Warum Man(n) für den IS auch Sympathien entwickeln könnte…

… wenn er denn kein westlich zivilisierter und moralisierter Mensch wäre.

Der Begriff der Zivilisiertheit ist ein relativer. Die alten Römer waren fraglos eine große Zivilisation. Bis sie im 5. Jahrhundert n. Chr. von Barbaren überrannt wurden. Dazu siehe einen sehr interessanten Artikel hier http://www.welt.de/geschichte/article146277646/Das-war-es-dann-mit-der-roemischen-Zivilisation.html welcher auch interessanten Bezug auf die aktuelle Flüchtlingssituation nimmt. U.a. weil er diese klar als Völkerwanderung bezeichnet. Die Römer waren andererseits Meister darin andere zu Tode zu bringen. Dazu ein sehr aufschlußreiches und ebenso kurzweiliges Video hier: https://vimeo.com/29621634

Zivilisiertheit und Grausamkeit schließen sich also nicht wechselseitig aus. Ein schönes Beispiel dafür sind auch die Hannibal Lecter Filme, die zwar fiktiv sein mögen aber sehr schön aufzeigen, dass gerade besonders helle Geister ihre Mitmenschen oft nicht als Menschen ansehen, sondern eher als Tiere welche ihnen körperlich ähnlich sehen. Und die darf man halt verspeisen. So wie auch Affen nachweislich andere Affenarten töten und verspeisen. Die Kultur des Kannibalismus war bis in die jüngste Zeit z.B. auf Papua Neuguinea noch aktuell. Dort sogar unter direkt nebeneinander wohnenden Stämmen gleicher Art. Aber üblicherweise verspeist der zivilisierte Mensch keinen anderen Menschen, soviel steht fest. Oder aber zivilisierte Menschen, die sich in allergrößter Überlebensnot befanden und der eiskalten Ratio folgend beschlossen, dass ein Toter besser gegessen wird um ihr eigenes Überleben zu sichern, als wegen möglicherweise falscher Moralvorstellungen selbst dem Tode anheim zu fallen. Weltweit bekannt ist das entsprechende Verhalten der Insassen eines 1972 in den Anden abgestürzten argentinischen Verkehrsflugzeuges.

Und hier sind wir bei der Moral. Diese ist bestimmt durch die Zivilisation in der man lebt. Durch deren Werte, Kultur und insbesondere auch Interessen. So sind beispielsweise die 10 Gebote m.E. aus der Not heraus entstanden, dass die Israeliten nicht mehr folgen wollten und stattdessen begannen goldenen Kälbern zu huldigen, herumzuhuren und eine ausgiebige Party zu feiern. So hätte Moses sein Volk nie heil ins heilige Land bekommen. Also musste er vorgeben, dass ein höheres Wesen Regeln aufgestellt habe, nach denen sich die lieben Israeliten bitte zu verhalten haben. Und Moses war zweifelsfrei ein überaus kluger Mann, denn diese Regeln sind IMHO bis heute noch das beste System um mit seinen Mitmenschen in Ruhe, Frieden und Harmonie zusammenleben zu können. Jeder der sie praktiziert ist über jedes weltliche Gesetz erhaben.

Weil aber die Moral eben auch von Interessen abhängt, gibt es Staaten die z.B. Vielweiberei zulassen. Das kann in kriegerischen Zeiten durchaus von Vorteil sein. Ein Mann kann theoretisch täglich eine Vielzahl von Frauen schwängern. Wohingegen eine Frau nicht einmal bestimmen kann wie viele Kinder welchen Geschlechts sie in neun Monaten austrägt. in kriegerischen Kulturen macht die Vielweiberei daher absolut Sinn. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass neue Krieger herangezogen werden ist in diesem System deutlich höher als in monogamen Gesellschaften. Umgekehrt kommt es natürlich zu einem zwangsläufigen Problem, wenn den vielen Männern irgendwann nur noch wenige Frauen gegenüberstehen (u.a. weil weibliche Kinder oft als wertlos angesehen und daher getötet werden). Dies belegen jetzt schon die fortwährenden Berichte über Massenvergewaltigungen in Indien. Zumal die Natur (und die weiß eigentlich stets alles am allerbesten) zumindest die Männer auch noch bevorzugt hat, wenn es um deren Entstehung im Mutterleib geht. Dazu siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechterverteilung sowie  http://www.laenderdaten.de/bevoelkerung/sex_ratio.aspx Männer haben also etwas bessere Karten zur Welt zu kommen als Frauen.

Zumindest in Kulturen, wo ihnen Menschenrechte eingeräumt werden, relativieren Männer diesen Vorteil, indem sich mit dem Moped oder Sportwagen um die Leitplanke oder besser noch direkt einen Baum wickeln. Oder früher auch in kriegerischen Kulturen, wo sie sich – je nach Glaubensrichtung – allerdings im Erfolgsfalle wenigstens mit 72 Jungfrauen im Himmel wiederfanden. Betrachtet man die Moral sehr kühl als Produkt von gesellschaftlichen und kulturellen Interessen, dann hat es durchaus etwas für sich Mitarbeiter des IS zu sein. Man kann heiraten und sich trotzdem mit Sexsklavinnen vergnügen. Man muss keine Diskussionen führen, weil bereits der unterschwellige Hinweis auf die „guten Sitten“ des IS die Dame des Hauses jederzeit wieder zur Raison bringen dürfte. Das erspart Stress und Streit und ist damit einem langen und herzinfarktfreien Leben zuträglich. Wie bereits gesagt: Moral orientiert sich an kulturellen Werten und Interessen. Nicht an vermeintlichen Kriterien wie Gutmenschentum oder gar Menschlichkeit!

