Wie geil ist das denn? Google Chromecast!!!

Ich habe ja bekanntlich nicht mehr so viel zu tun, also viel Zeit um mich mit irgendwelchem dummen Zeugs zu beschäftigen. So surfe ich den ganzen Tag im Internet herum, schaue mir z.B. Boote und Autos an und bin auch ab und an mal bei Ebay unterwegs. Da gab es doch kürzlich Google Chromecast für nur 20,00 EUR zu kaufen. Ich hatte zwar schon mal davon gehört, aber keine Ahnung was das Ding kann. Eigentlich eine Schande für ein IT-Spielkind wie mich. Aber wenn es um meine eigenen Sachen geht bin ich ziemlich sparsam.

Ok, mein 46″ Samsung LED TV war seinerzeit das teuerste Gerät welches in der Größe für Geld zu haben war. Aber mein alter Rückprojektor hatte zu dem Zeitpunkt schon 15 Jahre gehalten und inzwischen besaß selbst mein Nachbar – ein Facharbeiter – einen Flachbildschirm. Also gönnte ich mir ausnahmsweise etwas. Ansonsten knausere ich aber mich betreffend eher herum, weil ich mir sage, dass ich nur das kaufe was ich wirklich brauche.

Beispiel: Da der Nachbarssohn in Kroatien seinem Vater damit auf den Keks ging, dass er sich ein Apple Smartphone kaufen wolle (bei einem Monatsnetto von ca. 600,00 EUR) sagte ich, dass ich ihm mein LG Optimus L5 II schenken werde und machte mich auf die Suche nach einem neuen Smartphone für mich. Und weil ich eine Art Trüffelschwein bin fand ich das Sony Xperia Z3 compact im Bundle mit einem 2-Jahres-Vertrag für lächerliche 24,99 EUR monatlich. Zuvor zahlte ich 19,99 EUR und musste mein Smartphone selbst kaufen. Da war das also ein guter Deal.

Arbeiten – wenn überhaupt noch – tue ich mit einem Lenovo T61 aus 2007. Als Backup habe ich noch ein Core i3 11″ Subnotebook. Das reicht für Fernbetreuungen und ab und an ein wenig Bildbearbeitung (z.B. Panoramen stitchen) absolut aus.

Meine dumme Exfreundin, die hungerleidende Fachanwältin für Schwertschlucken …

megaschwanz

schwanz

… amüsierte sich darüber, besaß sie doch ein Iphone und einen doppelt so teuren Handytarif wie ich. Aber so ist das halt. Verarmte Hungerleider müssen blenden. Wer wirklich hat, der gibt sich bescheiden.

Jedenfalls kaufte ich mir für 20,00 das Chromecast, als ich irgendwas von Netflix-Streaming im Zusammenhang damit las. Und schloss einen Probemonat ab. Selbstverständlich die billigste Variante ohne Full HD für ein Gerät und 7,99 EUR im Monat. Dafür kann ich noch nicht einmal eine Tüte Popcorn im Kino kaufen! Und mit dem AMG kostet allein der Weg zu meiner Videothek und zurück so viel, ohne dass ich auch nur einen Film ausgeliehen hätte. Auch komme ich bei so einem Preis nicht auf die Idee irgendwo halb legal Streams zu schauen. Kurz gesagt: Netflix ist spottgünstig und hat ziemlich coole Filme und Serien wie z.B. House of Cards und Suits. Als riesen US-Konzern produziert Netflix auch selbst und das in höchster Qualität. Überhaupt sind Serien heute die neuen Spielfilme. So einen Scheiß wie „Das Erwachen der Macht“ guckt man sich vielleicht noch im Kino an. Garantiert auch den nächsten Avatar. Aber das ist dann eben auch mehr das Erlebnis vor dem Kino eine knackige Dame zum Essen ausführen, sie nach dem Kino zuhause mit Wein abzufüllen – vielleicht zu einer coolen Netflix-Serie – und danach stundenlang durchzubürsten. Für den Alltag ist Netflix aber zigmal besser geeignet als Kino oder DVD.

