Was Europa leisten kann und was es nicht leisten soll

Ich bin überzeugter Europäer und als meine Bekannten in Kroatien auf der Insel gegen den Beitritt Kroatiens zu Europa waren, habe ich ihnen stets erklärt, dass dieser Beitritt gut für alle sein wird.

Jetzt muss man natürlich wissen, dass diese Leute vielleicht ein paar Mal in Zagreb waren und ein oder zweimal in Italien. Aber über die Brückentage einfach mal z.B. nach Madrid abzuhauen, oder – weil Fliegen mit Ryanair ja so schön billig ist – mirnichtsdirnichts nach Sardinien zu jetten, das käme meinen Nachbarn nie in den Sinn. Schon deshalb nicht, weil ihnen das Geld dazu fehlt. Ihr Blick auf das Europa des freien Warenverkehrs und der freien Grenzen – welches es mir erlaubt in nur 11 Stunden auf der Insel zu sein – ist ein stark Eingeschränkter. Weil sie damit überhaupt nicht in Berührung kommen. Gerade Mali Lošinj war in der Saison schon immer rappelvoll von gut situierten Touristen. Offene Grenzen hin oder her. Für meine Inselnachbarn aber geht es primär ums liebe Geld. Trotzdem Kroatien noch lange nicht zu den Nettozahlern der EU gehören wird, sind sie skeptisch und wittern neben vielen Verschwörungen auch immer, dass die EU ihnen ja eigentlich nur ans Portemonnaie will und sich reiche EU-Bürger die kroatischen Firmen und Filetgrundstücke unter den Nagel reißen wollen.

Obwohl die Kroaten stets ein gastfreundliches Völkchen waren, sowie mit ihren historisch vielfältigen Kontakten zu Kulturnationen wie Österreich, Italien und Ungarn sowohl im Hinblick auf die Küchenkultur als auch die Vielsprachigkeit durch Diversität zu punkten wissen, sind sie trotzdem ein recht eigenes kleines Völkchen. In Istrien und Dalmatien, sozusagen der Wiege Kroatiens, ganz besonders. Denn der Kroate ist kein Bauer. Er ist Seemann, Fischer und – seit dem jugoslawischen Sezessionskrieg – auch so etwas wie der Israeli Europas. Was ich damit sagen will: Er hat seine eigene ganz spezifische Identität. So wie sie z.B. auch die Bayern haben. Und er ist stolz darauf.

Die Nordrhein-Westfalen hingegen haben keine Identität. Sie sind nichts weiter als ein Schmelztiegel von ehemaligen Proleten aus ganz Europa, die hierher kamen, um in Kohlezechen und Fabriken ihr Auskommen zu suchen. Die Nachkommen dieser Menschen haben diese nicht vorhandene Identität und den fehlenden Stolz auf ihr Bundesland (worauf soll man in NRW schon stolz sein) übernommen. Allenfalls städteweise gibt es so etwas wie eine Eigenwahrnehmung. Als bestes Negativbeispiel hierzu siehe Köln. Als Positivbeispiel Düsseldorf. Oder eben auch umgekehrt. Menschen haben jedenfalls gerne so etwas wie eine eigene spezifische Identität.

Und das wird auch immer so bleiben, so dass es stets nur ein Europa der Regionen mit ihren verschiedenen Eigenarten geben können wird. Dies aber übersehen unsere weitestgehend selbst identitätslosen Politiker inzwischen. Was zu einer Zunahme der Popularität vermeintlich rechter Politiker geführt hat. Denn selbst überzeugte Europäer wie ich, der schon mehr von Europa gesehen hat als wohl die allermeisten Europäer, haben Verständnis dafür, dass der Mensch sich unterscheiden und regionale Eigenarten berücksichtigt wissen will. So will ich im Lidl in Kroatien keine Hollandtomaten. Aber natürlich habe ich nichts gegen spanischen Schinken oder Chorzio, solange eben der kroatische Pršut und Kulen auch im Angebot sind. Denn gerade die Vielfalt macht Europa ja aus.