Sein Einkommen verdient der Mitarbeiter des IS indem er mit der Waffe die vielen Unterdrückten zur Abgabe von z.B. Schutzgeld zwingt. Nicht sehr viel anders verhalten sich auch viele Manager westlicher Unternehmen. Sie befehligen die vielen fleißigen Untergebenen per Dekret und greifen dafür einen erheblichen Anteil des von ihnen Erwirtschafteten ab. Sie drohen dabei statt mit dem Tode lediglich mit der Kündigung. Jetzt verhält der IS sich aber vor allem auch gar nicht anders als die bisherigen Diktatoren der Region. Für die Menschen unter dessen Obhut ist die Situation also keine andere als je zuvor. Bis auf die teilweise Ausnahme, dass jetzt die Scharia gilt und somit jeder weiß, das bei Diebstahl die Hand weg ist und bei Blasphemie gar der Sensemann grüßen lässt. Sowas könnte man durchaus auch als „Rechtssicherheit“ bezeichnen und es unterscheidet die Regeln des IS kaum von denen der vermeintlich „zivilisierten“ guten Freunde des Westens, den ach so gern gesehenen Saudis. Siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-islamischer-staat-saudi-arabien-verhaengt-aehnliche-strafen-a-1014231.html. Würde man den IS einfach gewähren lassen, dann würden sich die realen Machtverhältnisse in der Region endlich einmal zementieren können. Es würde ein Kalifat entstehen, welches für alle streng gläubigen Muslime die ideale Nation wäre. Und sicherlich wären die gemäßigten muslimischen Staaten wie Tunesien, Marokko, Ägypten, der Libanon usw. gar nicht unglücklich, wenn deren allzu konservative Muslime in Richtung Islamischer Staat ziehen würden. So könnte endlich ein jeder nach seiner Façon leben und somit glücklich werden.

Leider müssen es die Herrschaften vom IS aber übertreiben. Hätte z.B. der schnauzbärtige Postkartenmaler aus Braunau am Inn nicht die Juden vergast sowie die Russen und England angegriffen, die Welt hätte ihn gewähren lassen. Deutschland wäre heute sicherlich wieder eine Demokratie (so wie auch Spanien eine geworden ist) aber wenigstens so groß, dass uns nicht ganz Europa auf der Nase herumtanzen könnte, wie es derzeit leider der Fall ist. Würden die Herren vom IS es unterlassen ausländischen Journalisten oder humanitären Helfern die Köpfe abzuschneiden und jeden der nicht ihres Glaubens ist meucheln zu wollen, dann wären sie dem Rest der Welt gewiß herzlich egal. Die Kräfteverhältnisse haben sich in der Historie ständig verschoben. Staaten sind entstanden und wieder vergangen. Es ist mir ein Rätsel wie wir darauf kommen, dass dies künftig nicht mehr passieren wird. Gerade wir Europäer sollten es besser wissen, ist doch in den Neunzigern mitten in Europa aus Jugoslawien eine Vielzahl von Staaten entstanden. Warum sollte dies nicht endlich im arabischen Raum auch passieren. Wo die Staatsgrenzen zudem von den ehemaligen Kolonialmächten mit dem Lineal und ohne Berücksichtigung von Stammesgrenzen oder auch Ethnien gezogen wurden?

Kriege hat der Mensch immer geführt und wird er immer führen. Das ist einfach seine Natur. Und nicht einmal großer Wohlstand hält ihn davon ab, siehe die USA. Nur dass diese ihre Kriege demnächst mit Robotern führen werden, welche sie von der Fernsehcouch aus bedienen, so wie ich ja auch von dort aus arbeite. Allein Frauen sind so naiv zu glauben, dass sich alle Konflikte durch reden lösen lassen. Weshalb Frau Merkel in der Moderation dieses Konfliktes scheitern wird. Solange der IS keinen Nato-Staat angreift, haben wir uns streng genommen da unten gar nicht einzumischen. Wenn die irakische oder syrische Armee zu feige sind sich dem IS zu stellen, dann ist das deren Problem. Die Kurden jedenfalls zeigen, wie man sich erfolgreich zur Wehr setzen kann.

Europa sollte sich selbst wie eine mittelalterliche Festung schützen und lediglich qualitative Zuwanderung zulassen, wie es auch die USA, Australien oder Kanada tun. Dadurch würden die Leute gezwungen bei sich zuhause für Ordnung zu sorgen anstatt einfach das Heil in der Flucht zu suchen. Auch die europäischen Zivilgesellschaften sind nicht durch das Weglaufen entstanden.

(14.11.15: 20.20 Uhr) P.S: Gestern hat der IS einen NATO-Staat angegriffen. Ich bin gespannt, wie sich das militärisch durchaus mächtige Frankreich (Atommacht) daraufhin verhalten wird. Hollande sprach bereits von einem totalen Krieg!