Als der Stick kam war ich neugierig wie das funktionieren soll und natürlich lese ich als IT-Pro keine Bedienungsanleitungen o.ä. Also Stick in den TV gesteckt und mit der Fernbedienung den richtigen Eingang gewählt. Da stand dann auf Französisch (der Grund warum der Stick so günstig war), dass ich eine App aus dem Play-Store herunterladen solle. Erledigt. Dauer eine Minute. App gestartet, sie beginnt nach dem Chromcast zu suchen, findet diesen und zwei Minuten später streame ich mit der weiterhin installierten Netflix App direkt vom meinem Z3 auf den TV. Wie geil ist das denn? Aber nicht Sinn der Sache, weil ich ja meinen Handyakku schonen will. Also die Windows-App für Google Chrome installiert und dann lustig von dieser auf den TV gestreamt. Völlig ruckelfrei, obwohl ich noch einen recht lahmen WLAN-Router habe.

Die Bildqualität ist auch ohne Full-HD ganz ausgezeichnet, ebenso wie der Ton. Auch kann ich es in Kroatien via VPN-Tunnel verwenden. Ob das gegen die Geschäftsbedingungen verstößt ist mir ehrlich gesagt herzlich wurscht. Denn wenn ich in Kroatien deutsches Netflix streame tue ich nichts was ich nicht bezahlt habe. Es ist mein Recht mich sonstwo auf der Welt aufzuhalten und nur das Angebot nutzen zu können für welches ich bezahlt habe. Natürlich würde ich nicht das Netflix eines anderen Staates und damit ein anderes Angebot streamen. Und ganz nebenbei kann Netflix mich ja gerne in Kroatien rechtlich verfolgen lassen. Die kroatische Justiz würde sich herzlich kaputt lachen.

Da man über Chromecast praktisch jeden Anbieter streamen kann, und die Verträge heute monatsweise abgeschlossen werden, kann ich mich für eine ganz kleine Mark mit Serien und Filmen geradezu zuballern. So etwas nenne ich Entertainment! Überhaupt muss ich sagen, dass die digitale Welt bei sinnvoller Nutzung durchaus ihre Vorteile hat. Beispielsweise habe ich inzwischen den digitalen SPIEGEL abonniert. So kann ich ihn auch morgens im Bett lesen, wenn ich vielleicht einmal zu früh aufgewacht bin. Oder auch mittags im Restaurant. Ich muss in Kroatien auch nicht mehr ins Städtchen, um festzustellen, dass der Print-SPIEGEL in der Hauptsaison bereits vergriffen ist. Da setze ich mich doch lieber mit dem Smartphone ins Restaurant, esse eine köstliche Portion Tintenfisch mit Salzkartoffeln und Mangold, trinke ein paar eiskalte Bier dazu, lese den digitalen Spiegel dabei und lasse mich anschließend hübsch angetrunken vom klimatisierten Taxi nach Hause fahren. Kostet auch nicht viel mehr als ein Bier und ich muss die ca. 400 Meter nicht in der Tageshitze zu Fuß gehen. Außerdem ist zu viel Laufen auch nicht gut für die Hüftgelenke!

Ich käme allerdings nie auf die Idee ein gutes Buch in digitaler Form zu lesen. Denn das käme mir irgendwie vor wie Fast-Food-Sex oder auch Fast-Fuck. Ein Buch muss ich in Händen halten können und ich brauche auch ein Lesezeichen. Ein Buch ist Kunst und Kultur. Und Kultur ist für mich nicht digital. Digital ist praktisch, digital dient der schnellen Information und der zügigen Recherche. Aber das was ein Buch verkörpert, nämlich den Geist und Intellekt des Verfassers, kann eine digitale Ausgabe m.E. nicht ausreichend würdigen. Hierzu bedarf es eines Buches. Und am besten noch eines wertvoll gebundenen Buches. Das wird übrigens eines meiner nächsten Projekte. So werde ich z.B. meine bereits total vergilbte und zerrissene Ausgabe von Frank Herberts „Dune“ zum Buchbinder bringen, damit er sie in Leder bindet. Gleiches werde ich mit weiteren Lieblingsbüchern machen. Incl. der gesammelten Werke von Walter Moers „kleinem Arschloch„, In meinem Testament werde ich sie dann einer bedeutenden Bibliothek vermachen.

Denn ob Isaac Asimov, Frank Herbert oder auch „nur“ Nikolai von Michalewsky mit seinen Science-Fictions der Mark Brandis-Reihe, es wäre schade, wenn die Werke solcher Schriftsteller irgendwann nur noch als Bits und Bytes auf irgendwelchen digitalen Speichermedien liegen würden. Ebenso wie der Mensch ein analoges Wesen ist, sollte es auch noch eine analoge Verkörperung ihrer Werke geben.