Aber eben die europäische Vielfalt und nicht in Übermaßen Menschen aus anderen Kontinenten. Natürlich sind mir meine Thais im Asiashop und mein Bringvietnamese lieb. Ihre Sachen sind toll und das Essen schmeckt fabelhaft. Und auch wenn sie immer noch kein vernünftiges Deutsch sprechen, sie sind fleißige Leute und ihre Kinder sprechen so gut Deutsch wie ich es tue. Aber sie bereichern unsere Kultur anstatt sie zu überfluten. Und sie sind so wenige, dass ihre Töchter irgendwann ihre hübschen Mandelaugen in den Genpool der Eurasier einbringen werden und damit alle ein Stückweit schöner werden. Was aber passiert wenn es zu viele sind kann man an den Türken sehen, wo Mischehen immer noch eine Ausnahme darstellen (http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2015/04/511138/statistisches-bundesamt-zu-binationalen-ehen-deutsche-sind-am-haeufigsten-mit-tuerken-verheiratet-2/).

Der Grund ist so einfach wie einleuchtend. Die allermeisten Migranten kamen nicht hierher, weil es ihnen zuhause besser ging als hier. Und, anders als mein Vater, waren sie eben Arbeiter und keine Doktoren. Der kleine Mann aus Anatolien hinkte dem Arzt aus Zagreb halt einfach noch ein paar Jahrzehnte hinterher. Schon weil der Arzt Horex fuhr und die Beatles hörte, derweil der Anatolier auf einem Esel ritt und nicht wußte, dass der Plattenspieler schon erfunden war. So etwas wirkt sich eben auf das Unterhaltungsangebot und damit auf die Entwicklung des Frauenbildes aus.

Gerade dieses war in Teilen Europas selbst zu meiner Kindheit noch ein deutlich anderes als es dies heute ist. Und ganz gewiss lebt die Sizilianerin heute wesentlich freier als sie dies noch in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts tat. Was mit der wirtschaftlichen Entwicklung ebenso zu tun hat wie mit der innereuropäischen kulturellen “Fortbildung” die vor allem durch den Tourismus und die verbesserte Infrastruktur befördert wurde. Und so ist heute selbst das dörfliche Sizilien in weiten Teilen auf dem Stand Resteuropas. Und dieses erreichte Niveau gilt es im Interesse der europäischen Bevölkerung zu schützen und nicht – wie es unsere Bundeskrampflerin tut – durch die muslimische Flut zu beschädigen. Europa ist für den Schutz seiner Bürger und deren fortschrittlicher, friedlicher Kultur da. Und nicht, um einer primitiven Menschenrasse wie dem arabischen Homo Sapiens Schutz vor der Vernichtung durch seine eigenen Brüder und Schwestern zu gewähren.

Keinesfalls ist es die Verpflichtung Europas, sich um den Rest der Welt zu kümmern. Ebensowenig wie es ein zentral regiertes Europa geben darf. Ich wäre sogar für eine weitergehende Aufspaltung der Staaten innerhalb Europas. Denn je kleiner die einzelnen Machtblöcke in einem geeinten Europa sind, desto geringer wird ihr Hegemonialinteresse sein. Wäre Frau Merkel nicht die Kanzlerin des großen Deutschland und hätte sie nicht die finanzielle Macht der wenigen wirklich leistungsfähigen deutschen Steuerzahler im Rücken, sie hätte sich wohl niemals erdreistet solch eine nicht abgestimmte und höchst gefährliche Entscheidung der vorsätzlichen Flüchtlingsüberflutung zu treffen. Sie dachte wohl, dass die Leistungsfähigkeit der deutschen Bürger ihr die Macht gibt, sich über Europäische Interessen hinwegsetzen zu können.

Und nun zeigen ihr die anderen Europäer, dass sie sich übel verrechnet hat. Möglicherweise spekuliert auch der ein oder andere EU-Politiker darauf, dass diese Flüchtlingskrise das mächtige Deutschland entscheidend schwächen wird, wenn sie die Kanzlerin weiter am langen Arm verhungern lassen. Ich jedenfalls würde es tun! Weshalb ich bei den nächsten Wahlen mangels CSU-Kandidaten in NRW definitiv beide Stimmen der AfD geben werde.

Dies nicht zuletzt auch, weil Frauke Petrys Vita mir als Selbständigem deutlich sympathischer ist als die der risikoscheuen Pastorentochter Merkel, die – wie wir am Meer so schön sagen – in der Politik wie Scheiße im Meer hochgeschwemmt wurde, weil es seinerzeit einfach keine brauchbare Alternative zu ihr gab.

Ganz zuletzt ist es aber doch eine Schande für die deutschen Politiker, dass in vier Parteien (CDU, SPD, Grüne und AfD) inzwischen Frauen das Sagen haben. Oder nimmt etwa irgendjemand Sigmar Gabriel und erst recht Herrn Hofreiter noch als Männer wahr?

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