrad hier auf den Inselstraßen herum, der arme Irre. Gibt es in Deutschland nicht genügend Radwege?

Das mit den Touristen artet inzwischen wirklich zur Plage aus. Es ist August und die Italiener haben Urlaub. Wer es sich leisten kann, der kommt mit seinem dicken Diesel SUV auf die Insel und verstopft hier die Straßen. Das gibt dann eine äußerst ungesunde Mischung aus deutschen und niederländischen Armutscampern, um jeden Preis Skampi futternden Italienern und Teilzeitpensionisten, die es lieben zu überholen, auch wenn sie dadurch keine 20 Sekunden früher zuhause sind. Es macht aber einfach Spaß und genau darin liegt bekanntlich der Sinn des Lebens.

Ich futter jetzt noch ein Eis am Stiel, lege mich dann für ein Schläfchen hin und pünktlich um 18.00 Uhr trinke ich mein erstes Glas Weißwein.

Živili!

9 Kommentare

  1. Jerko, wieder schöne Bilder. Danke. Sie aber wieder mit dem „Spiegel“. Hat es etwas zu bedeuten? Außerdem legen sie die Schlüssel nie auf den Tisch. Meine Großmutter hatte gemeint, dass man dann kein Geld haben wird :-)))

    1. Hallo rzwierz,

      der SPIEGEL ist für mich seit meiner Kindheit so etwas wie das ultimative wöchentliche Informationsmedium. Und da ich gut zwischen den Zeilen zu lesen vermag (seitdem ich fünf bin) bin ich mir sicher, dass ich dem SPIEGEL (i.v.m. dem Online-Angebot der WELT) eigentlich alle relevanten Sachstandsberichte zur politischen Lage entnehmen kann.

      Wozu sollte ich meinen Schlüssel auf den Tisch legen, wenn keine fünf Meter von mir entfernt mein kleines vierflutiges Monster steht? 😉

      Aber das kann man auf dem Photo nicht gut erkennen, weil ich den Auspuff – so wie auch das ganze Auto – von außen einfach nur verdrecken lasse. Zu Zeiten Ihrer Großmutter mag es noch ein gewisses gesellschaftliches Gewicht gehabt haben durch den Schlüssel zu repräsentieren. Heute wird man dafür eher angefeindet. Aber auf dem „Girice-Photo“ ist schon der Schlüssel zu sehen!

      Und ich wusste gar nicht, dass die verchromte Variante nur den Luxusmodellen „zusteht“ bzw. aufpreispflichtig ist. Ein lieber Kunde fährt eine R-Klasse. Und hat einen Vollplastikschlüssel. Von dem hab ich das überhaupt, weil der mir eine neue Batterie für die Funkfernbedienung besorgte.

      Aber Ihre Großmutter hat Recht. Denn Geld habe ich im Vergleich zu so vielen unglücklich reichen Menschen wirklich keines! Und ich bin trotzdem glücklich! 🙂

  2. Irgendwann haben Sie ein Hotel in Pula erwähnt. Ich kann leider den Eintrag nicht mehr finden. Ich würde gerne dorthin fahren, zumal ich dort Freunde von früher habe. Was war das für ein Hotel, wissen Sie es noch?

    1. Hallo rzwierz,

      darf ich Ihnen folgenden Post nahe legen? 😉

      http://www.jerkos-welt.com/pula-christliche-kulturstadt-und-das-zweitgroesste-roemische-amphitheater-ausserhalb-italiens/

      Wünsche Ihnen eine wunderschöne Zeit dort.

      Viele Grüße von der schönsten Insel der Welt
      Jerko Usmiani

  3. Thanx :-)) Hvala lijepa

    1. Drago mi je da sam mogao pomoc

    2. Nema na cemu

  4. Nawet zrozumialem 🙂

    1. Aha, na dann viele Grüße nach Tschechien! 😉

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